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Einen Tag in der Arbeitswelt schnuppern

Was macht eigentlich ein Logistiker und wie sieht der Arbeitsalltag eines Textiltechnologen aus? Gestern konnten Oberstufenschüler 42 Lehrberufe in ihrer Region erkunden.
Karin Erni
Merlin Steurer aus Wolfhalden lässt sich von Roger Wider vom Betrieb Willi Jenni in Grub die Arbeit des Carrosseriespenglers zeigen. (Bild: KER)

Merlin Steurer aus Wolfhalden lässt sich von Roger Wider vom Betrieb Willi Jenni in Grub die Arbeit des Carrosseriespenglers zeigen. (Bild: KER)

Er habe heute nicht besonders früh aufstehen müssen, sagt Patrick Stoffel aus Rehetobel. Seit morgens um sieben schnuppert der Zweitsekler Backstubenluft in der Bäckerei Weinburg von Irene und Hans Kern, die sich direkt an seinem Wohnort befindet. Während Patrick sorgfältig ein Blech mit Gipfeli-Teiglingen belegt, versucht Lilia Cawood am Tisch nebenan, einen riesigen Spitzbuben möglichst fantasievoll zu dekorieren. «Ich liebe es zu kochen und habe gerne Leute um mich herum», sagt die Schülerin. Darum habe sie sich für die Arbeit in der Bäckerei Weinburg angemeldet.

Patrick und Lilia sind zwei von 150 Schülerinnen und Schülern aus Heiden, Oberegg, Walzenhausen, Wolfhalden, Grub, Trogen, Wald und Rehetobel, welche gestern die Gelegenheit erhielten, einen Lehrberuf in einem regionalen Betrieb kennenzulernen. Hier können sie erstmals und auf unkomplizierte Weise in die Arbeitswelt hineinschnuppern. Einige stehen in einer Grossküche oder finden sich am Bett von Patientinnen und Patienten im Spital wieder. Andere bevorzugen die Arbeit in einer Autowerkstatt, vor dem Bildschirm am CAD-Programm oder auf der Baustelle.

Auf der Suche nach Lehrlingen

Organisiert wird der Berufserkundungstag vom Verein Appenzellerland über dem Bodensee. Dieses Jahr hätten die Jugendlichen aus 42 verschiedenen Berufen wählen können. Das sei ein neuer Rekord, teilt der Verein mit. Die 55 teilnehmenden Betriebe in der Region schätzten die Möglichkeit, ihren Beruf und den Betrieb zu zeigen. Immer wieder ergibt sich aus dem Berufserkundungstag später ein Lehrverhältnis. Das Engagement und das Interesse der Betriebe sind entsprechend hoch. Auch der Bäcker Hans Kern ist derzeit auf der Suche nach einem Lehrling. «Es ist keine einfache Sache. Jetzt kommen die geburtenschwachen Jahrgänge in die Lehre. Es gibt nur noch zwei Berufsschulklassen für Bäcker-Konditoren-Confiseure in der Ostschweiz.» Patrick Stoffel wird wohl kaum der neue Lehrling bei Hans Kern werden, obwohl ihm die Arbeit gefällt. «Ich probiere erst einmal die Kantiprüfung zu schaffen.»

Fabrikarbeit und Werkstattduft

Ganz anders als die praktische Arbeit in der Bäckerei gestaltet sich der Besuch der Schüler bei der Sefar. Beim grossen Produktionsbetrieb wird unter anderem die Ausbildung zum Textiltechnologen angeboten. Bei der präzisen Herstellung der technischen Gewebe können die Jugendlichen nicht selber mitwirken, sondern lediglich zusehen. Sie werden von Fachleuten durch die verschiedenen Abteilungen geführt und erhalten alle Arbeitsschritte vom dünnen Faden bis zum fertigen Gewebe genau erklärt.

Auch in der Carrosseriespenglerei von Willi Jenni in Grub beschränkt sich der Besuch des Schülers Merlin Steurer aus Wolfhalden vor allem auf das Zuschauen. «Die frisch lackierten Autoteile sind sehr empfindlich», sagt Mitarbeiter Roger Wider. Die Arbeit habe sich stark verändert, da heute an den Autos immer weniger repariert werde. Stattdessen würden defekte Teile praktisch nur noch ausgetauscht. Trotzdem sieht er eine Zukunft für Berufsabsolventen. «Solange es Autos und Versicherungen gibt, gibt es auch Carrosseriespengler und -lackierer.»

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