Frischer Wind im Kirchenschiff

Kaum sicht-, aber spürbar: Die Atmosphäre in der evangelischen Kirche Ebnat-Kappel hat sich merklich verbessert. Dies dank automatischer Lüftung, neuer Fensterheizung, besserer Belichtung und weniger Holzwürmer. Neu sind auch die Öffnungszeiten der Kirche.

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Die evangelische Kirche Ebnat-Kappel ist technisch gerüstet für die Zukunft. (Bilder: pd)

Die evangelische Kirche Ebnat-Kappel ist technisch gerüstet für die Zukunft. (Bilder: pd)

EBNAT-KAPPEL. Die Umbauarbeiten innerhalb der evangelischen Kirche Ebnat-Kappel sind abgeschlossen. Während der vergangenen Monate wurden zahlreiche Neuerungen installiert – viele davon mit dem Ziel, die Ambiance im Kirchenschiff zu verbessern. Die Lüftung wurde erneuert und die Frischluftzufuhr wird automatisch gesteuert: Je nach Luftfeuchtigkeit öffnen und schliessen sich die Kirchenfenster von selbst.

«Die neue Lüftungsanlage bringt die erwartete Verbesserung», zeigt sich Messmer Ernst Wälle zufrieden. Inwiefern noch Anpassungen bei der automatischen Steuerung nötig seien, werde die Langzeiterfahrung zeigen. Dies gilt ebenso für die neue Fensterheizung, die ihre Wirksamkeit erst in den kommenden Winterwochen so richtig unter Beweis stellen kann. Doch bereits jetzt ist spürbar, dass es im Kirchenschiff weniger Zugluft gibt. Auch lichttechnisch dürfen sich die Kirchenbesucher auf ein angenehmeres Ambiente freuen. Die neue Lichtsteuerung macht es möglich, den Kirchenraum individuell zu beleuchten. Je nach Art des Anlasses können verschiedene Stimmungsbilder erzeugt werden: Von eher weicher Beleuchtung bei Andachten bis zu punktuell verstärkter bei Chorauftritten. So kann das Geschehen stets ins rechte Licht gerückt werden.

Mehrkosten beim Strom

Ausserdem wurden in der Kirche die elektrischen Anlagen komplett modernisiert. Sämtliche Kabel mussten neu verlegt und der über 20jährige Stromhauptverteiler ersetzt werden. Dies, obwohl ursprünglich geplant war, lediglich eine neue Stromsteuerung einzubauen. Doch während der Bauarbeiten wurde entdeckt, dass die gesamte Stromversorgung in die Jahre gekommen ist und demnächst sowieso hätte erneuert werden müssen. Deshalb entschied die Kirchenvorsteherschaft (Kivo), die notwendigen Arbeiten zeitgleich (statt in zwei Schritten über zwei Jahre) zu realisieren. «Das ist deutlich sinnvoller, auch wenn dadurch nicht budgetierte Mehrkosten entstanden», erklärt Kivo-Mitglied Huli Bolt. Die gesamten Investitionen fielen rund 40 000 Franken teurer aus als vorgesehen. Der benötigte Betrag wird mittels Nachtragskredit in der laufenden Rechnung gedeckt.

Seiteneingang tagsüber geöffnet

Eine wichtige Neuerung für die Kirchbürger betrifft die Öffnungszeit der Kirche. Seit kurzem ist der Haupteingang unter der Woche geschlossen: Trotzdem bleibt die Kirche tagsüber von 8 bis 19 Uhr für jedermann zugänglich, allerdings nur via Seiteneingang.

Dort wurde ein automatischer Schliessmechanismus installiert. Aus technischen sowie Kostengründen konnte eine solche Automatik beim Haupteingang nicht realisiert werden. Neben der automatischen Türsteuerung können zudem die Glocken, dank einer neuen Internetverbindung, via Handy oder Computer ferngesteuert werden. Beide Anlagen sind für den Mesmer eine Erleichterung, da er nicht immer zu bestimmten Zeiten vor Ort sein muss. Daneben können dank der Neuerungen auch Personalkosten eingespart werden.

Mit Wespen gegen Holzwürmer

In der Zeit der Umbauarbeiten flogen indes nicht nur Späne, sondern auch 500–600 Schlupfwespen durch das Kirchenschiff. Diese wurden ausgesetzt, um die Anzahl «Holzwürmer» in der Kirche zu reduzieren. Die Würmer sind nicht nur mit ein Grund für den etwas modrigen Geruch in der Kirche, sie bohrten in Vergangenheit stets mehr Löcher in die hölzernen Kirchenbänke, in die Treppe zur Empore sowie in die Chorstühle. Um grössere Schäden zu verhindern, entschied sich die Kivo für diese ökologische Schädlingsbekämpfungsmethode. «Die Holzwürmer mit Chemikalien zu bekämpfen wäre etwa zehnmal teurer – und der Effekt beider Methoden ist vergleichbar», erklärt Huli Bolt. Die Schlupfwespen legen ihre Eier auf die Holzwurmlarven und lähmen diese. Die Schlupfwespenlarve frisst die Holzwurmlarve und verhindert eine Ausbreitung des Schädlings.

«Die biologische Holzwurmbekämpfung zeigt erste Erfolge», freut sich Bolt. Da sie nur im Sommer angewendet werden kann, müsse sie 2016 wiederholt werden. (pd)

Mit der Schlupfwespe (rechts) wird der Holzwurm bekämpft.

Mit der Schlupfwespe (rechts) wird der Holzwurm bekämpft.

Legende (Bild:)

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