«Fremd(e) im Appenzellerland»

Der Lions Club Heiden und einige Flüchtlinge haben miteinander einen Tag verbracht. Daraus ist ein Filmclip entstanden, der am Sonntag Premiere hat.

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Sich begegnen! Nichts einfacher als das, denkt man vielleicht. Man begegnet täglich anderen Menschen, tauscht sich aus, schmiedet gemeinsame Pläne, entwickelt Ideen, streitet, debattiert. Und wenn diese anderen Menschen Flüchtlinge sind, in anderen Kulturen aufgewachsen? Wenn sie selbst vielleicht sehr zurückhaltend und vorsichtig bleiben, weil sie nicht genau verstehen, was man von ihnen will? Dann wird es schon schwieriger. Wie soll man sich geben, um nicht anbiedernd, nicht überfreundlich zu wirken? Worüber soll man reden? Wie soll man sich verständlich machen?

Künftig im Vorprogramm

Mitglieder des Lions Club Heiden und einige anerkannte Flüchtlinge haben miteinander einen Sommertag in einem Bauernhaus auf dem St. Anton verbracht. Wie die Begegnung verlief, zeigt nun ein einminütiger Filmclip: «Fremd(e) im Appenzellerland – sich einfach begegnen», der künftig im Vorprogramm des Kinos Heiden Platz findet.

Premiere mit Apéro

Am kommenden Sonntag, 17. Januar, 10.30 Uhr, ist im Rahmen einer Filmmatinee Premiere; anwesend sein werden der Regisseur Rolf Frey und die einheimischen und «fremden» Protagonisten. Anschliessend wird, thematisch passend, der Dokumentarfilm «Nice People» gezeigt, der in einer Kleinstadt im hohen Norden Schwedens gedreht wurde, die mehr als 3000 Flüchtlinge aufgenommen hat.

«Es braucht Unterstützung»

Der kurze Clip gibt die Stimmung des Treffens wieder: eine warmherzige, offene Stimmung. Allfällige Kommunikationsschwierigkeiten sprachlicher und kultureller Art kommen nicht vor. Es wird aber sichtbar, wie sie überwunden werden können: spielerisch, beim Kochen, durch Musik, durch gegenseitiges individuelles Interesse.

Dadurch ist der Clip auch ein Statement in der aktuellen Diskussion: Anerkannte Flüchtlinge benötigen Unterstützung bei der beruflichen und gesellschaftlichen Integration. Das können die Protagonisten jedenfalls bestätigen: Lhamo Thede Woeser, eine Tibeterin, die seit fast vier Jahren in der Schweiz lebt, träumt davon, als Informatikerin zu arbeiten. Sie hofft auf eine Praktikumsstelle; in ihrer Heimat hat sie eine Fachausbildung gemacht. Im Film singt sie ein Lied aus der Heimat, das erzählt, wie sehr ihr die Mutter fehlt. Und sie zeigt damit: Auch Flüchtlinge sind Menschen wie du und ich. Integration – sie beginnt beim gegenseitigen Interesse. (pd)

Kino Rosental, Heiden, Sonntag, 17. Januar, 10.30 Uhr. Filmmatinee mit Apéro. Anschliessend Dokumentarfilm «Nice People».

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