Frische auf dem Bräkerplatz

Seit dem 20. März gibt es in Wattwil einen Frischmarkt auf dem Bräkerplatz. Dieser findet jeweils Donnerstags statt. Die neue Idee scheint bei den Bürgerinnen und Bürgern gut anzukommen und bereichert die Einkaufsmöglichkeiten im Zentrum.

Thomas Geissler
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WATTWIL. Mit der Metzgerei Metzger AG aus Nesslau, Beat Stättli Früchte und Gemüse aus Ramsen, der Wattwiler Bäckerei Abderhalden, Chäs bei Gabi Döbeli aus Lichtensteig, dem Messerschleifer Daniel Hess und dem Alaska Sea Food aus Ebnat-Kappel und Alaska boten vergangenen Donnerstag sechs Händler von 8 bis 12 Uhr ihre Produkte an. Und trotz des noch kühlen Wetters riss der Strom der Fans von frischen Fleisch, Gemüse und Käse nicht ab.

Die Idee eines Frischmarktes reifte bei Thomas Teichert von der Metzgerei Metzger schon im vergangenen Jahr. Seit der Auflösung der Metzgerei-Filiale in Wattwil vor rund vier Jahren war er einmal die Woche mit seinem Verkaufsmobil vor Ort präsent. Im vergangenen Jahr gesellte sich der Messerschleifer Daniel Hess dazu und die Idee von einem kleinen Frischmarkt nahm Gestalt an. Mit Rückenwind von der Gemeinde und dem gut funktionierenden Netzwerk unter den Marktfahrenden fanden sich rasch die nötigen Stände für einen ansprechenden Markt mit einem frischen Angebot zusammen. Demnächst soll dieses auch noch erweitert werden. «Eine Bäuerin aus der Region wird einmal im Monat frische Konfitüre und andere Produkte anbieten», blickt Thomas Teichert in die Zukunft. Auch italienische Spezialitäten und die Brauerei St. Johann aus Nesslau werden mit dabei sein, bevor der Markt Ende Oktober in den Winterschlaf gehen wird.

Geschätzter Markt

Heidi Ünes, von der Chäslaube in Lichtensteig, zeigt sich begeistert von der Freude der Menschen, die auf dem Markt einkaufen. «Ausserdem ist das für uns auch eine schöne Gelegenheit, direkt in Wattwil auf unser Angebot aufmerksam zu machen», erzählt sie. Neben den zahlreichen Käsesorten, welche natürlich auch vor Ort verkostet werden können, bietet die Chäslaube auch eine erlesene Auswahl an Feinkostspezialitäten an. Ebenso begeistert, wenn auch nur einige Meter vom Hauptgeschäft entfernt, zeigt sich Tatjana Koller vom Café Abderhalden Wattwil. «Die Leute schätzen den Markt sehr», erzählt sie und «es fehlt eigentlich nur noch der Kaffee.»

Direkt vom Erzeuger

Einen weiten Anfahrtsweg nimmt der Früchte- und Gemüsehändler Beat Städtli auf sich. Er kommt mit seinem Obst- und Gemüsestand extra aus Ramsen nach Wattwil. Einen Grossteil des Angebotes, wie Spargeln oder Beeren, produziert der 40 Mitarbeiter starke Betrieb selbst. «Diese Spargeln wurden erst gestern Abend gestochen und sind heute schon auf dem Markt», erzählt Beat Städtli. Schon die vielen Tomatensorten sind ein Geschmackserlebnis wert. Die Kunden schätzen die Vielfalt, Frische, Qualität und nicht zuletzt die Individualität des Angebotes.

«Toll ist auch, dass man hier kleine Portionen kaufen kann», zeigt sich die Kundin Marianne Marki aus Wattwil begeistert. «Und natürlich machen auch die gute Qualität und das schöne Feeling auf dem Markt Freude», ergänzt die Wattwilerin Ursula Kern, die ihren Einkauf auf dem Markt sichtlich geniesst. «Das bringt mir auch irgendwie den Geschmack meiner Kindheit zurück.» Seit einer Woche ist auch Alaska Seafood mit seinen Produkten auf dem Frischemarkt vertreten. Der Lachs hat zwar eine lange Anreise, doch ist dieser sehr exklusiv. Hier gibt es nicht einfach nur Fisch, sondern ein Frischeprodukt direkt vom Erzeuger. Denn Marktbetreiber Jack Armer fängt und verschifft zusammen mit seiner Frau Nina Giezendanner den Alaska-Seelachs selbst. Dieses Jahr hat der Amerikaner 700 Kilo des begehrten Fisches in die Schweiz gebracht und vertreibt diesen in der Region. In Sitka, Alaska, haben sie ein Fischerboot und verbringen dort den Sommer. «Das ist im Nordpazifik die beste Zeit zum Fischen», erzählt Jack Armer, der sonst in Lichtensteig als Englisch-Lehrer vor der Schulklasse steht. Doch das neue Projekt der Fischerei hat ihn und seine Frau gefesselt. Und das Geschäft läuft gut. Schon am ersten Tag auf dem Markt war der Fisch komplett ausverkauft.

Kommunikatives Shopping

Wer frisches Fleisch, Fisch, Käse und Gemüse einkauft, braucht natürlich auch scharfe Messer zum Bearbeiten der Produkte. Und hier kommt man am Stand von Daniel Hess aus Ebnat-Kappel nicht vorbei. Ein gutes Messer muss gepflegt und auch ab und zu wieder scharf gemacht werden. «Es gibt zum Glück immer noch einige, die ein gutes Messer schätzen und auch kaufen», erzählt Daniel Hess. Trotz vieler «Billigangebote» ist das Messerschleifen vom Profi immer noch gefragt. Ausserdem schärft Daniel Hess nicht nur Messer. Auch Scheren, Beilen sowie Kettensägen kann der Fachmann den nötigen «Biss» zurückgeben.

Der Wattwiler Frischmarkt bietet eine neue, wie auch sehr traditionelle Art des Einkaufens, welche von den Kunden und den Marktbetreibern sehr geschätzt wird. «Der Markt ist einfach toll», fasst die Passantin Ursula Kern zusammen und der Markt unter freiem Himmel bietet noch ein geschätztes Detail. «Man kommt auch schnell mit anderen Menschen ins Gespräch», freut sie sich über den Kontakt und die Menschlichkeit, abseits der Schaufenstern und Einkaufspassagen.

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