Freiheit in der Gefangenschaft

NESSLAU. Der Gospelchor Rhythm and Glory erfreute die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer am Samstagabend in der Kirche Nesslau mit seinen Liedern zum Thema «Freedom is coming».

Lisa Leisi
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Der Gospelchor Rhythm and Glory widmet sein neues Konzertprogramm dem Thema Freiheit. (Bild: Lisa Leisi)

Der Gospelchor Rhythm and Glory widmet sein neues Konzertprogramm dem Thema Freiheit. (Bild: Lisa Leisi)

NESSLAU. Die Orgel erklingt. Die Sängerinnen und Sänger kommen nach vorne und nehmen ihre Plätze ein und Trompeter Olaf Janssen stimmt ein ins feierliche «Salvation and Glory» – schon der Beginn des Auftritts ging den Zuhörerinnen und Zuhörern unter die Haut.

Hoffnung im Glauben gefunden

Dann begrüssten die Moderatorinnen Marianne Brühwiler und Fränzi Büchler das Publikum und sprachen die tiefe Bedeutung an, die das Wort Freiheit früher für Sklaven hatte. Im Verlauf ihrer Ansagen regten sie die Zuhörer immer wieder zum Nachdenken über ihren persönlichen Umgang mit Freiheit und Unfreiheit an. Die Kirche sei für diese Menschen ein besonderer Ort der Freiheit gewesen, erklärten die beiden. Die Gospels zeugten unter anderem von der Freiheit wenigstens nach dem Tod im ewigen Leben, ebenso wie vom Trost und der Hoffnung, die die Sklaven oft im Glauben an Gott fanden. Im folgenden Gospelmedley kam dies im Lied «Oh freedom» zum Ausdruck. Dort heisst es: «… and go home to my Lord and be free». Es war ein berührender Moment als ein Kind vor dem Einsatz von Sängerin Margrit Tyrrell ermutigend rief: «Go Mami!» Der Chor wurde durch eine Band, bestehend aus Piano, Trompete, Bass und Schlagzeug unterstützt. Für zwei afrikanische Lieder, die erstaunlich gut mit den Gospels harmonierten, kamen Djembe und Congas zum Einsatz.

Botschaft und Hilfe

Es ist unterdessen zur Tradition geworden, dass der Gospelchor jeweils am Samstag vor dem Ewigkeitssonntag sein erstes Konzert in der reformierten Kirche in Nesslau durchführt. Der tröstende Inhalt der Lieder wirkt ausgleichend zur dunklen Jahreszeit. Gospels sind manchmal eigentliche Gebete. Besonders zum Ausdruck kam dies im vergleichsweise ruhigen Lied «Help me Lord». Dort heisst es unter anderem übersetzt: «Hilf mir Herr, dass ich es so gut mache, wie ich kann. Lehre mich, andere zu verstehen. Hilf mir zu leben. Hilf mir Herr, ich lege es in deine Hand.»

Auch zur Tradition des Chors gehört, dass etwa die Hälfte der Kollekte für einen wohltätigen Zweck eingesetzt wird. Dieses Jahr ist die finanzielle Hilfe für «Township-Kinder» in Südafrika bestimmt, um ihnen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, wie der Präsident des Chors, Conrad Egger, ausführte.

Der Gospelchor Rhythm and Glory wird am Samstag, 8. Dezember, in der Kirche Alt St. Johann und am Sonntag, 20. Januar, in der katholischen Kirche in Mosnang, jeweils um 20 Uhr, zu hören sein.

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