Fülle von Sternen und Himmelsobjekten zu sehen

Blick zum Toggenburger Sternenhimmel im Januar 2017

Hanspeter Steidle
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Sonne

Aufgang:

1. Januar, 8.17 Uhr MOZ

31. Januar, 7.58 Uhr, MOZ

Untergang: 1. Januar, 16.36 Uhr, MOZ

31. Januar, 17.16 Uhr, MOZ

MOZ: Mitteleuropäische (Winter-)Ortszeit

Ortszeit: Region Toggenburg

Mond

Vollmond:

Donnerstag, 12. Januar, im Sternbild Zwillinge

Neumond:

Samstag, 28. Januar, im Sternbild Steinbock

Planeten

Merkur: Tief im Südosten kann der kleine Planet Mitte Januar am Morgen kurz beobachtet werden, aber nur bei klaren Sichtbedingungen.

Venus: Sie ist der strahlende Abendstern während des ganzen Monats.

Mars: Er kann noch am Abend im Westen gesehen werden. Für Beobachter mit Fernrohr ist er nicht mehr interessant.

Jupiter: Wer gerne nach Mitternacht den Himmel beobachten möchte, wird dann den Jupiter sehen. Er befindet sich nördlich des Sterns Spica, des Hauptsterns im Sternbild Jungfrau. Am 19. Januar wird der Mond gegen 6 Uhr in der Nähe der beiden hellen Sterne sein.

Saturn: Leider lässt sich der Ringplanet im Januar nicht gut beobachten. Er geht am 15. Januar gegen 6 Uhr auf und lässt sich nur kurz blicken, weil er nach 7 Uhr in der Morgendämmerung verschwindet.

Sterne und Milchstrasse

Der Januarhimmel bietet für alle Beobachter, mit oder ohne Fernrohr, eine Fülle von Sternen und interessante Himmelsobjekte. Im Zenit leuchtet ein Stern-Fünfeck. Es ist das Sternbild Fuhrmann mit der Ziege. Der hellste, nördlichste Stern heisst auch Capella, auf Deutsch: Ziege. Auf alten Sternbild-Darstellungen hält ein Mann eine Ziege im Arm. Etwas westlich des hellen Sterns Capella sehen wir eine Reihe von Sternen, die von Norden nach Süden wie in einer Reihe stehen. Das ist das Sternbild Perseus. Von dieser Sternenreihe geht noch eine seitliche Sternenkette ab. Der äusserste Stern dieser Kette scheint hell. Es ist der Stern Algol. Der Name Algol stammt aus dem Arabischen und heisst «Teufelsstern». Schon in alter Zeit fiel dieser Stern auf. Innerhalb von ca. drei Tagen schwankt seine Helligkeit stark. Es handelt sich, wie wir heute wissen, um einen bedeckungsveränderlichen Stern. Das ist ein Stern mit einem dunklen Begleiter, der ihn in drei Tagen umrundet. Vom Stern Algol aus in westlicher Richtung erkennen wir das kleine Sternbild Dreieck. Unterhalb des Dreiecks sehen wir zwei hellere Sterne, welche zum Sternbild Widder gehören. Der Widder ist ein ganz kleines Sternbild, im Gegensatz zu den westlich anschliessenden Fischen. Fast das ganze Sternbild Pegasus hat zwischen den Fischen Platz. Im Osten leuchten die Wintersternbilder. Das bekannteste ist der Orion (auf Deutsch: Jäger). Gegen Mitternacht rücken die sechs hellen Wintersternbilder Zwillinge, Fuhrmann, Stier, Orion, Grosser Hund, Kleiner Hund in den Meridian.

Stier und die Plejaden fallen auf

Auffallend sind zwei «Figuren» am Himmel: das Sternbild Stier und die Plejaden. Der Kopf des Stiers bildet ein liegendes «V», das leicht zu erkennen ist. Etwas nördlicher sehen wir das berühmte Sternensieb, die Plejaden. Zwischen dem V und den Plejaden geht die Ekliptik hindurch. Schon in alten Zeiten wurde der Durchgang durch die beiden Objekte «Goldenes Tor» genannt. Von etwa 4000 v. Chr. bis 1500 v. Chr. befand sich der Frühlingspunkt (21. März) im «Goldenen Tor». Wegen der Präzession der Erdachse wandert der Frühlingspunkt laufend. Astronomisch befindet sich der Frühlingspunkt immer noch in den Fischen, astrologisch aber bereits im Sternbild Wassermann. Im Südosten funkelt ein ganz heller Stern: Sirius. Man schätzt, dass er erst etwa 240 Millionen Jahre jung ist. Das ist für astronomische Verhältnisse noch kein Alter für einen Stern. Da hat unsere Sonne mit ca. 4,5 Milliarden Jahren schon einige Jahre mehr hinter sich. Der Sirius ist einer der uns am nächsten liegenden Sterne. Er ist nur 8,6 Lichtjahre entfernt. Der Sirius hat auch einen Begleiter, den man selbst im Fernrohr kaum sehen kann, weil der Sirius so hell strahlt. Der Fuss-Stern des Orion-Jägers, Rigel (auf der Sternkarte bezeichnet), ist mehr als 60-mal grösser als die Sonne. Da gibt es schon einige «Monster» am Himmel!

Sternschnuppen

Die Januar-Sternschnuppenströme scheinen nicht von ehemaligen Kometen zu stammen. Es gibt im Weltall viele Staubgürtel. Einige kreuzen die Erdbahn. Anfangs Januar sind es die Quadrantiden, welche vor allem nach Mitternacht häufiger auftreten als vor Mitternacht. Dann kreuzen Sternschnuppen auf, welche aus dem nördlichen Teil des Sternbildes Boot zu fliegen scheinen. Schliesslich gibt es Sternschnuppen, die in bescheidener Zahl aus dem Sternbild Krebs kommen. Wer in einer klaren Nacht Sternschnuppen sehen möchte, muss nicht lange auf sie warten.

Hanspeter Steidle

redaktion@toggenburgmedien.ch