FUSSBALL: Aufwand zahlt sich aus

Die Frauengemeinschaft Neckertal-Bütschwil absolviert ihre erste Saison in der 1. Liga. Nach Ablauf der Vorrunde befindet sich die Mannschaft auf einem Abstiegsplatz.

Beat Lanzendorfer
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Trainer Martin Raschle ist trotz misslicher Ausgangslage weiterhin vom Ligaerhalt seiner Mannschaft überzeugt. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Trainer Martin Raschle ist trotz misslicher Ausgangslage weiterhin vom Ligaerhalt seiner Mannschaft überzeugt. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Beat Lanzendorfer

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toggenburgmedien.ch

Martin Raschle: Sie als Trainer haben sich als Aufsteiger einen Platz in der ersten Tabellenhälfte zum Ziel gesetzt. Nun ist es anders herausgekommen. Ist Ihre Mannschaft in der 1. Liga überfordert?

Erwartungsgemäss musste zuerst der Rhythmus in der neuen Umgebung gefunden werden. Die 1. Liga ist sehr viel athletischer und zweikampfbetonter als die 2. Liga. Wir brauchten dann auch einige Spiele, um unsere Feinabstimmung zu finden. Überfordert waren wir nicht, in den meisten Spielen hatten wir sogar mehr Spielanteile als der Gegner, kamen auch zu Torchancen, aber die Effizienz vor dem Tor liess in vielen Spielen zu wünschen übrig. Die Spielerinnen sind mit dem Gegner auch viel zu anständig, dies ist wohl für die Fairness sehr gut, aber für Punkte in dieser Liga meistens nicht förderlich. Im Weiteren haben wir acht Langzeitverletzte und eine Spielerin, die eine Babypause einzieht. Dadurch war das Kader sehr knapp, und es kamen kontinuierlich die Spielerinnen zum Einsatz, denen eine Pause gutgetan hätte.

Hand aufs Herz: Glauben Sie noch an den Ligaerhalt, nachdem die Mannschaft am letzten Wochenende im Nachtragsspiel mit 1:6 in Balerna unterlegen ist?

Natürlich, die Mannschaft ist weiter gereift und es sind noch elf Spiele, in denen wir punkten können. Wenn wir im mentalen Bereich noch zulegen, wird sich der grosse Trainingsaufwand in der Winterpause auch bezahlt machen.

Was ist in Balerna falsch gelaufen?

Grundsätzlich war das Spiel nicht so schlecht, wie das Resultat vermuten lässt. Vor allem die erste Halbzeit war eine unserer besten in dieser Saison. Wir müssten mit zwei Toren Unterschied führen, gingen aber mit einem 1:2 in die Pause. In der zweiten Halbzeit lief es dann von Anfang an gegen uns und wir mussten für den grossen Aufwand büssen. Dass wir an diesem Wochenende nur elf Spielerinnen zur Verfügung hatten, machte die Situation bei sehr warmem Wetter nicht einfacher. Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich am Morgen die Matchtenüs vergessen habe und dies erst im «Heidiland» bemerkte.

Wie haben Sie das Problem gelöst?

Andy Schrag, mit dem ich mir das Traineramt teile, ist zurückgefahren. Gaby Hasler ist ihm mit den Tenüs aus Bütschwil kommend entgegengefahren. Sie trafen sich in der Mitte, dadurch ging nur eine halbe Stunde verloren.

Sollte es am Ende nicht zum Ligaerhalt reichen, besteht die Gefahr, dass die Mannschaft auseinanderfällt?

Die Mannschaft hat so einen guten Zusammenhalt, dass man diese Gefahr ausschliessen kann.

Sie haben in der Wettkampfpause praktisch ohne Unterbruch trainiert. Besteht keine Gefahr, dass den Frauen im Verlaufe der Rückrunde dadurch die Kraft ausgeht?

Wir haben bewusst sehr viel in die Vorbereitung investiert. Da wir uns im technischen und taktischen Bereich verbessern wollen, mussten wir uns zuerst die körperliche Fitness holen. Das Ziel war, dass wir so schnell als möglich topfit auf unserem Kunstrasen mit dem Ball trainieren können. Das Trainingslager auf Mallorca war dann der letzte Schliff vor der Rückrunde.

Wie ist die Vorbereitung insgesamt verlaufen?

Im November und Dezember wurde vor allem Grundlagenausdauer trainiert. Im Januar kamen dann Fitnesscenter, Laufeinheiten und verschiedene Parcours hinzu. Im Februar war der Kunstrasen wieder schneefrei und wir konnten uns dem Fussball widmen. Es wurde zwei- bis dreimal pro Woche trainiert.

Sie holten sich mit Ihrer Mannschaft den letzten Schliff auf Mallorca. Ist das Trainingslager zu Ihrer Zufriedenheit verlaufen?

Das Trainingslager war ein Erfolg. Die Mannschaft hat in jeder Trainingseinheit alles gegeben. Andreas Schrag und ich sind der Meinung, dass wir uns technisch und taktisch verbessert haben. Das Spielsystem läuft fast so, wie wir uns das vorstellen, und natürlich ist auch der Mannschaftszusammenhalt gefestigt worden.

Hat es in der Winterpause Veränderungen im Kader gegeben? Gab es Abgänge oder Zuzüge?

Da wir leider sehr viele Dauerverletzte beklagen, mussten wir unser Kader aufstocken. Aus der 2. Mannschaft kam das «Eigengewächs» Alexandra Brändle zu uns. Ebenso konnte die ehemalige Wilerin Chiara Meier verpflichtet werden. Zudem trainiert die B-Juniorin Nina Rusch mit uns mit und macht in jedem Training sehr gute Fortschritte. Die drei bereiten uns jetzt schon sehr viel Freude und wir sind froh, dass sie bei uns sind.

Wie sieht Ihre persönliche Zukunft aus. Bleibt das Trainerduo über das Saisonende hinaus dem Frauenteam erhalten?

Andy Schrag und ich fokussieren uns momentan auf die kommenden Spiele. Es wird sich dann während der Rückrunde entscheiden, was wir Ende Saison vorhaben.