Freiheit und ­Grenzen bei der Kindererziehung

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Erika Bösch und Ilara Tischhauser werden auf dem Hackbrett spielen.

Erika Bösch und Ilara Tischhauser werden auf dem Hackbrett spielen.

Ebnat-KappelDas Elternforum Ebnat-Kappel widmete sich kürzlich bei einem Vortrag dem Thema «Freiheit und Grenzen, wie wir verhindern können, dass unsere Kinder Tyrannen werden». Die Präsidentin des Elternforums Ebnat-Kappel, Ursula Minder, durfte rund 20 interessierte Eltern im katholischen Pfarreisaal begrüssen. Referentin Irene Sidler stellte sich vor. Die ursprüngliche Primarlehrerin ist nach Weiterbildungen in entwicklungspsychologischen Themen, nach einem Studium in sozialer Arbeit und nach einem Master in psychosozialer Beratung, als Sozialarbeiterin wieder zurück in den Schulzimmern. Zudem ist Irene Sidler in der Elternbildung tätig. Sie erklärte den Zuhörern, dass es in der heutigen Erziehungshaltung drei Möglichkeiten gäbe: Grenzen ohne Freiheit, Freiheit in Grenzen und grenzenlose Freiheit. Sie machte einen Vermerk auf drei Bücher wie «Kinder im Vorschulalter kompetent erziehen»; «Kinder im Grundschulalter kompetent erziehen» sowie «Jugendliche kompetent erziehen».

Anschliessend wurden die drei Erziehungshaltungen noch mit Skizzen und einem Filmbeispiel erläutert. Es zeigte sich schnell, dass Kinder, welche nach dem Prinzip Freiheit in Grenzen erzogen werden, am besten aufgehoben sind. Diese Erziehungshaltung wurde auch mit den Begriffen «Präsenz», «Achtsame Sorge», «Verständnis» und «Beharrlichkeit» umschrieben. Irene Sidler betonte, dass man als Eltern immer eine Stufe höher als die Kinder sein sollte, aber nicht zu hoch. Auch das Thema «Brüllfalle» wurde angeschnitten. Wenn Eltern die Kinder anbrüllen, wollen sie Macht demons­trieren, sind aber zugleich Vorbild für aggressives Verhalten. Es wäre wirkungsvoller, Augenkontakt herzustellen und die Kinder zu berühren.

Irene Sidler zeigte , was die Kinder brauchen: kompetente Eltern, welche den Sprösslingen folgendes bieten: Liebe, Aner­kennung, Respekt, Spielraum, Herausforderungen, Fürsorge. «Eltern müssen für die Kinder da sein, damit sie eine gute Entwicklungschance haben», beendete Irene Sidler ihre Ausführungen und wurde mit einem Präsent verabschiedet und verdankt. (pd)