Frist für Kapitalerhöhung verlängert

Die Aktionäre der Elektrizitätswerk Heiden AG bestätigen im Hinblick auf das Gstaldenbach-Projekt einen Beschluss von 2013. Das Jahresergebnis mit einem Gewinn von rund 320 000 Franken wird als «bedingt zufriedenstellend» bezeichnet.

Lukas Pfiffner
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Verwaltungsratspräsident Heinrich Eggenberger. (Bild: pd)

Verwaltungsratspräsident Heinrich Eggenberger. (Bild: pd)

HEIDEN. «Der Entscheid ist wohl leicht gefallen. Aber das Vollziehen kann schwieriger werden», sagte Heinrich Eggenberger, der Verwaltungsratspräsident der Elektrizitätswerk Heiden AG, am Freitagabend nach dem Haupttraktandum der Generalversammlung. Bei wenigen Enthaltungen entsprachen die Aktionäre dem Antrag des Verwaltungsrates, eine Kapitalerhöhung zu genehmigen.

«Reelle Chancen»

Bereits 2013 hatte die Generalversammlung diese beschlossen; die Frist für die entsprechende Erteilung der Kompetenz an den Verwaltungsrat wurde nun um zwei Jahre verlängert. Das Bundesamt für Energie hat dem Wasserbauprojekt Gstaldenbach noch keine KEV-Beitragsberechtigung (kostendeckende Einspeisevergütung) zuerkannt. «Diese ist Voraussetzung dafür, dass das Projekt überhaupt realisiert wird. Es bestehen reelle Chancen auf eine Zusage im Jahre 2015.» Das Aktienkapital ist seit 1922 unverändert (230 000 Franken). Mit der Herausgabe von maximal 920 neuen Namenaktien mit einem Nennwert von 125 Franken sollen zusätzliche Eigenmittel beschafft werden. 121 Aktionäre hielten sich im Dunant-Saal des Hotels Heiden auf, sie vertraten an der nur 45 Minuten dauernden Versammlung 1299 Stimmen. Wortmeldungen gab es praktisch keine.

Breiter bekannt machen

Im Vorderland sei historisch begründet und verbreitet, dass private Trägerschaften öffentliche Versorgungsaufgaben erfüllen. Das EW Heiden sei ein sehr solides Unternehmen, das die eigenen Aufgaben mit den eigen erwirtschafteten Mitteln sehr gut meistern könne, meinte Eggenberger. «Das anstehende Projekt der Sanierung des Wasserkraftwerks am Gstaldenbach mit einem Investitionsvolumen von gut 3 Millionen Franken übersteigt aber die uns zur Verfügung stehenden Mittel. Wir benötigen eine stärkere Eigenkapital-Grundlage.» Nun sei man gespannt, wie gross innerhalb und ausserhalb des bestehenden Aktionärskreises das Interesse an einer Aktienzeichnung sei. Im vergangenen Jahr haben 35 Personen neu Aktien erworben.

Im Zusammenhang mit der angestrebten Entwicklung sagte Eggenberger, das EW Heiden solle einer breiteren Bevölkerungsschicht bekannt gemacht werden. Man strebe eine bessere Marktposition und eine bessere Vernetzung in Geschäftsbeziehungen an. «Eine Aktienbeteiligung kann entscheidend sein für den Aufbau einer engeren Kundenbeziehung; ein breit gestreutes Aktionariat kann zudem die Akzeptanz von Stromtarifen fördern.» Als «bedingt zufriedenstellend» wird das Jahresergebnis bezeichnet. Dank etwas verminderter Abschreibungen beträgt der Jahresgewinn rund 320 000 Franken; diese Summe liegt knapp unter dem langjährigen Durchschnitt. Der Gesamtertrag ging im Vergleich zu 2013 von 8,6 Millionen Franken auf 7,5 Millionen Franken zurück. Die Hauptgründe? Man habe als Folge der Strommarktliberalisierung zwei gewichtige Kunden verloren (diese würden aber noch den Beitrag für die Netznutzung zahlen). Und es gelte eine Umsatzeinbusse im Installationsbereich zu verkraften.

85 Franken pro Aktie

Trotzdem wird pro Aktie eine Dividende von 85 Franken ausbezahlt. Aus dem Vorjahr bestand ein Vortrag von rund 137 000 Franken. 200 000 Franken werden der Spezialreserve zugewiesen und rund 100 000 Franken in die neue Rechnung übertragen. Das EW Heiden hat 2014 für über 1,2 Millionen Franken Investitionen getätigt. Dabei lag der Schwerpunkt im Ausbau des Stromverteilnetzes. Die Investitionstätigkeit werde in den folgenden Jahren nicht abbrechen, teilte der Verwaltungsratspräsident mit.

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