FUSSBALL: Positive Halbzeitbilanz

Die regionalen Fussballer haben ihren Winterschlaf angetreten. Der Blick auf die Ranglisten lässt den Schluss zu, dass die meisten Teams auf Kurs sind.

Beat Lanzendorfer
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Die Suche nach dem Ball wird bei den Regionalen für fünf Monate eingestellt. Die Frühjahrsrunde beginnt im März/April 2018. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Die Suche nach dem Ball wird bei den Regionalen für fünf Monate eingestellt. Die Frühjahrsrunde beginnt im März/April 2018. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Die Saisonziele wurden im August eher zurückhaltend preis­gegeben. Niemand wollte sich in die Karten blicken lassen. Drei Monate später lässt sich die Zwischenbilanz aber durchaus sehen. Mit Kirchberg, Ebnat-Kappel, Wattwil Bunt und den Frauen der Gemeinschaft Neckertal-Bütsch­wil dürfen sich vier der acht Toggenburger Fanionteams bei Halbzeit berechtigte Aufstiegshoffnungen machen. Auch erfreulich: Keine Mannschaft belegt aktuell einen Abstiegsplatz.
 

Bazenheid rollt das Feld von hinten auf

Nach sechs Runden lautete die Bilanz: ein Sieg, ein Unentschieden, vier Niederlagen. Dann hat es Klick gemacht, die Mannschaft rollte das Feld von hinten auf. Einer der Knackpunkte war die Partie in Näfels, als die Alttoggenburger trotz 0:1-Niederlage Leader Linth 04 förmlich an die Wand spielten. Das Spiel brachte aber die ­Erkenntnis: «Wir können in der Liga mithalten.» Danach ging ­Bazenheid nie mehr als Verlierer vom Feld und holte aus sieben Partien 17 Punkte. Das Thema Abstieg ist längst passé.

Saisonziel: in der Liga mitspielen
Position aktuell: Platz 6
 

Wattwil Bunt zählt zu den Überraschungen

Mit Platz 9 schlossen die Zen­trumsstädter die letzte Saison hinter den Erwartungen ab. Mit praktisch unverändertem Kader sollte es wieder aufwärtsgehen. Neu war die Führung an der Linie. Auf Natale Licata folgte das Trio Jan Rüeger, Patric Porchet und Jörg Hasler. Die drei Köche haben den Brei nicht verdorben. Im Gegenteil: Das Trio harmonierte vom Start weg und kann bei Halbzeit auf eine beachtliche Statistik verweisen: sieben Siege, drei Unentschieden, eine Niederlage. Letztere war ärgerlich, führte Wattwil Bunt in Eschenbach doch 2:0, bevor man drei Gegentore kassierte. Mit zwei Punkten Rückstand auf Henau sind die Aufstiegschancen intakt.

Saisonziel: Top 5
Position aktuell: Platz 2
 

Neckertal-Degersheim: Vorne top, hinten Flop

Neckertal-Degersheim hat in der Aufstiegssaison 90 Treffer erzielt. Zweitbester Wert aller 88 Viertligateams. Besser war nur Neukirch-Egnach (95). Es war klar, dass die Offensive mit ziemlicher Sicherheit eine Liga höher bestehen kann. Dem war so, die Marke von 33 Toren wird nur von Leader Henau (37) und Eschenbach (42) übertroffen. Dass es trotzdem nur zu Rang 8 reichte, liegt an der Defensive, die 44 Gegentore zuliess. Die Mannschaft spielt einen attraktiven Offensivfussball, der hinten anfällig ist. Wenn die Fehlerquote verringert wird, dürfte sie im Frühjahr die nötigen Punkte zum Ligaerhalt holen.

Saisonziel: Ligaerhalt
Position aktuell: Platz 8
 

Bütschwil bleibt eine Wundertüte

Bütschwil hat zu Beginn der Saison mit Petrit Duhanaj einen Trainer verpflichtet, der den abhanden gekommenen Schwung auf die Breite zurückbringen sollte. Es blieb lange beim Versuch. Der erste Saisonsieg wurde erst in der 9. Runde gegen Neckertal-Degersheim Tatsache. Es folgten das 1:0 in Zuzwil sowie das 0:4 gegen Wattwil Bunt. Dank dem Schlusseffort konnten sich die Toggenburger knapp über den Strich retten. In der zweiten Saisonhälfte ist aber eine gewaltige Steigerung von Nöten, soll der schleichende Abstieg der letzten Jahre nicht mit dem Abstieg in die 4. Liga enden. In der Winterpause bleibt Zeit, die richtigen Massnahmen zu treffen. Dazu gehört auch das verminderte Risiko im Abwehverhalten. 34 Gegentore, mehr als drei pro Spiel, sind eindeutig zu viel.

