Frühe Bescherung – «Roothuus» erhält echten Zeller

Neuestens befindet sich ein originales Ölbild von Hans Zeller im Roothuus Gonten. Es stellt Emil Zimmermann am Hackbrett dar. In einer kleinen Feier wurde das wertvolle Geschenk am letzten Freitag übergeben.

Louise Dörig
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Die Wand war reserviert: Joe Manser, Maria und Roman Fässler, Stefan Zimmermann (Sohn von Emil Zimmermann) und Carlo Schmid (v. l. n. r.) vor dem geschenkten Bild. (Bild: dö)

Die Wand war reserviert: Joe Manser, Maria und Roman Fässler, Stefan Zimmermann (Sohn von Emil Zimmermann) und Carlo Schmid (v. l. n. r.) vor dem geschenkten Bild. (Bild: dö)

GONTEN. Während vieler Jahre hing das Bild in der Wohnstube von Werner Fässler am Gansbach Appenzell. Im Jahre 2006 hat er festgehalten, dass das Bild nach seinem Tode dem Roothuus Gonten geschenkt werden solle. Er war beeindruckt vom seriösen Aufbau des Zentrums für appenzellische Volksmusik in Gonten unter der Leitung von Joe Manser, und er dachte, das Haus werde dem Gemälde eine würdige Bleibe bieten. Inzwischen ist Werner Fässler gestorben, und seine Neffen Werner und Roman Fässler wollten den Willen des Besitzers erfüllen.

Hans Zeller hat das Bild 1965 gemalt. In Frontalansicht zeigt es Emil Zimmermann am Hackbrett in Aktion, die Ruten in der Hand, die obligate Backpfeife im Mund, ein halbvolles Rotweinglas zur Seite. Die ganze Meisterschaft von Hans Zeller kommt darin zur Geltung mit seiner realistischen Malerei, der Unverkennbarkeit des Gesichtes und des Charakters des Dargestellten.

Mit Zimmermann gespielt

Emil Zimmermann lebte von 1910 bis 1993. Viele Jahre hat er zusammengespielt mit den Alders aus Urnäsch. Daher war als Gast auch der 1922 geborene Ueli Alder anwesend, aber auch weitere Kollegen von damals. So exklusiv das Ölbild ist, so stellte sich demzufolge auch die am Freitag aufspielende Musikformation dar. Franz Manser «Baazli» spielte für einmal am Bass, Noldi Alder und Erwin Sager spielten Geige, und Matthias Weidmann, Mitwirkender im Roothuus, sass am Hackbrett.

Grosse Freude

Den Dank des Zentrums für appenzellische Volksmusik überbrachte Stiftungsratspräsident Carlo Schmid. Er freute sich sichtlich über die wertvolle Gabe und die Grosszügigkeit der Donatoren. Diese waren vertreten durch den Neffen Roman Fässler mit Gattin Maria. Auch Roman Fässler ist froh darüber, dass das Werk nun eine breitere Ausstrahlung erfahren wird durch den öffentlich zugänglichen Ort, und er hofft, das Bild möge auf die Besucher wirken durch seine Zufriedenheit, Bescheidenheit und Konzentration. Der neue Platz, den das Bild im Roothuus Gonten einnimmt, war übrigens von langer Hand vorbereitet. Weil Werner Fässler schon 2006 seine Absicht von der Schenkung bekundet hatte, wurde Joe Manser bereits beim Umbau des Roothuus aktiv und hat die weisse Wand dafür reserviert und den Nagel eingeschlagen. Auch Stiftungsratsmitglied Roland Inauen meldete sich zu Wort. Das Museum Appenzell besitzt einige wertvolle Sammelstücke von Stickereien, welche von Werner Fässler schon zu Lebzeiten abgegeben wurden.

Rückblick auf alte Zeiten

Auf den letzten Freitag hin hatte Joe Manser eine DVD eingerichtet. Sie zeigt Aufnahmen von Fotos und Fernsehbildern um 1980 herum mit einem aktiven Emil Zimmermann am Hackbrett bei verschiedenen Anlässen. Der Vertreter der Donatoren ging übrigens nicht mit leeren Händen nach Hause. Roman Fässler erhielt einen Gutschein für Hackbrettstunden im Roothuus sowie leihweise ein Hackbrett mitgeliefert, von Marcus Fischli in barocker Art bemalt und von Johannes Fuchs frisch gestimmt.

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