Freizeitarbeitenausstellung Urnäsch: Gut zwei Drittel der angemeldeten Lernenden haben ihre Werke virtuell eingereicht

Der Anlass findet seit über 120 Jahren ununterbrochen statt. Dieses Jahr allerdings lediglich im Internet.

Karin Erni
Merken
Drucken
Teilen
Dieses Jahr können die Lehrlingsarbeiten nicht mit den Händen begutachtet werden.

Dieses Jahr können die Lehrlingsarbeiten nicht mit den Händen begutachtet werden.

Karin Erni

160 Lernende aus dem Appenzellerland und dem Kanton St.Gallen hätten ihre Freizeitarbeiten dieses Jahr in der Mehrzweckanlage Au in Urnäsch ausstellen sollen. Wegen der Coronakrise haben die Verantwortlichen entschieden, auf eine physische Durchführung zu verzichten.

117 Lernende aus über 30 Lehrberufen haben ihr Freizeitarbeiten mit Fotos und Videobeiträgen eingereicht. Kommissionspräsident Andreas Welz zeigt sich sehr zufrieden. «Das sind mehr, als wir erwartet haben.» Was auffällt: Innerrhoder Lehrlinge sind überproportional stark vertreten. Welz führt dies auf einzelne Lehrbetriebe zurück. «Firmen wie Bühler, Holzin Holzbau oder Böhli-Beck in Appenzell ist es offenbar besonders gut gelungen, ihre Lernenden zum Mitmachen zu motivieren.» In verschiedenen Branchen hätten die Teilnehmenden mit Beeinträchtigungen wie Kurzarbeit oder fehlendem Material zu kämpfen gehabt.

Besucher nutzen die Möglichkeiten gut

Neu findet zusätzlich ein Publikumswettbewerb statt, in welchem für die beste Freizeitarbeit gevotet werden kann. Andreas Welz zeigt sich sehr zufrieden mit dem Interesse. «Bis jetzt hatten wir auf der Webseite über 5000 Besucher, die für eine Arbeit abgestimmt haben. Das entspricht in etwa den Besucherzahlen der Ausstellungen der letzten Jahre. Weil das Voting für die Arbeiten aber noch zwei Wochen läuft, könnte noch eine grosse Zahl dazukommen.»

Die Ausstellung künftig nur noch im Internet stattfinden zu lassen, sei nicht das Ziel, sagt Welz. «Aber die digitale Durchführung kann uns und den Lernenden sicher wichtige Impulse für die Zukunft geben.» Der Schreinermeister aus Trogen ortet diesbezüglich Nachholbedarf in der Schweiz. «In einigen Branchen steckt die digitale Entwicklung an den Berufsschulen teilweise noch in den Kinderschuhen.» Eine technische Schwierigkeit für die Veranstalter sei gewesen, dass viele Lernende die Arbeiten erst im letzten Moment eingereicht haben. «Um alle Fotos und Videos termingerecht auf die Webseite hochzuladen, war eine Nachtübung nötig.»

Abstimmen ist weiterhin möglich

Eine fachliche Beurteilung der Arbeiten findet dieses Jahr nicht statt. Von einer Jury aus dem aktuellen OK von Urnäsch und den Mitgliedern der Kommission Freizeitarbeiten werden drei Preise für die originellsten Arbeiten verliehen. Auch die virtuellen Besucher können ihre Stimme noch bis 3. Mai abgeben unter www.freizeitarbeiten.ch