Saisonziel: vorderer Mittelfeldplatz
Position aktuell: Platz 10
 

Die Jugend in Ebnat-Kappel kommt an

2, 6 und 4. Dies die Schlussränge der Ebnater seit dem Abstieg in die 4. Liga im Jahre 2014. Mit Ausnahme der Spielzeit 2014/15 konnten die Obertoggenburger nie mehr mit der Rückkehr in die 3. Liga spekulieren. In dieser Saison sieht alles ein wenig anders aus. Obwohl die Mannschaft erneut verjüngt worden ist, belegt sie Position 3. Der Aufstieg hat sich zu einem Dreikampf zwischen Wil 1a, Kirchberg und Ebnat-Kappel entwickelt. Viel zum positiven Abschneiden hat Bazenheid-Rückkehrer Jan Ledergerber beigetragen, der die Jungen vorbildlich führt und dazu beitragen kann, dass der Fussball im Doppeldorf wieder vermehrt in den Fokus rückt.

Saisonziel: Junge integrieren und besser als letzte Saison (Platz 4).
Position aktuell: Platz 3
 

Kirchberg hat sich in der 4. Liga konsolidiert

Der Abstieg im Sommer war schmerzhaft. Die Mannschaft hat sich aber zusammengerauft und ist gewillt, in absehbarer Zeit an ihren angestammten Platz zurückzukehren. Mit einem Punkt Rückstand auf Tabellenführer Wil sind die Chancen absolut intakt, nach nur zwölf Monaten im kommenden Sommer wieder der 3. Liga anzugehören.

Saisonziel: Konsolidierung in der Liga.
Position aktuell: Platz 2
 

Die Neckertaler Frauen haben Steigerungsbedarf

23 Punkte nach zehn Spielen sind in der Regel ein herausragender Wert. Weil Tabellenführer Appenzell in der Hinrunde aber keine Schwächen zeigte und nur im direkten Vergleich gegen Neckertal Punkte abgab (0:0), beträgt der Rückstand der De-Luca-Elf auf den Leaderthron fünf Zähler. Im Nachhinein könnten die Punktverluste gegen Ems (1:2) und Wil (4:4) den Ausschlag geben, dass die Frauen den direkten Wiederaufstieg verpassen. Kleiner Trost: Es bietet sich die Gelegenheit, zum dritten Mal nach 2015 und 2016 den Final des Ostschweizer Cups zu erreichen. Es fehlt noch ein Sieg. Allerdings könnte die Hürde mit Appenzell höher nicht sein.

Saisonziel: Wiederaufstieg
Position aktuell: Platz 2
 

Die Ebnater Frauen kommen spät in Schwung

Nach fünf Runden und ebenso vielen Niederlagen lag Ebnat-Kappel scheinbar hoffnungslos abgeschlagen am Tabellenende. Dann setzte die Mannschaft zu einer Aufholjagd an, die nur von der beginnenden Winterpause gestoppt werden konnte – 13 Punkte kamen so im zweiten Teil der Vorrunde hinzu. Trotzdem darf sich die Equipe noch nicht in Sicherheit wiegen. Die Reserve auf den Strich beträgt lediglich drei Zähler.

Saisonziel: Ligaerhalt
Position aktuell: Platz 5
 

Kirchbergerinnen auf einem Mittelfeldplatz

Zwei Jahre sind seit dem freiwilligen Kirchberger Rückzug in die 3. Liga ins Land gezogen. Nach einer starken ersten Saison mit Platz 4 folgte eine schwächere, welche die Mannschaft auf Rang 6 beendete. Nach der Hälfte der aktuellen Meisterschaft nimmt die Frauen-Elf Position 7 ein. Es dürfte noch einige Zeit vergehen, bis «frau» wieder Spitzenplätze ins Visier nehmen darf. Gegen hinten wird allerdings kaum etwas anbrennen.