Fusion wird Wirklichkeit

Nach fast zwei Jahren Vorbereitung wurde gestern nun die Fusion der evangelischen-reformierten Kirchgemeinden Wattwil und Lichtensteig vollzogen. Und die neue Kirchgemeinde Mittleres Toggenburg hat ihre Vorsteherschaft gewählt.

Thomas Rüegg
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LICHTENSTEIG. Ein markanter Meilenstein in ihrer Geschichte erlebten die beiden evangelischen Kirchgemeinden, Lichtensteig und Wattwil am Sonntag. Seit bald zwei Jahren befassten sich die evangelischen Kirchgemeinden der drei Orte Lichtensteig, Wattwil und Krinau mit der Verschmelzung zu einer Kirchgemeinde. An der letzten ordentlichen Kirchgemeindeversammlung rückte jedoch die Kirchgemeinde Krinau von diesem Vorhaben ab. Kirchbürgerinnen und Kirchbürger in Wattwil und Lichtensteig hielten jedoch an ihren Vorhaben fest. Gestern nun wurde dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt, die Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Mittleres Toggenburg wurde gegründet.

Fusion vollzogen

Nach einem eindrücklichen Gottesdienst zum Reformationsfest, gestaltet von Pfarrer Tobias Claudy, fand die Gründungsversammlung der Kirchgemeinde Mittleres Toggenburg in der evangelischen Kirche in Lichtensteig statt. Eine Fusion von zwei oder mehrerer Kirchgemeinden muss gesetzesmässig durch eine Person des Kirchenrates der evangelischen Kantonalkirche des Kantons St. Gallen vollzogen werden. Und so hiess Urs Noser von der Kantonalkirche die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger willkommen. Dass dieser wichtige Schritt in eine neue Richtung am Reformationssonntag getan werden konnte, freute den Vorsitzenden ganz besonders.

Er zitierte unter anderem den Reformator Huldrych Zwingli, der in den Wirren der Reformationszeit gesagt habe: «Tut doch um Gottes Willen etwas Tapferes.» Er hoffe daher, so Urs Noser weiter, aus diesem Tag möge etwas Gutes entstehen. Wohin dieser Weg jedoch führe, wisse man nicht genau. Mit Vertrauen auf Gottes Führung dürfe sich dieser mutige Schritt aber sicher lohnen.

Heinrich Zweifel wird Präsident

Die beiden Kirchgemeinden haben auf diese Gründungsversammlung hin Personen gefunden, die ihre Bereitschaft bekundeten, in der neuen Vorsteherschaft ihre Dienste zu leisten. Nachdem die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger die Fusion angenommen hatten, wurde der neue Präsident der Kirchenvorsteherschaft gewählt. Der fusionierten Kirchgemeinde Mittleres Toggenburg steht Heinrich Zweifel als Präsident vor. Daraufhin wurden die folgenden acht Personen in die Kirchenvorsteherschaft gewählt: Albert Bösch, Wattwil, Barbara Bruderer, Lichtensteig, Daniel Glatz, Lichtensteig, Werner Häne, Wattwil, Samuel Junker, Wattwil, Esther Rechsteiner, Lichtensteig, Silvia Ruoss, Wattwil und Markus Vonwiller, Wattwil. Ursula Dornbierer, Wattwil, Pfarrerin Trix Gretler, Lichtensteig, Pfarrer Rainer Pabst Wattwil, Silvia Ruoss, Wattwil, Monika Storchenegger, Lichtensteig und Markus Vonwiller, Wattwil sind als Synodale in das Kirchenparlament gewählt worden.

In die Geschäftsprüfungskommission wurden Rolf Rechberger, Lichtensteig. Peter Koster, Wattwil, und Jörg Wittenwiler, Wattwil, gewählt. Als Ersatzpersonen der GPK gewählt wurden Peter Hüberli, Lichtensteig, und Heinz Schefer, Lichtensteig. Pfarrer Tobias Claudy wird als weitere Person am 25. März 2012 zur Wahl ins Pfarrteam vorgeschlagen. Für Esther Bruderer ging eine über 20jährige Tätigkeit als Mitglied in der Kirchenvorsteherschaft zu Ende. Die abtretende Wattwiler Kivo-Präsidentin dankte allen ihren Kolleginnen und Kollegen für die schöne Zusammenarbeit während dieser Zeitspanne.

Urs Noser von der Kantonalkirche konnte nach zahlreichen Würdigungen die gelungene Versammlung, die als ein wichtiger Meilenstein in die Geschichte eingehen werde, abschliessen und sprach die besten Wünsche für einen gelungenen Start beim Jahreswechsel aus.