Freiheiten für die Schülerschaft

Von Autismus bis PC-Bau: Die 4.-Gymnasiastinnen und -Gymnasiasten des Gymnasiums St. Antonius in Appenzell haben am Dienstagabend im Rahmen der Begabungsförderung ihre Projektarbeiten ausgestellt. Das Interesse war gross – ebenso die Themenvielfalt.

Markus Fässler
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Einsatz auch während der Präsentation: Marisa Moser befasste sich mit dem Thema Röhnrad. (Bild: Markus Fässler)

Einsatz auch während der Präsentation: Marisa Moser befasste sich mit dem Thema Röhnrad. (Bild: Markus Fässler)

APPENZELL. Im gut gefüllten Foyer dal Cappuccino des Gymnasiums St. Antonius in Appenzell geht es hektisch zu und her. Etliche Stimmen und Trommelwirbel im Hintergrund sind zu hören. Soeben sind die Türen für die Eltern geöffnet worden. Die Gymnasiasten der 4. Klasse präsentieren ihre Projektarbeiten, die in den vergangenen sechs Monaten im Rahmen der Begabungsförderung entstanden sind.

Ziel: Selbständiges Arbeiten

An den verschiedenen Präsentationsständen gibt es für die Besucherinnen und Besucher eine breite Themenvielfalt zu bestaunen und Wissenswertes zu erfahren: Etwa über die Körperhaltung und ihre Bedeutung, die Geschichte der USA, die Solarenergie, die Molekularküche, über Parfums oder Cocktails.

Das Gymnasium verfolgt mit dem Projekt das Ziel, dass die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten selbständig arbeiten. Bei der Begabungsförderung gibt es wohl sieben Kategorien – wie Technik, Kreativität oder Musik – bei der Themenwahl sind die Schüler jedoch frei. «Mit den Freiheiten, die wir den Schülern lassen, fahren wir gegen den Zeitgeist, vielleicht ist das Projekt auch schöngeistig», sagt Projektleiter Marc Ramel. Aber viele liessen sich davon begeistern. Silvio Breitenmoser, Leiter des Innerrhoder Amtes für Mittel- und Hochschulen, findet die Idee gut: «Die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten müssen ihre Freiheiten haben, gerade wenn sie sechs Jahre an einer Schule sind. Die Erfahrungen, die sie während der Projektphase sammeln, sind wichtig. Besonders das einzuhaltende Zeitmanagement stellt sie vor eine Herausforderung.» Für die Realisierung hatten die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten jeweils am Dienstagnachmittag drei Lektionen Zeit.

Zwei Semester – zwei Projekte

Die Teilnahme an der Begabungsförderung ist für alle obligatorisch, es gibt aber keinen Notendruck. «Das wollen wir bewusst verhindern. Es gibt jedoch ein Prädikat», so Marc Ramel.

Im zweiten Semester steht bereits das nächste Projekt im Rahmen der Begabungsförderung an. Die Schülerschaft wählt Ende des Schuljahres in jeder Kategorie ein Siegerprojekt aus.