Freiwilligenarbeit nicht vergessen

BÜHLER. Eine Internationale Konferenz mit dem Thema «Rettungsorganisationen – Beruf oder Hobby» hat Peter Freund, Offizier bei der Regionalen Stützpunktfeuerwehr Teufen-Bühler-Gais, gezeigt, wie nötig es ist, dass Freiwilligenarbeit aufgewertet wird.

Esther Ferrari
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Feuerwehrmann Peter Freund fordert mehr Anerkennung für die Freiwillige Feuerwehr. (Bild: ef)

Feuerwehrmann Peter Freund fordert mehr Anerkennung für die Freiwillige Feuerwehr. (Bild: ef)

«Ich habe geglaubt, Leute für Freiwilligenarbeit zu finden, werde nur hier in der Schweiz je länger je schwieriger. Jetzt habe ich gesehen, dass England, Frankreich, Österreich und weitere Länder die gleichen Probleme haben», sagt Feuerwehrmann Peter Freund, der sich sein Hobby zum Beruf gemacht hat. In Zürich ist er bei der Berufsfeuerwehr eingeteilt, in seinem Heimat- und Wohnkanton Appenzell Ausserrhoden in der Ausbildung tätig. In jungen Jahren ist der 1978 Geborene in die Freiwillige Feuerwehr eingetreten.

Berufsfeuerwehr unbezahlbar

Sein Vater war schon bei der Feuerwehr in Bühler. «Unsere ländlichen Gebiete sind Streusiedlungen, deshalb ist das Milizsystem, dem die Feuerwehr angehört, ideal. Sie ist effizient und kostengünstig, und die Wege sind kurz», sagt Freund. Nur werde heutzutage von der Freiwilligen Feuerwehr die gleiche Leistung verlangt wie von einer Berufsfeuerwehr. «Wenn ein Haus brennt, ist es dem Besitzer egal, welche Feuerwehr den Brand löscht, Hauptsache, sie ist möglichst rasch zur Stelle, um Personen oder Sachwerte zu retten.» Dies stelle hohe Anforderungen an die Freiwillige Feuerwehr. Die ständige Weiterbildung auf allen Gebieten beispielsweise sei absolut notwendig. In der Schweiz stehen laut Peter Freund 1200 Berufsfeuerwehrleuten 105 000 Freiwillige gegenüber. «Die Kosten für eine reine Berufsfeuerwehr sind kaum vorstellbar. Wir müssen der Freiwilligenarbeit mehr Wertschätzung entgegenbringen, sonst werden wir die Folgen bitter zu spüren bekommen! Die Rechnung geht so nicht auf», ist Freund überzeugt.

Arbeitsort oft ein Problem

Peter Freund kann nicht genug betonen, wie wichtig es ist, dass die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehrleute respektiert und geachtet wird. Das gilt für ihn im gleichen Mass für die Samariterinnen und Samariter wie für alle freiwilligen Helfer. Die Feuerwehr habe aber noch mit andern Problemen zu kämpfen: Die Einsätze kommen unerwartet, sie lassen sich nicht planen. Da kann es wegen der Erreichbarkeit am Arbeitsplatz zu Schwierigkeiten kommen. Auch Arbeitgeber werden mit Situationen konfrontiert, die nicht einfach zu lösen sind.

Langfristig sei die Milizfeuerwehr auch ein politisches Thema. «Es muss etwas geschehen, damit die Zukunft gesichert ist, auch in Sachen Entlöhnung. Es braucht aber auch die Unterstützung der Öffentlichkeit, und es braucht junge Leute, die sich engagieren», so Freund.