FUSSBALL: Den ersten Saisonsieg erdauert

Herisau gibt beim Rückrundenstart den letzten Platz an Abtwil ab. Ein Rückkehrer ist an beiden Toren beteiligt. Die Nervosität gipfelt in neun Verwarnungen und zwei vorzeitigen Abgängen.

Lukas Pfiffner
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Gästespieler Marc Koller springt ins Leere, die Herisauer Thomas Zigerlig (Nummer 4) und Marco Schmid klären die Situation. (Bild: PF)

Gästespieler Marc Koller springt ins Leere, die Herisauer Thomas Zigerlig (Nummer 4) und Marco Schmid klären die Situation. (Bild: PF)

Lukas Pfiffner

lukas.pfiffner@appenzellerzeitung.ch

Als schön liess sich das Wetter bezeichnen, keinesfalls das 2.-Liga-Spiel. Der 2:1-Sieg Herisaus war nur dies: wichtig. «Mit Fussball hatte das nicht viel zu tun», sagte der Matchwinner. Marco Schmid bereitete das erste Tor vor und erzielte das zweite.

Nach neun Minuten spielte er auf Di Nunzio, dieser lenkte zu Thaqi ab. Dessen Schuss trug die Führung ein. Zehn Minuten nach der Pause spielte sich Di Nunzio an Torhüter Forster vorbei, der Ball prallte auf Schmid, der aus spitzem Winkel traf. «Ein Abseits lag nicht vor», meinte dieser. Die St. Galler hatten eine strafbare Position reklamiert.

Jenseits des guten Geschmacks

Womit man wieder bei ballfreien Themen ankommt. Der Letzte und der Zweitletzte der Gruppe 2, die nun die Positionen tauschten, lieferten sich eine enorm nervöse Partie. Körperlich und verbal verliessen beide Teams oft den Bereich des guten Geschmacks. Der Start in die Rückrunde war ein einziger Kampf, der fast eskalierte. Neun Verwarnungen wurden ausgesprochen, davon zwei für den Herisauer Verteidiger Kurzbauer (69.). Er liess sich auch von Präsident Walter Thaler auf dem Weg in die Kabine kaum beruhigen.

«Die Nervenanspannung war gross», meinte Marco Schmid, der mit hartnäckigen Vorstössen und klugen Verlagerungen auffiel. «Wenn ein Team den ganzen Herbst nie gewonnen hat, ist dies in den Köpfen drin.» Was für ihn selber wie für Gysi, Gavrilovic und Di Nunzio, die anderen Rückkehrer zur Winterpause, allerdings nicht galt. Schon zehn Minuten vor der Pause musste sich Herisaus Trainer Fabio De Souza aus der Coachingzone verabschieden. Er hatte sich über einen Entscheid des Schiedsrichters geärgert und reklamiert. Die Gäste bekamen einen Freistoss zugesprochen. Der Ball war noch nicht gespielt, als ein nächster Abtwiler zu Fall gebracht wurde. Schiedsrichter Zeciri pfiff erneut und verlegte den Ort des Freistosses nach vorne: nach Ansicht der Herisauer Verantwortlichen ein regeltechnischer Fehler. Das Coaching übernahm Sportchef Marcel Küng.

Konstruktiv gelingt beiderseits wenig

1:1 stand es zu jenem Zeitpunkt: Nach einem vermeidbaren Corner «flipperte» der Ball hoch im Strafraum hin und her; Gysi fühlte sich behindert, Fabio Klarer durfte sich als Kopfballtorschütze feiern lassen (16.). Verglichen mit dem letzten Herbstauftritt standen nur vier Spieler wieder in der Startformation des FCH. Dieser wird weiter einen grossen Aufwand betreiben müssen, um die Chancen auf die Ligazugehörigkeit zu wahren. Konstruktiv gelang so wenig wie dem Gast. Immerhin schafften es die Ausserrhoder, solidarisch die Unterzahl zu kompensieren. In Gefahr geriet der erste Saisonsieg einmal: Gröli platzierte einen Freistoss in der hohen Ecke (84.). Gysis Flug zur wichtigsten Parade verhinderte den Ausgleich.

Herisau – Abtwil 2:1 (1:1)

Ebnet. – 120 Zuschauer. – Sr. Zeciri.

Tore: 9. Thaqi 1:0. 16. S. Klarer 1:1. 55. Schmid 2:1.

Herisau: Gysi; Kurzbauer, Keller, Tasdelen, Gavrilovic; Schmid, Zigerlig (58. Wieland), D. Looser, Thaqi (87. Nesci); Höhener, Di Nunzio (72. S. Looser).

Abtwil: Forster; F. Klarer, Schrepfer, S. Klarer; Spescha (52. Gröli), Drittenbass, Nef, Jenni, Koller (77. Peterer); Messmer, Prenici (59. Menet).

Bemerkungen: Verwarnungen: 22. Gysi (Reklamieren), 45. Kurzbauer (Reklamieren), 50. Koller (Foul), 62. Thaqi (Foul), 69. Kurzbauer (Foul, Platzverweis nach zweiter Verwarnung), 76. Schmid (Foul), 85. Gröli (Foul), 89. Tasdelen (Foul) und 90. Berisha (Foul).

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