Neue Kompositionen der Appenzeller Bahnen: Fünf Bräuche auf Schienen

Die Appenzeller Bahnen haben ihre alten Züge durch neue ersetzt. Nicht nur die Kompositionen haben sich geändert, sondern auch deren Namen. Diese erinnern nicht mehr an die Gemeinden.

Gwendoline Flückiger
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Die alten Züge wurden nach Ortschaften benannt. (Bild: PD)

Die alten Züge wurden nach Ortschaften benannt. (Bild: PD)

Seit August verkehren im Appenzellerland neue Züge. Die «Walzer» und «Tangos» ersetzen die bisherigen Fahrzeuge der Appenzeller Bahnen (AB). Zusätzlich zum Aufbau hat sich auch die Namensgebung der Züge geändert.

Auf der Strecke Gossau-Appenzell-Wasserauen sind bereits drei der fünf «Walzer» in Betrieb.Die «Charakterzüge», wie sie auf der Webseite heissen, sind im Gegensatz zu den alten Fahrzeugen nicht Ortschaften, sondern Appenzeller Bräuchen gewidmet und entsprechend benannt. So heissen sie: Silvesterchlausen, Alpfahrt, Stobete, Betruf und Bloch. Im Zugesinneren erinnern passende Bilder und Texte die Reisenden an den jeweiligen Brauch. «Touristen sollen beim Besteigen des Wagens in Gossau bereits den Eindruck haben, im Appenzellerland zu sein», sagt AB-Mediensprecherin Sabrina Huber.

Verschiedene Gründe für die neue Benennung

Die neuen Züge haben eine fixe Komposition, was bedeutet, dass keine einzelnen Wagen getauft werden können sondern nur das gesamte Fahrzeug. Die neue Benennung der Fahrzeuge habe auch einen praktischen Grund. «Die <Walzer> nach Ortschaften zu benennen funktioniert nicht mehr, weil es auf der Strecke mehr als fünf Gemeinden und Bezirke gibt», erklärt Sabrina Huber. Eine neue Generation von Zügen, benötige auch einen neuen Namen und dieser soll kreativ ausfallen. Da im Appenzellerland das Brauchtum noch sehr stark gelebt wird, sei es nahliegend, die Züge entsprechend zu benennen.

Offiziell Getauft seien die «Walzer» noch nicht. Dies soll im Laufe des nächsten Jahres geschehen.