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Frust bei Innerrhoder Frauen

Der Verzicht auf eine Erhöhung des Mutterschaftsurlaubs stösst auf Kritik. Zwei Grossrätinnen befürchten negative Auswirkungen für den Kanton. Enttäuscht sind sie noch aus einem anderen Grund.
Jesko Calderara
Mitarbeiterinnen des Kantons erhalten in Innerrhoden auch künftig nur 14 Wochen Mutterschaftsurlaub. (Bild: fotolia)

Mitarbeiterinnen des Kantons erhalten in Innerrhoden auch künftig nur 14 Wochen Mutterschaftsurlaub. (Bild: fotolia)

Grossrätin Vreni Kölbener ist unzufrieden. Als Präsidentin der Kommission für Wirtschaft hatte sie sich für eine Erhöhung des Mutterschaftsurlaubs für Kantonsmitarbeiterinnen von 14 auf 16 Wochen stark gemacht. Der Grosse Rat sprach sich am Montag im Rahmen der zweiten Lesung zur Revision der Personalverordnung jedoch für die Beibehaltung der heutigen Regelung aus. «Es ist schade, dass der Mutterschaftsurlaub auf dem gesetzlichen Minimum bleibt», sagt Kölbener. Sie spricht gar von einer «traurigen Geschichte». Die Vorlage sei auch mit dem beschlossenen Vaterschaftsurlaub von einer Woche nicht ausgewogen. Den Hauptgrund für das fehlende Gleichgewicht sieht sie bei den höchst unterschiedlichen Interessen der verschiedenen Anspruchsgruppen wie Gewerbe, Kanton und Arbeitnehmer. Wenig Verständnis hat Kölbener für das Abstimmungsverhalten der Frauen im Grossen Rat. Wie das Stimmenverhältnis zeigt, votierten nicht alle von ihnen für 16 Wochen Mutterschaftsurlaub. Die Frauensolidarität habe nicht gespielt, sagt Kölbener. «Vielleicht wurde zu wenig für das Anliegen lobbyiert.» Mit der überarbeiteten Personalverordnung soll die Verwaltung des Kantons ein attraktiver Arbeitgeber werden. Dieses Ziel werde nicht erreicht, zeigt sich Kölbener überzeugt. Zwar gebe es einige Verbesserungen. Als Beispiel erwähnt sie die Flexibilisierung der Arbeitszeit und die fünfte Ferienwoche. In anderen Punkten, etwa bei der Treueprämie, habe der Grosse Rat dagegen Rückschritte beschlossen. Zudem brauche es keine Personalverordnung, um Mitarbeitende zu Weiterbildungen zu verpflichten.

Schlechtes Signal für Familien

In der Debatte setzte sich Grossrätin Monika Rüegg Bless für die Vorlage ein. Sie begründete ihre Position mit den veränderten gesellschaftlichen Bedürfnissen. Darüber hinaus würden die umliegenden Kantone 16 Wochen Mutterschaftsurlaub gewähren. Umso enttäuschter zeigt sich Rüegg Bless über den Entscheid des Grossen Rates, alles beim Alten zu lassen: «Es ist ein schlechtes Signal für Frauen und Familien.» Unter diesen Umständen trage die Personalverordnung nicht zur Attraktivitätssteigerung des Kantons bei. Aus ihrer Sicht sei die revidierte Verordnung in der ursprünglich vorgesehenen Fassung zwar kein grosser Wurf gewesen, aber eine durchaus brauchbare Lösung. «Nun ist das Glas halbleer.»

Den Stein ins Rollen gebracht hatte Grossrat Ruedi Eberle. Der Gontner Bezirkshauptmann sprach sich gegen eine gleichzeitige Erhöhung des Mutterschafts- und Vaterschaftsurlaubs aus. Beides zusammen sei zu viel, sagte Eberle. «Gewerbliche Kleinbetriebe kommen dadurch unter Druck.» Er wolle allerdings auch keinen Leistungsabbau.

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