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FREIWILLIGENARBEIT: Rasenmähen gegen Fensterputzen

Ab sofort können in Speicher, Trogen und Wald Dienstleistungen unter Privatpersonen getauscht werden. Im Januar findet der erste Tauschtreff der neu gegründeten Zeitbörse statt.
Astrid Zysset
Sibylle Altenbach, Peter Duwe, Silvia Stahlberger, Gemeinderätin Natalia Bezzola Rausch, Sonja Schläpfer und Peter Künzle. Es fehlt Peter Breitenmoser. (Bild: Astrid Zysset)

Sibylle Altenbach, Peter Duwe, Silvia Stahlberger, Gemeinderätin Natalia Bezzola Rausch, Sonja Schläpfer und Peter Künzle. Es fehlt Peter Breitenmoser. (Bild: Astrid Zysset)

Astrid Zysset

astrid.zysset@appenzellerzeitung.ch

Als «Entwicklungshilfe im eigenen Kanton» bezeichnet Peter Künzle, Geschäftsführer der Freiwilligenplattform «Benevol St Gallen», die Lancierung der Zeitbörse Speicher-Trogen-Wald. Seit zehn Jahren besteht eine solche nämlich schon in Herisau, eine weitere gibt es in Bühler. Speicher möchte nun nachziehen. Vergangenen Dienstag wurde die Bevölkerung zu einem Informationsanlass in die alte Drogerie nach Trogen geladen. Gerade einmal 20 Personen kamen. Künzle betonte allerdings, dass nicht entscheidend sei, wieviele Personen im Raum sind, sondern wieviele schlussendlich tauschen. Bei der Zeitbörse werden Dienstleistungen unter Privatpersonen getauscht. Rasenmähen wird beispielsweise angeboten, dafür kann Fenster putzen bezogen werden. Abgerechnet wird über ein Zeitkonto. «Es geht nicht darum, wie wertvoll eine Arbeit ist, sondern wie lange sie dauert», so Künzle. Wieviel Zeit sie tatsächlich in Anspruch nehme, muss zwischen den Beteiligten individuell abgemacht werden.

Regionalgruppe Speicher-Trogen-Wald gegründet

Gemeinderätin Natalia Bezzola Rausch suchte die Zusammenarbeit mit Benevol. Im Rahmen der neu gegründeten Generationenkommission habe man sich mit dem Leben im Dorf beschäftigt. «Wir wollten die niederschwellige Nachbarschaftshilfe institutionalisieren», so Bezzola Rausch. Und genau das macht die Zeitbörse seit Jahren. Rund 400 Mitglieder zählt sie insgesamt, 3000 Stunden Gefälligkeiten werden pro Jahr getauscht, acht Regionalgruppen gibt es. Darunter nun auch diejenige für Speicher-Trogen-Wald. Fünf Freiwillige betreuen diese, namentlich Sibylle Altenbach, Peter Duwe, Peter Breitenmoser, Sonja Schläpfer und Silvia Stahlberger. Benevol selbst zeichnet sich verantwortlich für die Administration, die Öffentlichkeitsarbeit und die Buchhaltung. «So können sich die Mitglieder in den Regionalgruppen darauf konzentrieren, die Zeitbörsen zu beleben», so Künzle. Denn eines ist klar: Wenn zu wenige Leute tauschen, funktioniert die Zeitbörse nicht. Die Mitglieder selbst sind auch über die Regionalgruppen hinaus vernetzt. Allerdings wird die Registrierung erst freigeschaltet, wenn es einen persönlichen Kontakt zu den Organisatoren respektive den Mitgliedern der Regionalgruppe gegeben hat. Eine «Sicherheitsschlaufe» nennt das Künzle. Zwar werden die Gefälligkeiten anonym angeboten, doch Benevol kann nachvollziehen, wer sich hinter welchem Pseudonym verbirgt. Die Angebote an Dienstleistungen finden sich im Internet, an Tauschtreffs oder in der Marktzeitung, die Benevol herausgibt. «Wer mit dem Computer nicht zurechtkommt, kann sich an uns wenden», so Sonja Schläpfer. «Dann stellen wir die Tauschoptionen online.» Das Angebot der Zeitbörse soll möglichst niederschwellig sein. Darum seien die Mitglieder auch zu 99 Prozent frei, was sie anbieten. Einzige Ausnahmen: «Wir sind kein Warenmarkt, und Lockangebote für Firmen werden ebenfalls nicht geduldet», so Künzle. Der Grundsatz müsse sein: Was kann ich leisten? Wo brauche ich Unterstützung? Die Idee hinter der Zeitbörse habe denn auch Gemeinderätin Bezzola Rausch überzeugt. «Bei jeder in Anspruch genommenen Gefälligkeit musste ich bislang überlegen, was gebe ich denn demjenigen dafür? Nun kann derjenige einfach Zeit auf seinem Konto gutschreiben lassen und sich aus einem Topf an Möglichkeiten bedienen.» Künzle stimmt zu: «Anstatt einer Flasche Wein oder einem Blumenstrauss schreibe ich dem andern einfach Zeit gut.» Eine Mitgliedschaft in der Zeitbörse kostet 30 Franken pro Jahr.

Hinweis

Am 16. Januar um 19 Uhr findet der erste Tauschtreff der Zeitbörse Speicher-Trogen-Wald statt. Dieser wird in der alten Drogerie Trogen durchgeführt. Interessierte sind willkommen.

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