Früh geführt und spät gehofft

Herisau unterliegt im Cup dem 1.-Ligisten Frauenfeld nach couragiertem Auftritt 4:6. Die unterklassigen Ausserrhoder müssen im Mitteldrittel schwierige Momente über sich ergehen lassen, beweisen aber eine gute Moral.

Lukas Pfiffner
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Für einmal wird der Frauenfelder Eric Geiser (61) im «Schnee» vor Herisaus Tor gestoppt. (Bild: pf)

Für einmal wird der Frauenfelder Eric Geiser (61) im «Schnee» vor Herisaus Tor gestoppt. (Bild: pf)

EISHOCKEY. Die offizielle Zahl von 338 Zuschauern schien gut gezählt und die Cuppartie der zweiten Vorrunde 2016/17 entschieden. Es wurde aber nochmals spannend im Sportzentrum. Die im letzten Drittel neugebildete Herisauer Angriffslinie mit den Junioren Germann und Heinrich sowie Captain Roman Popp bewerkstelligte in Überzahl das Tor zum 3:5. Und fünf Minuten später gelang Bommeli aus halblinker Position gar der Anschluss zum 4:5, als zwei Frauenfelder auf der Strafbank sassen und Klingler einem sechsten Feldspieler Platz gemacht hatte (58.). Die auffälligste Figur der Gäste, Eric Geiser, traf aber in der zweitletzten Minute zum 4:6. Es war der vierte Skorerpunkt des Stürmers. Der 1.-Ligist aus dem Thurgau verhinderte also eine Überraschung und zog über 60 Minuten gesehen verdient in die nächste Cuprunde ein. Die unterklassigen Ausserrhoder können für sich aber in Anspruch nehmen, nach einem zeitweise sehr schwierigen Mitteldrittel eine positive Reaktion gezeigt zu haben. Die unangenehmsten Momente für die Einheimischen waren jene um die Spielmitte: Nach dem 1:4 verlor der SCH die Ordnung vorübergehend, er gab im Aufbau viele Pucks noch im Bereich der eigenen blauen Linie preis. Dadurch wähnte sich Frauenfeld auf der sicheren Seite. Herisau steigerte sich aber, trat bald wieder solidarischer und stilsicherer auf, stellte eine bemerkenswerte Moral unter Beweis.

Oft nach Querpässen

Die Partie war lange Zeit äusserst fair, bis zur 45. Minute gab es nur vier Strafen. Nach der frühen Führung der schwungvoll startenden Herisauer durch Bommeli fingen sich die Thurgauer auf. Sie wirkten ob des Rückstandes nicht geschockt und verzeichneten zunächst eine starke Ausbeute aus den Powerplays: Das 1:1 fiel, als eben die erste Herisauer Strafe abgelaufen war und Timo Koller noch nicht wieder hatte eingreifen können; der zweite SCH-Ausschluss führte zum dritten Treffer 38 Sekunden nach der zweiten Pause. Die Thurgauer liessen zwar die eine oder andere Scheibe liegen – Brühwiler kam nach 35 Minuten zum 2:4. Sie wirkten aber bis in die Schlussphase hinein recht abgeklärt. Die Hälfte der Tore erzielten sie nach zügigen Querpässen, bei denen sich die Herisauer Abwehr zu wenig stabil anstellte und Goalie Klingler zu wenig Zeit besass, sich zu verschieben. Unter dem Strich ist Herisau aber für einen couragierten Auftritt zu loben.

Am Samstag gegen Rheintal

Dass die Ausserrhoder in diesen 60 Cupminuten beinahe so viele Tore erhielten wie gesamthaft in den fünf Meisterschaftspartien der 2. Liga, muss im Hinblick auf das reizvolle Heimspiel vom Samstag gegen Rheintal nicht von Bedeutung sein. Der Cupabend zeigte im übrigen die Schnelllebigkeit des Eishockeys auf: Keine zwei Jahre sind seit dem letzten Vergleich zwischen Herisau und Frauenfeld vergangen. Auf beiden Seiten standen nur je ein halbes Dutzend Spieler von damals im Einsatz.

Herisau – Frauenfeld 4:6 (1:2, 1:2, 2:2) Sportzentrum. – 338 Zuschauer. – Sr. Leutenegger, Halberstadt/Dittli. Tore: 4. Bommeli (T. Koller) 1:0. 9. Pieroni (Geiser, Heitzmann) 1:1. 18. Geiser (Suter) 1:2. 21. (20:38) Heitzmann (Ausschluss Biefer) 1:3. 27. Thaler (Suter) 1:4. 35. Brühwiler (Pace, Jeitziner) 2:4. 46. Pargätzi (Geiser, Ganz) 2:5. 53. R. Popp (Germann, Ausschluss Pargätzi) 3:5. 58. (57:58) Bommeli (Bulach, Ausschluss Suter und Pargätzi, Herisau ohne Torhüter) 4:5. 59. (58:36) Geiser (Ganz, Herisau ohne Torhüter, Ausschluss Pargätzi) 4:6. Herisau: Klingler; M. Koller, Schmidt; Sinnathurai, Olbrecht; Bulach, Homberger; Hofstetter, Bleiker; Speranzino, T. Koller, Bommeli; Brühwiler, Pace, Jeitziner; R. Popp, M. Popp, Rutishauser; Germann, Heinrich, Biefer. Frauenfeld: Keller; Kurzbein, Suter; Thaler, Steiner; Käser, Schaub; Ganz, Pargätzi, Geiser; Heitzmann, Rattaggi, Pieroni; Brauchli, Schumann, Jäggi; Schneider. Strafen: Herisau 4mal 2 Minuten, Frauenfeld 5mal 2 Minuten. Bemerkungen: 26. Pfostenschuss Jäggi. 51. Time-out Herisau. 55. Lattenschuss Brühwiler.