Für das Amt einen Lebenstraum aufgegeben

Vor 13 Jahren ist Dorothea Altherr nach Frankreich gezogen, um dort ein Chambre d'hôte, ein Gästehaus, zu führen. In diesem Jahr kehrte sie zurück, um als Gemeindepräsidentin von Trogen zu kandidieren. Die Wahl hat sie mit Bravour geschafft und lebt nun wieder in ihrer alten Heimat.

Karin Erni
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Dorothea Altherr Gemeindepräsidentin Trogen (Bild: apz)

Dorothea Altherr Gemeindepräsidentin Trogen (Bild: apz)

Wie ist es, nach so langer Abwesenheit zurückzukehren? «Es ist mir sehr wohl hier», sagt Dorothea Altherr. Das Zurückkehren in die Schweiz habe sie nicht als schwierig empfunden. Der grösste Unterschied sei, dass die Leute hier dichter aufeinander lebten. Sie wohne zwar wieder in einem Haus im Grünen. «Ich staune aber immer wieder, wie kurz die Distanzen sind und wie schnell man irgendwo ist.» Vermissen tut sie indes ihren Partner, der noch in Frankreich geblieben ist. Er müsse sich noch um seine betagte Mutter und um das Haus kümmern. Doch sein baldiger Umzug in die Schweiz sei beschlossene Sache. Ob ihm dies ebenso gut gelingen wird wie ihr? Sie sei optimistisch, sagt Altherr. «Er bereitet sich intensiv darauf vor und kennt schon einige Leute, die bei uns zu Gast waren.»

Wichtige Beziehungen

Es waren die Kinder, Enkel und Eltern, die zur Rückkehr nach Trogen bewegten. «Je älter man wird, desto wichtiger werden Beziehungen», sagt Dorothea Altherr. «Ich wusste immer, dass ich im Alter wieder in Trogen leben möchte.» Auch die direkte Demokratie, wie sie in der Schweiz gepflegt werde, habe sie zunehmend vermisst. «Das funktioniert in Frankreich schon etwas anders.» Der Gedanke an eine Rückkehr sei mit den Jahren immer konkreter geworden. «Doch das Loslassen der Idee des Gästehauses war schwierig, denn es war ein Lebenstraum, den ich mir erfüllt hatte.»

Kandidatur gut überlegt

Den Ausschlag gaben schliesslich einige Trogner Einwohner, die sie ermunterten, als Gemeindepräsidentin zu kandidieren. Sie habe sich die Kandidatur gut überlegt, sagt Altherr. «Ich habe genau hingeschaut, wie die Stimmung ist, und habe viele Gespräche geführt. Mein Gegenkandidat war früher ein Kollege im Gemeinderat und es bestand ein gewisses Risiko, nicht gewählt zu werden. Wichtig war mir, den Trognerinnen und Trognern eine Wahl zu bieten.» Die Bedenken waren unnötig, wie sich zeigte. «Es war unheimlich schön zu spüren, dass das Vertrauen in meine Person immer noch da ist», sagt sie über ihre Wahl. Die Zeit in Frankreich habe sie genossen, sie habe ihr Leben bereichert, sagt Dorothea Altherr rückblickend. «Ich bereue nichts, man wächst an allem, was man tut, und wäre ohne das Erlebte nicht die Person, die man ist.»

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