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FUSSBALL: Die Pfeife ist immer dabei

Die beiden Bazenheider Heinz Müller und Gojko Lazendic bringen es zusammen auf über 80 Jahre Erfahrung als Schiedsrichter. Vom Ende der Pfeiferei wollen beide noch nichts wissen.
Beat Lanzendorfer
Unermüdliche Schiedsrichter: Heinz Müller (links) und Gojko Lazendic. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Unermüdliche Schiedsrichter: Heinz Müller (links) und Gojko Lazendic. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Beat Lanzendorfer

beat.lanzendorfer@

toggenburgmedien.ch

Beide haben Jahrgang 1950. Der eine, Heinz Müller, hat 1972 als Schiedsrichter angefangen. Der andere, Gojko Lazendic, folgt neun Jahre später. Zusammengerechnet bringen sie es auf 81 Jahre, in denen sie Woche für Woche unterwegs sind und es mit ihrem Einsatz ermöglichen, dass Fussball gespielt werden kann.

Blick in die grosse Fussballwelt

Heinz Müller legt als Unparteiischer eine steile Karriere hin, die ihm im achten Jahr die Qualifikation zur 2. Liga einträgt. Das war damals (1980) die vierthöchste Liga, weil zu jener Zeit die Promotion League sowie die 2. Liga interregional noch nicht existieren. Insidern dürfte bekannt sein, dass der bald 67-Jährige auf höchster Stufe als Schiedsrichter-Assistent zum Einsatz kommt. Zuerst während elf Jahren (1983 bis 1994) mit dem Appenzeller Marino Paggiola, anschliessend während dreier Jahre mit dem Bazenheider Hans «Hasä» Stadler. Mit ihm kommt er auch international zu Einsätzen. Seit ein paar Jahren leitet Heinz Müller nur noch Senioren- und Veteranen-Spiele (heute Senioren 30+/40+/50+). «Wenn Not am Mann ist und der Ostschweizer Fussballverband ruft, springe ich auch bei den C-Junioren noch ein», erklärt Heinz Müller.

Ebnat-Kappel gehört zu seinen Lieblingsturnieren

Für den Nachwuchs ist sich auch Gojko Lazendic nicht zu schade. «Klar springe ich ein, wenn ein Engpass entsteht.» Dabei sei es schon vorgekommen, dass er dreissig Minuten vor dem geplanten Spielbeginn kontaktiert worden sei. «Wenn es möglich war, bin ich immer helfend eingesprungen.» Er hat als Unparteiischer 3.-Liga-Spiele gepfiffen und war unter anderem Assistent von Kaspar Mettler, Luis Muniain, Martin Weber und Erwin Eisenring. Letztere beiden sind leider viel zu früh verstorben.

Rechnet man die Spiele hoch, die ein Schiedsrichter im Jahr (15) pfeifen muss, damit das Kontingent seines Stammvereins erfüllt ist, dürften die beiden weit über 1200 Pflichtspiele absolviert haben. Wobei sich diese Zahl locker verdoppelt, sind Freundschafts- und Testspiele sowie Einsätze an Turnieren nicht eingerechnet. Apropos Turniere: Für Plausch- und Grümpelturniere lassen sich beide gerne einspannen. Die dritte Halbzeit gehört für sie genauso dazu, in der schon unzählige Stunden darauf verwendet wurden, über strittige Szenen noch einmal zu diskutieren. Speziell angetan hat es Gojko Lazendic das «Ebnater Grümpeli», das zu den grössten der Ostschweiz zählt. «Ich pfeife dort seit vielen Jahren und es macht immer noch grossen Spass.»

Die beiden sind Freunde geworden

Heinz Müller und Gojko Lazendic verbindet mit der Schiedsrichterei nicht nur dasselbe Hobby. Sie hatten mit der Micarna während Jahrzehnten und bis zu ihrer Pensionierung auch den gleichen Arbeitgeber. Privat sind die beiden mehrfachen Grossväter ebenfalls freundschaftlich verbunden. So begleitet Heinz Müller seinen Freund Gojko häufig in dessen Heimat Kroatien, um bei der Weinernte mitzuhelfen. Wobei die Stunden danach, ähnlich wie beim Pfeifen, eher üppiger ausfallen. Die nächste Reise im Oktober ist schon fix terminiert.

Wie lange sie noch zur Pfeife greifen, wissen beide nicht genau. Weil der Verband bei Schiedsrichtern keine Alterslimite vorschreibt, in regelmässigen Abständen aber ein ärztliches Attest verlangt, kann es sein, dass beide noch eine Weile dabei sind.

«Wir fühlen uns fit und die Freude am Fussball ist nicht abhanden gekommen», erklären sie abschliessend. Der Verband wird es mit Wohlwollen zur Kenntnis nehmen.

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