«Freudi» und «Gloria» sind die neuen Missen

LIBINGEN. Es gibt zwar kein Geld und schon gar keine Werbeverträge, aber stolz sind sie trotzdem, die Halter von jenen Tieren, die am Samstag bei der Ziegenschau in Libingen auf den vorderen Rängen landeten. Die beiden Vertreterinnen mit den schönsten Eutern und natürlich die Missen wurden mit Glocken ausgezeichnet.

Beatrice Bollhalder
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Philipp Jung mit Miss Appenzellerziege «Freudi», Josef Kuhn mit «Linda», Reto Brändle mit Miss Toggenburgerziege «Gloria». (Bild: Beatrice Bollhalder)

Philipp Jung mit Miss Appenzellerziege «Freudi», Josef Kuhn mit «Linda», Reto Brändle mit Miss Toggenburgerziege «Gloria». (Bild: Beatrice Bollhalder)

In Reih und Glied stehen sie da. Allerdings nicht gerade ruhig. Es wurde nämlich kräftig gemeckert, obwohl das Wetter eigentlich wie gemacht war für einen Schautag. Da und dort wurde auch kräftig geschubst. «Diese blöde Ziege neben mir mag ich nicht», mag sich die eine oder andere Vertreterin gesagt haben. Ob sie wohl deren Konkurrenz bei der anschliessenden Rangierung befürchtete?

Von Experten genau begutachtet

Die beiden Experten, Hansueli Preisig aus Hundwil und Beni Hollenstein aus Brülisau – letzterer ein Landwirt mit «Birgsler-Wurzeln» – sahen sich die Tiere Abteilung für Abteilung genau an und vergaben den Tieren Punkte. Anschliessend wurden sie in der Reihenfolge ihrer Klasse eingeteilt. Klar, dass das Euter einer Erstmelkziege noch straffer aussieht als jenes einer älteren Genossin. Deshalb werden die Ziegen nicht nur nach Arten, sondern auch nach Alter getrennt bewertet. Aufgeführt wurden mit 132 Tieren ein paar weniger als im vergangenen Jahr. «Drei Bauern haben diesmal nicht ausgestellt. Dafür haben wir diesmal eine grössere Artenvielfalt», erklärt Petra Länzlinger, die alle Resultate in ihrem Laptop festhält. Nebst Toggenburger und Appenzeller Ziegen, die den grösseren Teil der meckernden Anwesenden ausmachen, sind auch 15 gemsfarbene Gebirgsziegen, fünf Saanenziegen, vier Kupferhalsziegen und eine der Sorte Capra Grigia ausgestellt. Sieben männliche Exemplare stellten sich ebenfalls zur Schau. Der 14jährige Marco Kläger ist der stolze Besitzer von «Terrasonne», dem Kupferhalsziegenbock. Vier weibliche Exemplare derselben Sorte hat er an diesem Samstag ebenfalls in Libingen das erste Mal ausgestellt. Er hat allerdings noch keine Mitbewerber, deshalb werden seine Tiere vorerst einmal nur «eingestellt». Der Schüler hat sich aber fest vorgenommen, diese Rasse, die aus dem Wallis stammt, weiter zu züchten. Wie vereinbart er denn die Arbeit im Stall mit jener in der Schule? Seine Mutter Andrea kümmert sich morgens darum, dass die 28 verschiedenen Geissen im Stall der Familie Kläger versorgt werden. «Abends kümmert er sich aber darum», erklärt Andrea Kläger. Auch an diesem Tag ist er auf sich gestellt, mit Hilfe eines Kollegen «verlädt» er die Tiere nach erfolgter Schau in eine hölzerne Box auf dem Traktor und fährt mit den Tieren wieder nach Hause. Er war ein Gesprächsthema an dieser Schau, denn seine Tiere sind hübsch anzuschauen.

Hoffnungsvolle Zuchtfamilie

Begutachtet und mit Applaus bedacht wurde von den Zuschauern auch die Zuchtfamilie aus dem Stall von Urs Loser in Wisen. Auch Experte Beni Hollenstein fand viele lobende Worte für «Lisa», die sich mit ihren beiden Zwillingspaaren «Patrizia» und «Simona» sowie «Laura» und «Lena» den prüfenden Augen des Experten stellte. «E schös Luege», hielt Hollenstein lobend fest, sei die Zuchtfamilie. Für die Mutter sowie die älteren Zwillinge könne er viele Punkte geben, die zweiten Zwillinge seien leider nicht in Laktation. Mit total 74,85 Punkten seien die fünf Appenzeller Geissen eine B-Familie, erklärte der Experte.

Für den Schöneuterpreis standen mehrere Appenzeller und Toggenburger «Damen» zur Bewertung bereit. Die Experten entschieden sich bei den erstgenannten für «Loni» aus dem Stall von Reto Brändle aus Oberhelfenschwil, bei den Toggenburgern für «Linda» von Josef Kuhn aus Bütschwil. Die jeweils erstrangierten jeder Abteilung konnten den Miss-Titel unter sich ausmachen. Bei den Appenzellerziegen ging der Sieg an «Freudi» und die Glocke damit an Philipp Jung aus Gähwil, den Präsidenten des Zuchtvereins Libingen. Miss Toggenburgerziege wurde «Gloria» von Reto Brändle.

Marco Kläger hat noch einiges vor mit seinen Kupferhalsziegen.

Marco Kläger hat noch einiges vor mit seinen Kupferhalsziegen.

Ruth und Urs Loser freuen sich mit ihren Söhnen über die lobenden Worte des Experten Beni Hollenstein zu ihrer Zuchtfamilie.

Ruth und Urs Loser freuen sich mit ihren Söhnen über die lobenden Worte des Experten Beni Hollenstein zu ihrer Zuchtfamilie.