Fusion als Fernziel der IG Skiregion

TOGGENBURG. Eine möglichst rasche Fusion der Toggenburg Bergbahnen AG und der Bergbahnen Wildhaus AG ist das Ziel der IG Skiregion Toggenburg. In der IG organisieren sich Kleinaktionäre der Toggenburg Bergbahnen AG. Sie wollen an der kommenden Generalversammlung Fragen stellen.

Katharina Rutz
Merken
Drucken
Teilen
In der Interessengemeinschaft Skiregion Toggenburg organisieren sich Kleinaktionäre der Toggenburg Bergbahnen AG. Ein Ziel der Interessengemeinschaft ist es, das Nadelöhr Iltios zu entschärfen. (Bild: Ralph Ribi)

In der Interessengemeinschaft Skiregion Toggenburg organisieren sich Kleinaktionäre der Toggenburg Bergbahnen AG. Ein Ziel der Interessengemeinschaft ist es, das Nadelöhr Iltios zu entschärfen. (Bild: Ralph Ribi)

TOGGENBURG. Die IG Skiregion Toggenburg hat sich im Frühling rund um den abgewählten Verwaltungsrat Stefan Sutter aus Alt St. Johann formiert. Nun erinnert die IG an die Versprechen, die im Vorfeld der Fusion zwischen der Sportanlagen Alt St. Johann-Sellamatt AG und der Bergbahnen Unterwasser Iltios Chäserrugg AG gegenüber den Aktionären geäusserte wurden. Damals wurde eine Aufwertung der Achse Unterwasser in Aussicht gestellt. Die Liste mit Anregungen der IG dafür ist lang: Ersatz Skilift Stöfeli, Zubringer Chäserrugg via Stöfeli, Espellift, sanitäre Anlagen Iltios, neues Bergrestaurant Chäserrugg, Beschneiung Ruggschöpf Stöfeli Iltios Espel, Beschneiung Verbindung Wildhaus Unterwasser via Ostabfahrt.

Kleinaktionäre befragt

Ausserdem hat die IG diesen Frühherbst zahlreiche Kleinaktionäre befragt. Etwa ein Drittel hat Anliegen geäussert. Die Kleinaktionäre wünschen sich, dass an zukünftigen Generalversammlungen betreffend Fortschritt und Stand der Projekte zur Achse Unterwasser Bericht erstattet wird. Generell wünschen sie sich eine offenere Kommunikation via Presse und Internet, zum Beispiel über Facebook oder Newsletter. Sie regen ausserdem an, dass ein Kleinaktionär als Vertreter der IG im Verwaltungsrat Einsitz nehmen soll. Schliesslich regen sie eine Qualitätsmessung der Dienstleistungen an. Und die Kleinaktionäre wollen Fusionsgespräche mit der Bergbahnen Wildhaus AG.

Fusion wird Thema an GV

«Eine Fusion ist die Bedingung für neue Investitionshilfe des Kantons St. Gallen», begründet Stefan Sutter. Mit diesen Anliegen wird die IG, vertreten durch Erhard Lee, an der GV auftreten. Erhard Lee ist Aktionär beider grossen Bergbahnunternehmen im oberen Toggenburg und Mitglied der IG Skiregion Toggenburg. Diese bietet allen Aktionären an, sich von der IG an der Generalversammlung vertreten zu lassen.

Entweder können sie mit ihren Aktien bei den Toggenburg Bergbahnen AG eine Zutrittskarte bestellen oder die Depotbank kann dies tun. Die Zutrittskarte können sie einem Aktionär ihres Vertrauens oder der IG übergeben.

Gegen Eigeninteressen

Die Kleinaktionäre ergreifen diese Initiative, da sie sich «klar gegen die immer dreister vorgetragenen Eigeninteressen von einzelnen Grossaktionären und Verwaltungsratsmitgliedern zum Nachteil der Unternehmung Toggenburg Bergbahnen AG stellen.» Dies schreibt die IG in einer Mitteilung. Namen nennt die IG keine. «Wir wollen im Verwaltungsrat eine angemessene Vertretung aller Aktionäre. Es ist deshalb auch wichtig, dass sich Aktionäre, die nicht an der Generalversammlung teilnehmen können, vertreten lassen. Sei dies nun über die IG oder einen anderen Aktionär. Nur auf diesem Weg kann unseren Anliegen das nötige Gewicht verliehen werden», erklärt Stefan Sutter. «Wir freuen uns, wenn andere sich auch mit der Weiterentwicklung des Toggenburgs befassen. Ich betrachte es als positiv, dass unsere Aktionäre sich die Zeit nehmen, sich für die Region Gedanken zu machen und sich für die Region zu engagieren», sagt Verwaltungsratspräsidentin Mélanie Eppenberger. Die Ideen aus der Zeit der Fusion seien sehr genau verfolgt und geprüft worden. Aus finanziellen oder aus strategischen Gründen seien einige von diesen Ideen im Moment auf die Seite gelegt worden, entgegnet sie auf die Frage nach den Fusions-Versprechen, die von der IG Skiregion Toggenburg gestellt wird. Mélanie Eppenberger gibt ausserdem zu bedenken, dass in dieser Branche die Konzessionen für 25 Jahre gegeben sind und dass man die Anlagen auf 20 bis 25 Jahre abschreiben kann. «Verglichen damit sind die drei Jahre seit der Fusion wenig Zeit», sagt sie und betont: «Der Verwaltungsrat überlegt sich lieber die Investition zweimal, statt die Nachhaltigkeit der Unternehmung mit Fehlinvestitionen in Gefahr zu bringen.» Bezüglich Kommunikation erfüllen die Toggenburg Bergbahnen als Aktiengesellschaft ihre Informationspflicht ihren Aktionären gegenüber.

Interessenkonflikte

Am 19. Oktober hat ein offenes Gespräch mit den Vertretern der IG stattgefunden. «Um unserer Gegend eine Chance zu geben, auch in der Zukunft im sich stets intensivierenden Wettbewerb mithalten zu können, reicht die Kapitalkraft in der Region nicht mehr aus. Bei der Kommunikation bezüglich des Projektes auf der Achse Unterwasser werden wir die neuen Akteure berücksichtigen müssen», so Mélanie Eppenberger. Auf den Vorwurf der IG, einzelne Verwaltungsräte würden nur ihre Einzelinteressen verfolgen, entgegnet die Verwaltungsratspräsidentin: «Es ist uns bewusst, dass grosse Aktionäre unter Interessenkonflikten stehen, da sie auch in anderen touristischen Unternehmungen involviert sind. Wir sind in unserer täglichen Arbeit bemüht, darauf zu achten, dass daraus keine Benachteiligung für die TBB AG entsteht.»