FUSSBALL: Null und Nadelstiche

Am Wochenende beginnt in den unteren Ligen die Saison. Das Duo Speicher/Urnäsch baut auf den Aufstiegsschwung, der FC Herisau auf ehemalige Uzwiler. Gespannt ist man auf die Stärke der Gegner.

Lukas Pfiffner
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Appenzeller Fussballer vereint: Die Fanionteams aller Clubs sowie die zweite Mannschaft des FC Herisau bestritten ein gemeinsames Vorbereitungsturnier. (Bild: Erich Brassel)

Appenzeller Fussballer vereint: Die Fanionteams aller Clubs sowie die zweite Mannschaft des FC Herisau bestritten ein gemeinsames Vorbereitungsturnier. (Bild: Erich Brassel)

Lukas Pfiffner

lukas.pfiffner@appenzellerzeitung.ch

Höchstklassiger Appenzeller Verein bei den Männern ist nach wie vor der FC Herisau. Die meisten Abgänge dürften beim Zweitligisten wenig Gewicht ­haben. Aber über den nun zum zweiten Mal zurückgetretenen Goalie ­Stefan Gysi sagt Trainer Fabio de Souza: «Einen wie ihn können wir nicht einfach ersetzen.» Der Routinier war einer der besten Schlussleute der Gruppe 2 und auch organisatorisch wichtig. Neuer Torhüter ist Teoman ­Dastan. Der 24-jährige Öster­reicher hat vor allem in der Vorarlbergliga gespielt und ist innerhalb eines halben Jahres der sechste FCH-Zuzug aus Uzwil. Mit Hadjadj und Caamano sind zwei Ehemalige zurückgekehrt. Einer miserablen Vorrunde folgte im Frühling mit verändertem ­Kader eine gute Rückrunde, was den achten Schlussrang ergab. «Jetzt fangen wir bei null an. Die Situation in unserer Gruppe ist schwierig einzuschätzen», sagt Fabio de Souza. Der Herisau-Trainer ist überzeugt, dass sein Kader über mehr Substanz verfügt als im Sommer 2016.

In Teufen wurde in der ­Sommerpause der Rasen gewechselt, in Urnäsch und Speicher die Liga. Die Mittelländer haben eine überragende 4.-Liga-Saison hinter sich. «Wir haben keinen Grund und kein Geld, um nun eine Stufe höher etwas anders zu machen», sagt Jürg Schrag. Er führt mit Christian Huber und Markus Bänziger das praktisch unveränderte Team. «Vielleicht müssen wir noch mehr Wert darauf legen, kompakt zu stehen, mit den Kräften zu haushalten, nach vorne Nadelstiche zu setzen.» Speicher werde nach dem Aufstieg vor allem auf Harmonie setzen und den einen oder anderen Spieler der zweiten Mannschaft einbauen. «Das ist unsere einzige Ressource.» Die personelle Decke sei dünn, meint Schrag. Trotzdem sei das Ziel eindeutig, in der 3. Liga zu bleiben. In Speicher herrscht Freude darüber, dass man der gleichen Gruppe zu­geteilt wurde wie Appenzell und Teufen. «In den Derbys wird ­Brisanz liegen. Aber wir müssen die Partien möglichst nüchtern angehen.»

Unbekannte Gegner für Aufsteiger Urnäsch

Zum dritten Mal hat der FC Urnäsch den Aufstieg in die 4. Liga geschafft. Nur drei Niederlagen gab es in 18 Partien. «Wir haben spielerische Akzente setzen ­können», blickt Trainer Georg Gülünay zurück. Er geht in sein viertes Amtsjahr. Einige der ­älteren Spieler werden kürzer­treten. «Das heisst, dass wir ­wieder Junge nachnehmen.» Verglichen mit der Saison 2015/16, welche Urnäsch in der 4. Liga auf dem letzten Platz abschloss, wird die Mannschaft nun auf eine komplett neue Gegnerschaft ­treffen. Sechs der zehn Teams stammen aus der Region Wil/Toggenburg. «Wir haben eine starke Gruppe erwischt», meint der Trainer. Der Unterschied zur vergangenen Saison liege im Tempo. «In der 4. Liga werden bei der Konkurrenz ab und zu Spieler zum Einsatz kommen, die oberklassige Erfahrung haben. Das kann einiges ausmachen.» Am vergangenen Samstag schlug sich Urnäsch in der ersten Cup-Vorrunde beachtlich. Gegen Tägerwilen, den Absteiger aus der 2. Liga, mussten sich die Hinterländer in einem Spiel mit drei Platzverweisen knapp 0:1 geschlagen geben.