Für den Winter zuversichtlich

Auch Toggenburger Hotels und das Reka-Feriendorf erhalten die Buchungen der Gäste immer kurzfristiger. Toggenburg Tourismus nennt unter anderem die neue Gondelbahn auf den Chäserrugg als Beispiel für neue Attraktionen.

Martin Knoepfel
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Bei schönem Wetter haben die Skifahrer von Wildhaus aus eine unverstellte Sicht auf den Säntisgipfel. (Bild: pd)

Bei schönem Wetter haben die Skifahrer von Wildhaus aus eine unverstellte Sicht auf den Säntisgipfel. (Bild: pd)

TOGGENBURG. Mit Weihnachten beginnt die touristische Hochsaison im Toggenburg. Da stellt sich die Frage, wie viele Buchungen die Hotels jetzt bereits haben. Dabei stellt der neueste Trend die Hoteliers vor Probleme: Schweizer Gäste buchen offenbar immer später. Diese Tendenz spürt nicht nur die klassische Hotellerie, sondern auch das Reka-Feriendorf Wildhaus, wie Julia Scheidegger, stellvertretende Leiterin Marketing und Kommunikation der Genossenschaft, auf Anfrage dieser Zeitung bestätigt.

Mit Sommer zufrieden

Laut Sonja Fuchs gingen die Logiernächte während der Sommersaison wie in anderen Gebieten in der Schweiz auch im Toggenburg zurück. Sonja Fuchs ist Leiterin Marketing und Co-Geschäftsführerin von Toggenburg Tourismus. Das Zimmerangebot sank ebenfalls (siehe Zusatztext). Die Zahl der Gäste aus dem Euroraum habe abgenommen, sagt Sonja Fuchs weiter. Sie erklärt das mit dem Eurokurs. Vier von fünf Gästen im Toggenburg stammten aus der Schweiz.

Sonja Fuchs wertet die letzte Sommersaison als «gesamthaft gesehen gut fürs Toggenburg.» «Das schöne Wetter, das attraktive Wanderwegnetz, die wunderbare Natur, die abwechslungsreichen Themenwege wie der Klangweg haben für viele Gäste im Toggenburg gesorgt.» Zudem weist sie auf die Eröffnung des neuen Gebäudes der Architekten Herzog & de Meuron auf dem Chäserrugg hin.

Einbusse bei Buchungen

Auch das Reka-Feriendorf in Wildhaus musste im Sommer 2015 eine Einbusse der Buchungen um 13 Prozent hinnehmen. Julia Scheidegger führt das auf zwei Faktoren zurück. Zum einen hätten wegen des Euro-Effekts mehr Schweizer Ferien im Ausland verbracht, während zugleich weniger Deutsche nach Wildhaus gekommen seien.

Zum anderen erklärt sie den Rückgang der Buchungen mit dem schlechten Wetter im Sommer 2014. Dies habe viele Gäste davon abgehalten, im Sommer 2015 ins Toggenburg zu kommen. Landesweit nahmen die Buchungen in den 13 Reka-Feriendörfern im Sommer 2015 dagegen um ein Prozent zu.

Keine Senkung auf breiter Front

«Die Rückmeldungen der Hoteliers haben ergeben, dass sie die Preise nicht auf breiter Front gesenkt haben», schreibt Sonja Fuchs. Dank der Einführung des Dynamic Pricing könnten Hotels rascher auf die Kundenbedürfnisse eingehen. Der mittlere Zimmerpreis sei nicht gesenkt worden. Dynamic Pricing bedeutet, dass Hotels den Zimmerpreis kurzfristig anpassen, wenn sie noch freie Kapazität haben.

Reka arbeite nicht gewinnorientiert, mit fairen, kostendeckenden Preisen, antwortete Julia Scheidegger. Die Kurtaxe sei nicht mehr im Mietpreis inbegriffen. Deshalb seien die Preise für die kommende Saison etwas tiefer als für die bisherige.

Das neue Gipfelgebäude von Herzog & DeMeuron auf dem Chäserrugg werde erstmals den Wintersportlern offen stehen, antwortet Sonja Fuchs auf die Frage nach neuen Attraktionen in der kommenden Wintersaison. Zusätzlich werde die neue 10er-Gondelbahn auf den Chäserrugg eröffnet. In der Family-Line in Wildhaus mit ihren Wellen, Mulden und Steilwandkurven gebe es auch dieses Jahr Neuerungen und Erweiterungen. Die Bergbahnen Wildhaus wollen mit dem Bau der Strecke mit der 360-Grad-Kurve und dem Tunnel beginnen, sobald genug Schnee liegt. Das schreiben sie auf ihrer Homepage.

Wie im Vorjahr

Das Bettenangebot im Reka-Feriendorf in Wildhaus bleibt in der kommenden Saison unverändert. Als Attraktionen für die Gäste werden vom 2. bis zum 15. Januar und vom 27. Februar bis zum 11. März 2016 in Wildhaus Schneespielwochen für Kinder ab zwei bis vier Jahren durchgeführt.

Im Reka-Feriendorf entspreche der Buchungsstand dem Vorjahr. Momentan seien 70 Prozent des Vorjahresumsatzes gebucht. Es seien noch viele attraktive Angebote verfügbar, antwortet Julia Scheidegger. Eine halbe Million asiatischer Gäste rettete den Schweizer Hotels die Sommersaison. Das geht aus der Beherbergungsstatistik des Bundesamts für Statistik hervor. Im Toggenburg spielte dieser Effekt nicht. Weder die Reka-Genossenschaft noch Toggenburg Tourismus bearbeiten den asiatischen Markt aktiv.

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