Für weitere 300 Jahre gerüstet

Am Samstag wurde die «sprechende Brücke» im Hundwilertobel offiziell wiedereröffnet. Das Bauwerk des Teufner Baumeisters Hans Ulrich Grubenmann aus dem Jahr 1778 wurde im vergangenen Jahr saniert.

Roman Hertler
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Die frisch renovierte «sprechende Brücke» (erbaut 1778) zwischen Hundwil und Urnäsch soll wieder 300 Jahre begehbar sein. (Bilder: rh)

Die frisch renovierte «sprechende Brücke» (erbaut 1778) zwischen Hundwil und Urnäsch soll wieder 300 Jahre begehbar sein. (Bilder: rh)

HUNDWIL/HERISAU. Es ist vollbracht. Die Sanierung der «sprechenden Brücke» auf dem alten Landsgemeindeweg zwischen Herisau und Hundwil wurde plangemäss im vergangenen Oktober abgeschlossen. Beteiligte und Behörden feierten am Samstagmittag direkt auf der Brücke über der friedlich plätschernden Urnäsch bei einem feinen Mittagessen das Richtfest.

Gezimmert und gemauert

Die Brücke wurde vom Moos befreit, der Boden wurde neu verschraubt und erhielt eine neue Fahrbahn. Zudem wurde das unterspülte Fundament der Brücke mit Steinen aus der Urnäsch ausgebessert. Mit rund 25 000 Lärchenschindeln und je zwei Nägeln wurde das Dach neu gedeckt. Es sei eine schöne und spannende Arbeit gewesen, sagte einer der Dachdecker. Seine Finger habe er beim Hämmern kein einziges Mal getroffen, bestätigt er auf Nachfrage des Bauleiters und Hundwiler Gemeinderats Willi Schläpfer. Weil das Holz teilweise verfault war, mussten die Portale neu gezimmert werden. Davon war wegen des Regens und der Feuchtigkeit besonders die Herisauer Seite betroffen. «Wir müssen wohl nochmals über den Kostenverteilschlüssel sprechen», sagte Schläpfer dem Herisauer Gemeindepräsidenten Renzo Andreani mit einem Augenzwinkern. Die budgetierten 200 000 Franken wurden vor allem wegen des schlechten Zustands des Portals auf Herisauer Seite um 64 000 Franken überschritten.

Holz verfärbt sich schnell

An der Budgetüberschreitung nahm allerdings keiner der Anwesenden Anstoss. Stattdessen wurden die Gläser erhoben ob der gelungenen Arbeit. Auch der Ausserrhoder Denkmalpfleger Fredi Altherr zeigte sich erfreut. «Man darf und soll die Flicken an der Brücke sehen», sagte er. Bis die Sonne das Holz verfärbt habe, vergehe ohnehin nicht viel Zeit.

Die Handwerker: Bauleiter und Gemeinderat Willi Schläpfer (2. v. l.), Statiker Paul Grunder (2. v. r.) mit Schreiner, Dachdecker und Maurer.

Die Handwerker: Bauleiter und Gemeinderat Willi Schläpfer (2. v. l.), Statiker Paul Grunder (2. v. r.) mit Schreiner, Dachdecker und Maurer.

Die Behörden: Hundwiler Baukommission mit Gemeindepräsidentin Margrit Müller (3. von links) und Denkmalpfleger Fredi Altherr (rechts).

Die Behörden: Hundwiler Baukommission mit Gemeindepräsidentin Margrit Müller (3. von links) und Denkmalpfleger Fredi Altherr (rechts).