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Freie Sicht auf die Wildenburg

Die Ruine der Wildenburg in Wildhaus hat bis anhin ein verborgenes Dasein gefristet. Nun hat sich ein Mäzen gefunden, dessen Stiftung das ändern will. Schliesslich ist die Burg – sie wurde von den Erbauern, den Herren Sax, «wildes Huus» genannt – Namensstifterin von Wildhaus.
Matthias Giger
Die Wildenburg-Ruine in Wildhaus – sie war von Bäumen um- und bewachsen – ist am Montag aus ihrem Tarnkleid geholt worden. (Bilder: Matthias Giger)

Die Wildenburg-Ruine in Wildhaus – sie war von Bäumen um- und bewachsen – ist am Montag aus ihrem Tarnkleid geholt worden. (Bilder: Matthias Giger)

Wildhaus. Revierförster Richard Tobler schätzt, dass rund ein Drittel der Wildhauser Bevölkerung noch nie von der Ruine der Wildenburg gehört hat. Wenn man bedenkt, wie verborgen und zugewachsen die Ruine bisher war, wundert dies nicht. Selbst auf den Mauern der ehemaligen Burg standen Tannen, die das Menschenwerk langsam wieder für die Natur zurück eroberten. Damit soll nun Schluss sein. Ein Mäzen aus Zürich hat sich bereit erklärt, endlich etwas gegen die Verborgenheit und Vergessenheit der Ruine zu tun. Er ist auf die Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann zugegangen und hat sich bereit erklärt, dass seine Stiftung das Defizit übernimmt. Sie schützt im oberen Toggenburg historische und kulturelle Güter.

1998 kaufte die Gemeinde Wildhaus die Ruine von der Schweizer Armee. Im Hügel unter der Ruine befindet sich ein Bunker, den das Militär schon Jahre zuvor stillgelegt hatte. Erbaut wurde dieser während des Zweiten Weltkriegs.

«Bis vor wenigen Jahren konnten nur öffentliche Körperschaften Land erwerben, auf dem sich Schutzwald befindet. Zum Glück», meint der Revierförster Richard Tobler, «denn hätte ein Privater das Land gekauft, wäre es wahrscheinlich nicht so einfach gewesen, die Burgruine auszuholzen.»

Erster Schritt getan

Die Burgruine, die dem Ort Wildhaus Namensstifterin war (siehe Kasten), ist nun wieder sichtbar. «Damit ist ein erster Schritt zur Aufwertung der Wildenburg getan», sagt Richard Tobler. Es besteht ein Weg rund um die Ruine. Er sei allerdings momentan nicht begehbar. Wahrscheinlich werde der Kurverein dies nun aber ändern. «Denn mit ihrer Sichtbarkeit wird das Potenzial der Ruine als Ausflugsziel wohl wieder bewusster», vermutet er. Die Forst Obertoggenburg AG (FOAG), die auch die Forstarbeiter für den Holzschlag gestellt hat, werde zwischen den verbliebenen Bäumen Sträucher pflanzen. Der Waldgürtel werde dadurch aufgewertet. Wenn die Stiftung dafür Geld zusichere, wäre es in einem zweiten Schritt möglich, die Ruine auch zu sanieren, indem die alten Mauern gesichert würden, zückt der Revierförster schon die nächste Idee. Ihm sei auch daran gelegen, dass die Wildenburg-Ruine wieder aufgewertet und die Bildungslücke geschlossen werde.

Viel Holz, wenig Ertrag

Die Idee, die Ruine der Wildenburg für die Allgemeinheit wieder attraktiv zu machen, sei nicht neu. Bisher habe es allerdings am Landbesitz der Gemeinde beziehungsweise am Geld gefehlt, so Richard Tobler.

Nebst dem Defizit, das die Stiftung des Feriengastes aus Zürich übernimmt, gäbe es von Bund und Kanton noch Beiträge an die Schutzwaldpflege und eventuell auch an die Waldrand-Bewirtschaftung. Durch den Verkauf des Holzes wird ein Teil der Gesamtkosten für den Schlag und Abtransport des Holzes per Heli – rund 20 000 Franken – gedeckt. Ein Teil der Stämme geht als Nutzholz an eine Sägerei, ein Teil wird als Brennholz für den Eigengebrauch genutzt. Die Äste werden zu Holzschnitzeln verarbeitet. «Normalerweise lässt man bei Holzschlägen die Äste vor Ort liegen, aber uns ging es ja gerade darum, dass nach dem Ausholzen rund um die Ruine Ordnung herrscht», sagt Richard Tobler.

Beim Schönenbodensee in Wildhaus landeten die Bäume, welche die Wildenburg in Vergessenheit hüllten.

Beim Schönenbodensee in Wildhaus landeten die Bäume, welche die Wildenburg in Vergessenheit hüllten.

Licht im Dickicht sorgt dafür, dass man die Ruine der Wildenburg wieder sieht.

Licht im Dickicht sorgt dafür, dass man die Ruine der Wildenburg wieder sieht.

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