Fürs laufende Jahr zeichnen sich schwarze Zahlen ab

Für 2016 hat die Stadt rote Zahlen budgetiert. Anstelle eines Defizits von 6,3 Millionen Franken dürfte aber ein Einnahmenüberschuss resultieren. Vermutlich sind sogar Rückstellungen möglich.

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Die Vorschriften für die Rechnungslegung der öffentlichen Hand verlangen Vorsicht bei der Budgetierung. Die Stadtsanktgaller Finanzverantwortlichen beachten dieses Gebot seit den Tagen von Stadtammann Heinz Christen mit Eifer. Das führt zum Phänomen, dass die Stadtrechnungen seit der Jahrtausendwende statt dem vorher prognostizierten kleinen Verlust regelmässig schwarz und teilweise sogar sehr viel besser als erwartet abgeschlossen haben. Kritiker nennen den Vorgang leicht spöttisch «das regelmässige Finanzwunder von St. Gallen».

Steuereinnahmen wachsen weiter

Noch «liege etwas Nebel im Zielgebiet», doch sei absehbar, dass die St. Galler Stadtrechnung 2016 besser als veranschlagt abschneiden werden, liess Stadtpräsident Thomas Scheitlin gestern Montag bei der Vorstellung des Budgets 2017 durchblicken. Bei den Einnahmen sei man gut «auf Zielkurs»: Sie fielen höher als erwartet aus. Bei den Ausgaben liege man im Budget. Wenn da nicht noch in letzter Minute böse Überraschungen zum Vorschein kämen, werde es in der laufenden Rechnung 2016 ein schwarzes und kein rotes Schlussresultat geben. Zudem zeichne sich ab, dass man zusätzliche Rückstellungen werde vornehmen können. Zurückzuführen ist die positive Entwicklung vor allem auf höhere Steuereinnahmen. Die positive Entwicklung in diesem Bereich ist auf die anhaltend gute Wirtschaftslage zurückzuführen.

Eigenfinanzierungsgrad besser als erwartet?

Auch die Investitionsrechnung 2016 dürfte unter dem Strich besser ausfallen als budgetiert. Der Eigenfinanzierungsgrad (EFG) werde vermutlich höher als die angenommenen 57,3 Prozent, sagten Thomas Scheitlin und Michael Urech, Chef des städtischen Finanzamtes, gestern vor den Medien. Der EFG 2016 werde aber sicher nicht die angestrebte Marke von 100 Prozent erreichen. Sie bedeutet, dass die Stadt ihre Investitionen aus dem eigenen Sack finanzieren kann. Ende 2015 hatte der Eigenfinanzierungsgrad überraschend bei 99,8 Prozent gelegen. So ein Wert werde im laufenden Jahr nicht erreichbar sein, zeigten sich Scheitlin und Urech überzeugt. 2015 sei ein Ausnahmejahr gewesen, weil geplante Investitionen damals nicht hätten vorgenommen werden können. (vre)

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