FUSSBALL: Das Hobby wird teurer

Der FC Wattwil Bunt begegnet den steigenden Kosten mit einer Erhöhung der Mitgliederbeiträge. An der Hauptversammlung sorgte dies aber niemanden.

Beat Lanzendorfer
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Präsident Kurt Schneider dankt Dora Lehmann für ihre sechsjährige Arbeit als Kassierin. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Präsident Kurt Schneider dankt Dora Lehmann für ihre sechsjährige Arbeit als Kassierin. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Beat Lanzendorfer

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toggenburgmedien.ch

Der Fussballclub in der Zentrumsgemeinde schlägt sich mit den gleichen Problemen herum, die es auch andernorts zu lösen gilt: Zu viel Arbeit lastet auf zu wenigen Schultern. Präsident Kurt Schneider und die vier Vorstandsmitglieder Daniel Zöllig, Sinisa Mladenovic, Clemens Kühne und Livia Ambühler stellten sich wohl zur Wiederwahl und wurden von den 62 Mitgliedern auch bestätigt. Die Worte des Präsidenten aber waren deutlich: «Wir brauchen eure Unterstützung. Der Job wäre eigentlich noch cool. Bei täglich einer Stunde oder mehr, die ich für den Verein aufwende, wird es manchmal auch mir zu viel.»

Mit dem Rücktritt von Kassierin Dora Lehmann wird sich das Gesicht der Führungscrew trotzdem verändern. «Sie hat zum Geld geschaut, als wäre es ihr eigenes», würdigte Kurt Schneider die sechsjährige Arbeit von Dora Lehmann. An ihre Stelle tritt Livia Ambühler, die nebst ihrer Arbeit als Aktuarin neu auch für die Finanzen zuständig ist. Mit dem 25-jährigen Machleish Santhiyapillai rückt ein junger Mann in den Vorstand, was hoffentlich Sogwirkung auf die jüngere Generation hat.

Freiwilligenarbeit wird wahrgenommen

Selber einst aktiver Fussballer, weiss der Lichtensteiger Stadtpräsident Mathias Müller, wovon er spricht. «Gäbe es keine Freiwilligenarbeit, müsste man das Vier- bis Fünffache an Mitgliederbeiträgen verlangen, um die Kosten zu decken», erklärte er in seinen Grussworten. «Was ihr leistet, ist eminent wichtig.» Schulpräsident Norbert Stieger war als Vertreter der Gemeinde Wattwil ebenfalls im Thurpark zugegen und gratulierte zum 10-Jahr-Jubiläum des FC Wattwil Bunt. «Die Stimmbürger haben im Mai Ja zur neuen Sportanlage Rietwies gesagt. Jetzt gilt es zu trainieren, um für die Hochblüte bereit zu sein.» Er erhob aber auch den Mahnfinger: «Wenn kein Vorstand vorhanden ist, könnt ihr alle hier nicht Fussball spielen, denkt daran und unterstützt euch gegenseitig.»

Laut Kurt Schneider kann es noch einen Moment dauern, bis alle kantonalen Instanzen durchschritten sind. Er ist aber davon überzeugt, dass in Wattwil im Jahre 2020 oder 2021 auf einer neuen Sportanlage Fussball gespielt wird. Weil der Fussballclub in den letzten Jahren mehrmals einen Verlust auswies, erarbeitete der Vorstand einen neuen Verteilschlüssel betreffend Mitgliederbeiträgen. So erfahren einzelne Kategorien einen Aufschlag von bis hundert Prozent (G-Junioren), in absoluten Zahlen ausgedrückt von 100 auf 200 Franken. «Wir haben die Beiträge verglichen und konnten feststellen, dass wir im Vergleich mit anderen immer noch sehr tief sind», erklärte Kurt Schneider. Dieses Argument überzeugte, bei der folgenden Abstimmung gab es lediglich zwei Gegenstimmen.

Bereit, um die Labelverlängerung zu beantragen

Am Ende der Hauptversammlung betrieb Ernst Wiget Werbung für die Supporter. Im Weiteren wies Martin Schefer auf die Schweizer Meisterschaft der Radballer im Oktober in der Freudegghalle hin. «Wir helfen mit, bitte meldet euch, wir brauchen möglichst viele.» Die Spaghetti nach dem offiziellen Teil übernahm der Verein. Das erste Getränk offerierte die Gemeinde Lichtensteig. «Als kleine Anerkennung, im Wissen, was ihr alles an Freiwilligenarbeit leistet», meinte Mathias Müller. Freiwillig kam auch der Aufwand für die Verlängerung des Sport-verein-t-Labels zustande. Eine eminent wichtige Aufgabe, die Sinisa Mladenovic leistet, denn deren Besitzer kommen bei Anschaffungen in den Genuss von beträchtlichen Vergünstigungen.