Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

FUSSBALL: Ein Jahrhundert ehrenamtlich für den FC Bazenheid tätig

Mit der Hauptversammlung des FC Bazenheid ist mit dem Rücktritt von Präsident Markus Böni nicht nur eine Ära zu Ende gegangen. Kassier Ernst Götschi hat den Verein in den vergangenen 27 Jahren ähnlich geprägt.
Beat Lanzendorfer
Carmen und Ernst Götschi geniessen das Nichtstun in ihrer Wohnung in Bütschwil. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Carmen und Ernst Götschi geniessen das Nichtstun in ihrer Wohnung in Bütschwil. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Als Ernst Götschi mit Ehefrau Carmen und den Kindern Ronald, Tamara und Sandro 1986 nach Bazenheid zieht, ist ihm noch nicht bewusst, dass er die kommenden fast dreissig Jahre die Geschichte des FC Bazenheid mitprägen wird. Das Erstaunliche daran: Bis zum Umzug ins Toggenburg hatte der in diesem Jahr siebzig Werdende mit Fussball rein gar nichts am Hut.
Seine fussballerische Laufbahn und diejenige von Ehefrau Carmen beginnt 1991 mit der Einweihung der Sportanlage Ifang. In seiner Funktion als Postenchef der örtlichen Polizei, die in dem im Jahre 1988 eingeweihten Bezirksgebäude untergebracht ist, engagiert ihn Präsident Markus Böni bei den Festivitäten zum «Verantwortlichen Verkehr».

Mehrere Ehrenämter gleichzeitig sind die Norm

Im selben Jahr kommt die Anfrage zum «Chef Kinderfussball». Ernst Götschi kann auch hier nicht nein sagen und ist plötzlich ganz dick im Geschäft, was die ehrenamtlichen Ämter betrifft. «Ich war in den 90er-Jahren sogar Assistent des damaligen Trainers Nikola Rebrina, obwohl ich von der Materie nicht wirklich etwas verstanden habe», meint er mit einem Lachen. Weitere Chargen kommen hinzu, darunter der Junioren-Obmann (1995 bis 2001), die Festwirtschaften beim Grümpel- (1994 bis 2004) und Hallenturnier (1997 bis 2006) sowie die Turnierleitung des Kinderfussballs (2012 bis 2016). Zuletzt ist er während zwölf Jahren für die Finanzen zuständig. «Obwohl ich an der Hauptversammlung am 9. Februar meinen definitiven Rücktritt eingereicht habe, werde ich das Amt des Kassiers bis längstens im Sommer mangels Nachfolger weiterführen. Dann muss jemand anderer übernehmen.» Immer an der Seite in den letzten knapp drei Jahrzehnten ist Ehefrau Carmen. Die Bemerkung, sie haben als Team perfekt harmoniert, ist dabei durchaus zutreffend. Im Speziellen, was die Tenüwäsche betrifft. Während zwanzig Jahren, von 1994 bis 2014, sind sie für sämtliche Trikots, Hosen und Stulpen aller Mannschaften verantwortlich. Eine Pause gönnen ihnen die Fussballer höchstens von Mitte November bis Mitte Januar und im Sommer während zwei bis drei Wochen. Hochrechnungen zufolge haben die beiden in ihrer «Kleiderwaschkarriere» rund 150'000 Tenüsätze gewaschen.

Zählt man von Ernst und Carmen Götschi die Jahre zusammen, in denen sie ein Funktionärsamt besetzen, vielfach waren es gleichzeitig mehrere, kommt man locker auf die Zahl hundert. Da wundert es kaum, dass beide längst in den Stand der Ehrenmitglieder erhoben worden sind. Als Mann der Zahlen ist es Ernst immer ein Anliegen, ein ausgeglichenes Budget zu präsentieren. Sieht er ein Loch kommen, stopft er dieses mit dem akquirieren zusätzlicher Sponsoren, Bandenwerber, Inserenten oder Matchballspender gleich selber.

Seiner Initiative ist es auch zu verdanken, dass der FC Bazenheid im Jahr 2000 einen eigenen Vereinsbus anschaffen kann. Als dieser acht Jahre später seinen Geist aufgibt, ist es erneut Ernst Götschi, der bei der Anschaffung eines Nachfolgers federführend ist. Im Gespräch mit ihm erinnert er sich an Höhepunkte, die er als Mitglied des Organisationskomitees mitgestaltet hat. Die Champions Night Werder Bremen – FC Basel (2004), das Cupspiel FC Bazenheid – FC St. Gallen (2008), das 75-Jahr-Vereinsjubiläum (2013) sowie der jährlich wiederkehrende Bazenheider Cup sind nur vier von unzähligen Beispielen.

Auch Aufgaben im Verband übernommen

Nebst all diesen Tätigkeiten beim Toggenburger Fussballclub, übernimmt Ernst Götschi, der Ende Jahr siebzig wird, auch Funktionen beim Ostschweizer Fussballverband. Während mehreren Jahren ist er Betreuer der Fussballcamps in Tenero, Davos und Frauenfeld. Schon seit 15 Jahren ist er Verantwortlicher des IBFV. Jener Organisation, welche Turniere für die Fussballverbände organisiert, die im Grenzgebiet des Bodensees ansässig sind. Trotz des heute noch riesigen Engagements gibt es für Carmen und Ernst Götschi ein Leben abseits des Fussballs.

Seit ihrer Pensionierung verbringen sie einen Grossteil der Sommermonate im eigenen Wohnwagen am Bodensee. Unterbrochen wird der Aufenthalt höchstens dann, wenn sie die mittlerweile fünf Enkelkinder, ein sechstes folgt in diesem Jahr, hüten dürfen. «Wir freuen uns, wenn es bald wieder wärmer wird», meint Carmen Götschi. Nach dem Kürzertreten beim FC Bazenheid dürfte sich das Verhältnis Toggenburg/Bodensee weiter Richtung «schwäbisches Meer» verschieben.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.