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Freie Wohnungen sind rarer

Kantonsweit die günstigsten Mieten werden im Toggenburg bezahlt. Doch die Verfügbarkeit von Mietwohnraum geht zurück. Dagegen steigt die Zahl der Einfamilienhäuser.
Serge Hediger
In Lichtensteig wirbt ein Plakat für total sanierte Mietwohnungen. Im Toggenburg jedoch sinkt die Zahl des verfügbaren Mietwohnraumes. (Bild: Serge Hediger)

In Lichtensteig wirbt ein Plakat für total sanierte Mietwohnungen. Im Toggenburg jedoch sinkt die Zahl des verfügbaren Mietwohnraumes. (Bild: Serge Hediger)

Wer sich im Toggenburg – etwa zum Zügeltermin vom 1. Oktober – nach einer neuen Wohnung umschaute, brauchte etwas mehr Glück und Geduld als auch schon. Die Auswahl freier Objekte ist zurückgegangen, die Zahl der leerstehenden Wohnungen gesunken. Diese Einschätzung lässt sich aus der sogenannten Leerwohnungsziffer ableiten, die jährlich mit Stichtag 1. Juni für jede Gemeinde erhoben wird. Demnach stehen im Thur- und Neckertal 1,9 Prozent des Gesamtwohnungsbestandes leer. Das entspricht 462 Wohnungen. Vor 15 Jahren indes lag die Leerwohnungsziffer kreisweit bei 3,21 Prozent (703 Wohnungen).

Warum das Kapital in den Immobilienmarkt fliesst

Auf die tiefste Leerwohnungsziffer kommt die Gemeinde Neckertal. Ihre 0,1 Prozent (zwei Wohnungen) bedeuten rein statistisch «Wohnungsnot»; der Grenzwert dafür wird allgemein bei einem Prozent angesetzt.

Doch Knappheit herrscht nicht überall. Am anderen Ende der Skala findet sich Lütisburg, das am meisten leerstehende Wohnungen ausweist: Hier ist bei einer Leerwohnungsziffer von 5,23 Prozent eine von zwanzig Wohnungen unbelegt (total 36 Wohnungen). Experten führen diese Entwicklung, die nicht nur im unteren Toggenburg, sondern auch beispielsweise im Rheintal zu beobachten ist, auf die tiefen bis negativen Zinsen zurück. Als Folge davon seien mit sicheren Anlagen auf dem Kapitalmarkt kaum noch Renditen zu erzielen.

«Ein Mietshaus verspricht aber immer noch drei oder vier Prozent Rendite», sagte Bankfachmann Fredy Hasenmaile von der Credit Suisse kürzlich gegenüber der Zeitung Ostschweiz am Sonntag (OaS). So fliesse das Kapital in den Immobilienmarkt. «Egal, ob die Nachfrage mitmacht oder nicht.» Damit lässt sich erklären, dass in Teilen des Toggenburgs und in der Umgebung von Wil in letzter Zeit zu viele Wohnungen gebaut wurden und die Leerstände kontinuierlich stiegen.

Hinzu kommen die Kosten. Denn mehr und mehr steigt der Anteil Neuwohnungen, die heute bereits knapp 15 Prozent aller Leerstände ausmachen. Immobilienfachmann Robert Weinert vom Beratungsunternehmen Wüest & Partner in der OaS: «Neue Wohnungen entstehen oft im hochpreisigen Segment. Das können und wollen sich nicht alle leisten.»

Die Toggenburger, ein Volk von Eigentümern

Nach wie vor sind hochpreisige Wohnungen im Toggenburg nicht die Regel, so dass das Thur- und Neckertal gemäss der kantonalen Fachstelle für Statistik kantonsweit sogar mit den günstigsten Mieten aufwarten kann.

Eine Dreizimmerwohnung kostet hier durchschnittlich 991 Franken; sechs und mehr Zimmer sind für 1704 Franken zu haben. Kein Vergleich mit dem Kreis See-Gaster. Hier kosten drei Zimmer 1286 Franken; sechs und mehr Zimmer schlagen mit 2237 Franken zu Buche (Kantonsdurchschnitt: 1154/1910 Franken).

41,2 Prozent aller St. Gallerinnen und St. Galler wohnen jedoch nicht zur Miete, sondern sind Wohnungs- oder Hausbesitzer. Im Toggenburg ist der Anteil mit 51,5 Prozent deutlich höher – kantonale Spitzenquote.

Entsprechend ist im Kreis Toggenburg auch der Anteil Einfamilienhäuser am gesamten Wohnungsangebot hoch: 60,1 Prozent. Mit 67,4 Prozent ist das Erscheinungsbild Oberhelfenschwils am stärksten von Einfamilienhäusern geprägt; den geringsten Anteil Einfamilienhäuser findet sich, historisch und geographisch begründet, mit 53,8 Prozent in Lichtensteig. Dafür hat das Städtchen gemeinsam mit Wattwil den kreisweit höchsten Anteil an Drei- bis Vierzimmerwohnungen: 49,0 und 49,1 Prozent.

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