Für Frieden und mehr Menschlichkeit

HEIDEN. Henry Dunant hatte vor 150 Jahren den Grundstein für das heute noch gültige humanitäre Völkerrecht gelegt. 1864 unterzeichneten zwölf Staaten die erste Genfer Konvention. In Heiden, Dunants letztem Wohnort, begeht man dieses Jubiläum mit einem Gedenktag.

Julia Nehmiz
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Die Friedensglocke in Heiden wird morgen Samstag geläutet. (Bild: Michael Genova)

Die Friedensglocke in Heiden wird morgen Samstag geläutet. (Bild: Michael Genova)

150 Jahre alt und noch immer hochaktuell: die Genfer Konvention. Das Heidler Henry-Dunant-Museum lädt morgen Samstag zur Gedenkfeier. Gemeinsam mit dem Verein Dunant2010plus und der Vereinigung Ärzte gegen Atomkrieg wird eine Reihe von Veranstaltungen organisiert.

Eine Glocke für den Frieden

«Die erste Genfer Konvention wurde am 22. August 1864 von zwölf Staaten unterzeichnet», sagt Josef Büchelmeier, Vorstandsmitglied des Vereins Henry-Dunant-Museum. Man habe jedoch bewusst den 9. August als Veranstaltungsdatum gewählt, da an diesem Tag vor 59 Jahren der Atombombenangriff auf die japanische Stadt Nagasaki geschah. Das Heidler Dunant-Museum ist im Besitz der «Peace Bell», die morgen geläutet wird, um dem gemeinsamen Wunsch nach Frieden auf der ganzen Welt Ausdruck zu verleihen. «Die Friedensglocke ist eine Kopie der Glocke der ältesten christlichen Kirche Nagasakis», sagt Büchelmeier. Diese Glocke hatte wie durch ein Wunder den Atombombenangriff 1945 unbeschadet überstanden. Weltweit gibt es eine Handvoll Nachbildungen der Friedensglocke.

Der Genfer Konvention, sie bildet die Grundlage für das heutige humanitäre Völkerrecht, gedenkt das Heidler Museum mit der Sonderausstellung «Was zählt der Mensch», die vergangenen Oktober Vernissage feierte. «Wir hatten ursprünglich geplant, die Ausstellung bis Herbst dieses Jahres zu zeigen», sagt Büchelmeier, «doch wegen des grossen Interesses wird sie bis Ende Jahr verlängert.» Zudem wird sie auf Reisen geschickt: Eine Kopie der Ausstellung geht demnächst nach Baden-Württemberg und Anfang 2015 nach Luzern.

Humanitäres Völkerrecht heute

Morgen Samstag wird der 150. Jahrestag der ersten Genfer Konvention mit Veranstaltungen in Heiden, dem langjährigen Wohnort Henry Dunants, gefeiert. Rolf G. Heintze, Leiter des Bochumer Instituts für Friedenssicherungsrecht und humanitäres Völkerrecht, geht der Frage nach (siehe Kasten), wie aktuell das humanitäre Völkerrecht heute ist, und wie es sich durchsetzen könnte. Die Konflikte und Kriege in Gaza, der Ukraine oder Syrien sind traurige Beispiele für die Wichtigkeit der Genfer Konvention, die unbeteiligte Zivilisten vor Kriegsgreuel schützen will.

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