Freude über zwei Schreiner-Schweizer- Meister aus dem Appenzellerland

Im Beisein von Regierungsvertretern feierte der Schreinermeisterverband beider Appenzell kürzlich die beiden Schweizer Meister Peter Enzler und Peter Müller.

Werner Kamber*
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st. anton. «Unsere Wirtschaft und Gesellschaft verlangen Leistung und Präzision, und das in Kombination. Hochkompetente handwerkliche Fachleute sind eines der wichtigsten Güter der Schweiz.» Mit diesen Worten gratulierte Landesfähnrich Melchior Looser den beiden Schreiner-Schweizer-Meistern Peter Enzler und Peter Müller, die damit die Qualifikation für die Berufs-WM nächstes Jahr in London schafften.

Diesen Erfolg feierte der Schreinermeisterverband beider Appenzell zusammen mit den Regierungsvertretern beider Appenzell (Melchior Looser und Köbi Frei) sowie den Eltern und den Lehrmeistern im Restaurant St. Anton, Oberegg.

Um ganz exakt zu sein, so exakt wie die Jungschreiner in ihrer Arbeit: Gefeiert wurden eigentlich drei junge tüchtige Berufsleute, denn mit Roman Grögli hatte noch ein dritter Appenzeller die Qualifikation für die Schweizer Nationalmannschaft der Schreiner und somit an die Schweizer Meisterschaft geschafft und dort den 4.

Rang belegt – an die WM können aber nur zwei.

«Riesenfreude»

Verbandspräsident Dominik Mazenauer, Meistersrüte, gratulierte seinerseits herzlich zu den Erfolgen. «Ihr habt eine gewaltige Leistung vollbracht; wir haben eine Riesenfreude an euch.» Ein grosses Zwischenziel sei nun erreicht. An der Berufs-WM in einem Jahr in London brauche es nebst dem souveränen beruflichen Können dann auch gute Nerven: «Bleibt cool!»

Mazenauer dankte auch den Lehrbetrieben und den Eltern, die persönlich anwesend waren: Alice und Migg Enzler, Appenzell, Ursi und Josef Müller, Herisau, sowie Rita und Thomas Grögli, Speicherschwendi. Alle drei Jungschreiner befinden sich im vierten Lehrjahr und schliessen ihre Ausbildung im kommenden Juli ab. Danach, vermutet ihr Trainer Thomas Vogler, Mohren bei Reute, werden sie, falls sie sich optimal auf London vorbereiten wollen, in ihren Betrieben nur noch reduziert arbeiten können, eher weniger als ein halbes Pensum.

Vogler skizzierte den Weg an die nationale Spitze, der mit eher verhaltenen Leistungen in der Sektionsmeisterschaft begann. Im alles entscheidenden Final holte sich dann Peter Enzler den nationalen Titel in der Kategorie Massivholzschreiner und den dritten Rang bei den Möbelschreinern. Peter Müller siegte bei den Möbelschreinern und sicherte hier mit einem zweiten Platz im Massivholzschreinern den Appenzeller Doppelsieg. Roman Grögli erreichte die Ränge 4 und 5.

Peter Müller gewann zudem die neugeschaffene Kategorie «Powerschreinern», die rasch zu einem Publikumsmagneten wurde. Als Preis darf er ein Jahr lang einen geleasten Audi fahren.

«Nicht ablenken lassen»

Das Ausscheidungsprozedere, das mit anfänglich 900 Jungschreinern schweizweit begann und stets vor Publikum stattfand, bezeichnete Thomas Vogler als wertvoll: «Für grosse Wettkämpfe müssen die Jungschreiner ihre Psyche schulen, und das können sie nur, wenn sie in der Öffentlichkeit arbeiten und sich nicht ablenken lassen».

Die erfolgreichen Jungschreiner wurden vom Schreinermeisterverband tatkräftig gefördert; bisher habe ihr Trainer Thomas Vogler, so die Schätzung von Dominik Mazenauer, 250 bis 280 Stunden aufgewendet. Die Jungschreiner wohl noch mehr. Genauere Angaben gibt es nicht, weil einer der beiden «Meister-Peter», der hätte exakt Buch führen sollen, lakonisch ergänzte: «Ich dachte, ich schreibe die aufgewendeten Stunden erst gar nicht mehr auf».

* Werner Kamber ist Informationsverantwortlicher des Schreinermeisterverbandes beider Appenzell.

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