Friedensglocke eingetroffen

Mit einer Friedensglocke zollen die Japaner Henry Dunant in seinem 100. Todesjahr ihre grosse Anerkennung. Kürzlich traf das Klangobjekt in Heiden ein.

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heiden. Über sechs Wochen dauerte die Meerfahrt der Friedensglocke auf dem Frachter «Louise Schulte» von Nagasaki bis nach Hamburg. Unbeschadet kam sie an Land und wurde darauf per Bahn nach Rorschach/Heiden transportiert. Während des Dunant-Gedenkjahres 2010 ist sie im Foyer des Spitals aufgestellt und wird nachher zwischen dem Museum und dem Spital den endgültigen Standort einnehmen.

Am Anfang dieser einmaligen Geschichte steht die ehemalige Posthalterin von Wolfhalden, Catharina Sturzenegger. Sie wurde von Heiden aus von Henry Dunant als erste Rotkreuz-Delegierte nach Japan geschickt, um im russisch-japanischen Krieg die Einhaltung der Genfer Konvention zu überwachen. Seither, das heisst seit 1904 bestehen enge Beziehungen zwischen dem japanischen Roten Kreuz und Heiden, die durch regelmässige Besucher aus Japan gefestigt werden.

Die «Peace Bell» ist eine Kopie jener Glocke, die während des Atombombenangriffs vom 9. August 1945 vom 50 Meter hohen Turm der Kathedrale von Nagasaki zu Boden fiel und mit nur unbedeutenden Schäden in den Trümmern gefunden wurde. Seither gilt sie den Japanern als Friedensglocke. Seit 1988 werden Kopien dieser Glocke an Orte verschenkt, die unter schweren kriegerischen Ereignissen gelitten haben und sich heute in der Friedensförderung engagieren.

Die Friedensglocke für Heiden wurde von 78 Donatoren der Medizinischen Fakultät der Universität Nagasaki, die 1945 fast vollständig durch die Atombombe zerstört worden war, gesponsert. Mit der Glocke wollen die Japaner Dunant ihre Ehre erweisen. (pd)

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