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Kirche Herisau: Abstimmung zur Millionensanierung steht an

Die Verantwortlichen der Gemeinde und der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde unterstreichen an einem Informationsabend die Bedeutung der Sanierung der Dorfkirche und des Nebengebäudes. Dabei sind auch neue Anforderungen zu berücksichtigen.
Lukas Pfiffner
Die Kirche und das asymmetrische Nebengebäude im Modell – am Mikrofon Gemeinderat Max Eugster. (Bild: Lukas Pfiffner)

Die Kirche und das asymmetrische Nebengebäude im Modell – am Mikrofon Gemeinderat Max Eugster. (Bild: Lukas Pfiffner)

Hans-Ulrich Sturzenegger, Präsident des Vereins Dorfkirche, fasste zusammen: «Einer der grössten Versammlungsorte in Herisau gewinnt an Attraktivität. Das Projekt hat für die Zentrumsentwicklung und gesellschaftlich eine hohe Bedeutung.» Die Vorsteherschaft der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde hatte zu einem Informationsabend eingeladen; gut 50 Personen fanden sich am Donnerstag in der Kirche ein. Angedacht seien ein Baubeginn im Frühling 2020 und eine Bauzeit von 18 Monaten, erklärte Architektin Eva Keller. Sie stellte das Projekt vor, mit der Innensanierung, unterirdischen Nebenräumen, der Umgebungsgestaltung und dem Nebengebäude. Letzteres wird einen Raum für ungefähr 40 Personen beinhalten und in einer asymmetrischen Form den Kirchenpark abrunden, sagte sie.

Fredi Altherr ergänzte ihre Ausführungen aus denkmalpflegerischer Sicht. Er unterstrich die Wichtigkeit der Sanierung mit dem Hinweis, dass es nicht nur darum gehe, «jetzt das zu flicken, was kaputt ist.» Man müsse auch neue Anforderungen berücksichtigen und in Einklang mit der Pietät bringen. «Wir können nicht einfach ein paar WC-Häuschen im Kirchenpark aufstellen.»

Jährlich rund 280 Veranstaltungen

Pro Jahr finden rund 280 Anlässe in der Kirche statt – kirchliche und weltliche. Das Militär nützt sie, kulturelle Veranstaltungen werden abgehalten. «Es ist schön, wenn die Kirche belebt ist», sagte Uschi Hofmänner, die Präsidentin der Kirchenvorsteherschaft. «Aber mit all dem Einrichten und Versorgen von Material sind die Bedingungen für unsere Mitarbeitenden nicht mehr zu verantworten.» Die Kirchenvorsteherschaft beantragt, am 10. Februar einer Ergänzung zur Vereinbarung mit der Gemeinde über Nutzung und Kostentragung bei der Dorfkirche zuzustimmen. «Der Zustand der Kirche hat sich nicht an die ursprünglich angedachte Vereinbarung gehalten», meinte Gemeinderat Max Eugster, der dem Ressort Hochbau/Ortsplanung vorsteht.

Beat Dick, Kassier der Kirchgemeinde, erläuterte, dass gemäss einer Vereinbarung aus dem Jahre 2000 die Gemeinde als Besitzerin der Kirche bei Renovationen zwei Drittel der Kosten übernehme und die Kirchgemeinde einen Drittel. Gestützt auf diese Abmachung bezahlt die Kirchgemeinde seither jährlich rund 48000 Franken in ein gemeinsames Verpflichtungskonto. Aus diesem soll rund 1 Million Franken für die Renovation verwendet werden. Bei Gesamtkosten von rund 6,8 Millionen Franken und einem Beitrag der Denkmalpflege entfallen für die Gemeinde voraussichtlich Kosten von rund 3,1 Millionen Franken und für die Kirchgemeinde von 1,5 Millionen Franken. Die Gemeinde wird die Ausgaben vorerst ganz finanzieren. «Die Kirchgemeinde leistet ihren Anteil während 25 Jahren mit zusätzlichen Beiträgen von jeweils rund 70000 Franken», sagte Beat Dick. Da die Steuereingänge schwer abschätzbar seien, kann mittelfristig eine Steuererhöhung notwendig werden.

Vielfältig und gemeinsam nützen

Das fakultative Referendum wurde nach den Entscheiden der politischen Gemeinde nicht ergriffen. Man werde gezwungen, mit dem Nebengebäude weiteren Raum zur Verfügung zu stellen, lautete allerdings eine kritische Wortmeldung. «Dabei haben wir mit dem Kirchgemeindehaus Kapazitäten geschaffen.» In allen Referaten des Abends wurde die Bedeutung des Zusatzgebäudes verdeutlicht. Dieses sei auch im Einwohnerrat ein Thema gewesen, sagte Max Eugster. «Es geht im Projekt nicht nur darum, die bauphysikalischen Probleme der Kirche endlich zu lösen. Es soll und kann ein wichtiger Beitrag ans Dorfleben geleistet werden.» Private Lokale seien immer weniger zu finden. «Deshalb möchten wir als Gemeinde und Kirche etwas auf die Beine stellen, was gemeinsam genützt werden kann.» Geeignet ist das Nebengebäudes etwa für Apéros, Sitzungen, Vereinsanlässe, Einladungen, den Christchindlimarkt oder «Usegstuehlet». Uschi Hofmänner ergänzte: «Wir haben uns von Fachleuten überzeugen lassen, dass die Kirche nicht wie eine Stube immer wieder für Kirchenkaffee und Apéros aufgeheizt werden darf.» Natürlich könne man sich im Kirchgemeindehaus treffen, aber viele Gottesdienstbesucher seien nicht mehr gut zu Fuss. «Von denen würden dann viele heimgehen.»

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