Für Urnäscher Post wird's eng

Die Post öffnet ihre Dienststelle in Urnäsch künftig nur noch eingeschränkt und begründet dies mit rückläufiger Nachfrage. Der Gemeinderat und eine örtliche Kommission werden somit für ihre Bemühungen schlecht entlöhnt.

Bruno Eisenhut
Drucken
Teilen

URNÄSCH. Die Schweizerische Post AG macht Nägel mit Köpfen: Per 1. Oktober ändert sie die Öffnungszeiten der Poststelle in Urnäsch, und dies drastisch. Wie die Post dieser Tage via Flyer der Urnäscher Bevölkerung mitteilte, sind die Schalter fortan werktags von 8 Uhr bis 10.30 Uhr und 16 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Samstags öffnet der gelbe Riese die Türen von 8 Uhr bis 10.30 Uhr. Diese Einschränkung kommt einer Reduktion der Öffnungszeiten um 40 Prozent gleich. Mit rückläufiger Nachfrage begründet die Post ihren Entscheid.

Rat beauftragt Kommission

Bereits im Sommer wurde der Gemeinderat Urnäsch von der Post über deren Vorhaben in Kenntnis gesetzt. Mit den beabsichtigten Öffnungszeiten wollte sich der Rat nicht anfreunden und beauftragte die örtliche Wirtschafts- und Dorfinfrastrukturkommission, Verhandlungen mit der Post aufzunehmen. Insbesondere die Tatsache, dass umliegende Gemeinden oder Bezirke von der Post mit umfangreicheren Öffnungszeiten bedient werden, stiess dem Gemeinderat sauer auf. Schriftlich protestierte die Wirtschafts- und Dorfinfrastrukturkommission bei der Post und forderte eine wirtschaftliche und sachlich begründete Stellungnahme zu den geplanten Anpassungen. Das Vorhaben der Post zeigt jetzt aber: Die Post lässt sich nicht von ihrer geplanten Anpassung der Öffnungszeiten abhalten, aller Einwände der örtlichen Kommission zum Trotz.

Kommission hofft weiter

Seitens der Kommission zeigt man sich enttäuscht über den Ausgang. Bei einer täglichen Öffnungszeit von viereinhalb Stunden und durchschnittlich 135 Kunden stünden jedem Kunde nur gerade gut zwei Minuten zur Verfügung. Zu wenig, finden die Kommissionsmitglieder. Zudem weisen sie darauf hin, dass die neuen Öffnungszeiten nicht der neuen Postverordnung entsprechen. Weiter beanstanden die Mitglieder, dass Geschäftskunden künftig eine Sonderlösung in Betracht ziehen müssen. Ein Funken Hoffnung für die Urnäscher Poststellenbenutzer aber bleibt. Laut Information der Wirtschafts- und Dorfinfrastrukturkommission erklärt sich die Post bereit, nach einer Versuchsphase die Situation neu zu beurteilen. Die Kommissionsmitglieder fordern deshalb die Bevölkerung auf, allfällige Wartezeiten zu notieren.

Post bleibt standhaft

Standhaft zeigen sich die Postverantwortlichen. Sie berufen sich auf langjährige Erfahrungswerte. Die Anzahl Kunden sage nichts aus über den Zeitbedarf pro Kunde. Dieser könne zwischen wenigen Sekunden und mehreren Minuten liegen, gibt die zuständige Kommunikationsleiterin bekannt. Die geplanten Öffnungszeiten hätten mit den umliegenden Gemeinden und Bezirken nichts zu tun. Vielmehr sei die Situation vor Ort und damit vor allem die lokale Nachfrage entscheidend. Nach einer Versuchsphase stehe die Post für weitere Diskussionsrunden bereit. Dabei hält die Kommunikationsverantwortliche jedoch fest, dass es nur um die Verteilung der Öffnungszeiten über den Tag gehen wird, nicht aber um deren Länge.