Freiwilligenarbeit – «Hände weg!»

Das 3. Herisauer Sport-Forum vom kommenden Samstag, 5. November, steht unter dem Titel «Hände weg – Risiken und Nebenwirkungen der Freiwilligenarbeit».

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HERISAU. Im Jahr der Freiwilligenarbeit werden landauf, landab Preise verteilt und Dankesveranstaltungen durchgeführt. Was früher selbstverständlich war, wird 2011 heroisiert. Auch die IG Sport Region Herisau nimmt sich in ihrem 3. Herisauer Sport-Forum des Themas an, stellt es aber bewusst unter den Titel: «Hände weg! – Risiken und Nebenwirkungen der Freiwilligenarbeit.»

Ohne Freiwilligenarbeit könnten die Sportvereine nicht bestehen. Sie sind auf Leute angewiesen, die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich engagieren. Das Engagement bringt für die Trainer, Betreuer und Funktionäre jedoch nicht nur Schönes mit sich. Sie setzen sich Kritik aus oder verzichten auf Zeit am Arbeitsplatz oder auf das Zusammensein mit der Familie. Kein Wunder, bereitet es vielen Vereinen zunehmend Mühe, genug Freiwillige zu finden. Wir haben uns mit Organisator Michael Stern, Event-Chef der IG Sport Region Herisau, unterhalten.

Herr Stern, das 3. Herisauer Sport-Forum steht unter dem Motto «Hände weg – Risiken und Nebenwirkungen der Freiwilligenarbeit». Warum dieser negative Titel, Freiwilligenarbeit ist doch etwas Positives?

Michael Stern: Wo Licht ist, ist auch Schatten. Wenn sich die IG Sport im Jahr der Freiwilligenarbeit – wie viele andere Organisatoren auch – diesem Thema widmet, darf sie auch mal die Rückseite dieser Freiwilligkeit ausleuchten. Der Sport lebt von der Freiwilligenarbeit; sie ist die Basis der Vereine, des Nachwuchs- und Breitensports und somit der nationalen bzw. internationalen Leistungsspitze. Abgesehen davon, dass das nicht nur für den Sport gilt.

Was sind die Schwierigkeiten der Freiwilligenarbeit?

Stern: Freiwilligenarbeit beruht auf Idealismus. Da spielen andere Mechanismen als in der Wirtschaft, wo uns glauben gemacht wird, Leistung sei mit Geld und guten Sozialleistungen zu erreichen. Da muss es rundum stimmen, sonst findet man keine Freiwilligen oder sie sind sofort wieder weg.

Geniesst die Freiwilligenarbeit genug Wertschätzung?

Stern: Jein. Oder anders gesagt: Ich denke, das ist sehr individuell. Wenn jemand einen Dank erwartet für seine freiwillige Arbeit, sollte er/sie sofort aufhören damit. Egal auf welcher Stufe.

Was können Vereine tun, damit sie genug Freiwillige finden?

Stern: Ein gutes Klima schaffen.

Können Sie uns etwas über die Referenten verraten?

Stern: Ausser Peter Künzle, dem Geschäftsführer von Benevol St. Gallen, um den beim Thema Freiwilligenarbeit hier in der Region wohl niemand vorbeikommt, handelt es sich um eher unbekannte Namen. Urs Wieland ist Partner der wieland und partner, dipl. Verwaltungsfachmann und Fachmann Human Resources, Adrian Eichrodt ist Leiter IT der Geoinfo AG und in seiner Freizeit auch engagierter Freiwilliger. Wenn er aus der Sicht eines Arbeitgebers über Freiwilligenarbeit und die daraus entstehenden Konflikte berichtet, können wir davon ausgehen, dass hier ein Mann aus der Praxis als Referent vor dem Publikum steht. (pd)

Das 3. Herisauer Sport-Forum findet am Samstag, 5. November, im Cinetreff in Herisau statt. Es beginnt um 10 Uhr und dauert zwei Stunden; anschliessend gibt es einen Apéro. Der Eintritt ist gratis.

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