Früher dauerte ein Tag zwei Tage

Der Radsporttag 2012 wird für den RMC Bütschwil 100 Jahre nach der Gründung zum sportlichen Geburtstagsfest. Aus dem zweitägigen Anlass mit verschiedenen Disziplinen ist im Laufe der Zeit ein Cross-Country-Wettkampf für jedermann geworden.

Urs Huwyler
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RMC-Bütschwil-Präsident und Jung-Vater Stefan Kliebenschädel (Nummer 5) kämpft im Feld um eine ideale Position. (Bild: Urs Huwyler)

RMC-Bütschwil-Präsident und Jung-Vater Stefan Kliebenschädel (Nummer 5) kämpft im Feld um eine ideale Position. (Bild: Urs Huwyler)

RADSPORT. Rund um das Bütschwiler Sport- und Zivilschutzzentrum Breite beginnt am Sonntag der fünfteilige, terminlich durch den Racing Cup konkurrenzierte Toggenburger Bike Cup. Wobei die Veranstaltung des RMC schon länger nicht mehr von den Elite-Fahrern lebt. Breitensport-Anlässe wie in Bütschwil sind sogar deshalb beliebt, weil die absolute Spitze fehlt und sich Hobby-Biker auf Augenhöhe mit der Konkurrenz messen können. Immer häufiger stehen sonst nur leistungsorientierte Freizeitsportler am Start. Mit einer Laufzeit von 50 Minuten fällt auch die Belastung so aus, dass auf dem Chapf oder im Ziel niemand ein Sauerstoffzelt benötigt. Und keiner eine Ausrede hat, sein Zweirad nicht zu pumpen. Erfahrene Wettkämpfer sollen die zwei bis sechs 3,2 Kilometer kurzen Runden mit dem Aufstieg und der technischen Abfahrt durch den Wald ebenso geniessen dürfen wie Einsteiger, bei denen ein Bike unter dem Osterei lag. «Das Programm mit den drei Rennen der Erwachsenen am Sonntagmorgen und den vier Schüler-Kategorien am Nachmittag hat sich bewährt», weiss OK-Mitglied Thomas Brunner aus seiner noch nicht langjährigen Erfahrung. Der ehemalige Club- und OK-Präsident Fredi Gmür schätzt die Lage des RMC gleich ein. «Der Radsporttag entspricht den heutigen Bedürfnissen und er lässt sich mit einem machbaren Aufwand organisieren.»

Slalom und Zeitfahren

Wenn ein Verein wie der RMC Bütschwil sein 100-Jahr-Jubiläum feiern kann, muss sich die heutige Generation von den damaligen Helden der Landstrasse einige «Früher war…»-Einwürfe gefallen lassen. Früher, also ab 1997, dauerte der Radsporttag ein Wochenende und auf dem Parkplatz stand ein Fest(bier)zelt. Sportlich wurde den jungen Wilden ein spektakulärer Dual-Slalom mit Start unterhalb des Chapfs und dem Sturzraum in der Ebene angeboten. Die an der Strecke postierten Boxen dröhnten ähnlich laut wie bei einem Snowboard-Contest.

Bereits Mitte der Achtzigerjahre führten die initiativen Bütschwiler für den Radsportverband SRB (heute: Swiss Cycling) auf der Grämigerstrasse Richtung Dorf den legendären Kilometer-Test durch. Fredi Gmür erinnert sich, dass es einmal im Mai quer geschneit hatte und niemand eine tempofeste Talentprobe abgeben wollte. Bei normalem Wetter beteiligten sich bis zu 200 Jugendliche an den Schülerrennen. Irgendwann wurde der Aufwand zu gross und die Aktivitäten wurden auf einen Tag konzentriert. Der Slalom und das 1000-Meter-Zeitfahren verschwanden wie das einstige Radquer in Laufen oder das Bergrennen nach Oberhelfenschwil.

Jubiläumspreis

Der Radsporttag wird beim 100. RMC-Geburtstag im üblichen Rahmen ablaufen. Einen Unterschied gebe es allerdings, will der wegen Trainingsrückstand möglicherweise auf einen Start verzichtende Musikfreak Thomas Brunner festgehalten habe. «Wer in seiner Kategorie Einsatz bezahlen muss, erhält einen Überraschungspreis.»

Die Art des Geschenks will er nicht verraten. Gerüchte besagen, es sei auch bei Regen zu gebrauchen. Ebenfalls bei der Kreuzegg Classic, Ufs Hörnli, Run+Bike-Mosnang sowie dem Bikerennen in Kirchberg. Diese vier Veranstaltungen bilden mit dem einst zweitägigen Radsporttag Bütschwil zusammen den Toggenburger Cup.

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