Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

FREESTYLE: Joel Gisler: "Plötzlich sah ich die Kante der Halfpipe und dachte, das wird knapp."

Trotz Sturz in der Halfpipe waren die Olympischen Spiele in Pyeongchang für den 24-jährigen Joel Gisler aus Libingen ein unvergessliches Erlebnis. Nach überstandener Verletzung möchte er wieder angreifen.
Beat Lanzendorfer
Joel Gisler muss sich gedulden, bis er in die Halfpipe zurückkehren kann. (Bild: Keystone/Jean-Christophe Bott)

Joel Gisler muss sich gedulden, bis er in die Halfpipe zurückkehren kann. (Bild: Keystone/Jean-Christophe Bott)

Beat Lanzendorfer

beat.lanzendorfer@toggenburgmedien.ch

Am Dienstag wurde Joel Gisler in seinem Heimatdorf Libingen begeistert empfangen. Nach seinem Sturz in der Halfpipe am 20. Februar klassierte sich der Freestler im 18. Schlussrang. Nun blickt er nach vorn und verfolgt mit den Weltmeisterschaften im kommenden Jahr in den USA sein nächstes Ziel.

Joel Gisler, wie geht es Ihnen?

Mir geht es eigentlich recht gut. Ich habe noch etwas Kopfschmerzen und spüre die Prellungen in meiner rechten Schulter. Hinzu kommt eine Schnittwunde am Knie, die aber nicht genäht werden musste.

Wenn Sie in der Halfpipe sind und zu einem Sprung ansetzen, merken Sie schon in der Luft, ob das gutkommt?

In der Regel merke ich sehr schnell, wenn etwas nicht funktioniert. Beim Sturz an den Olympischen Spielen habe ich es aber nicht gespürt. Ich habe zum Sprung angesetzt und dachte, es kommt gut. Diesen Eindruck hatte ich auch noch in der Luft.

Was passierte in den nächsten Sekunden?

Plötzlich sah ich die Kante der Halfpipe und dachte mir, das wird knapp. Weil vorher alles gut ging, war ich etwas verwundert, dass ich so hart an der Kante aufschlug.

Gab es schon ähnliche Stürze?

Ich hatte in Laax einmal einen Sturz, bei dem ich mir ebenfalls eine Hirnerschütterung zuzog. Damals war mir aber schon beim Absprung klar, da stimmt etwas nicht. Dadurch habe ich langsamer gedreht, was den Sturz zur Folge hatte. Darum verwundert es mich etwas, dass ich es diesmal nicht kommen sah.

Braucht es nach Stürzen beim nächsten Anlauf eine spezielle Überwindung? Gibt es so etwas wie Angst?

Angst nicht. Durch meine an den Olympischen Spielen eingehandelten Magen- und Darmprobleme kenne ich die Gründe, weshalb es in der Qualifikation nicht geklappt hat. Ich weiss ja, was ich machen muss, damit die Abläufe klappen. Schade ist nur, dass es an den Olympischen Spielen vor vielen Zuschauern passiert ist.

Was hat Ihnen die Teilnahme an den Olympischen Spielen bedeutet?

Sehr viel. Wenn ich auslesen könnte, hätte ich lieber ein Weltcupfinale in den USA versaut, wenn es dafür ein Olympisches Diplom gegeben hätte.

Sind Sie nach dem Sturz schon wieder auf den Skiern gestanden?

Nein, ich habe mit meinem Arzt vereinbart, dass ich mir ein paar Wochen Ruhe gönne. Dadurch kann ich leider an den Schweizer Meisterschaften in Laax am 6. März nicht fahren und muss auch für das Weltcupfinale in Frankreich passen.

Wann können Sie wieder ans Skifahren denken?

Wenn ich meine Hirnerschütterung auskuriert habe. Ich denke, das wird April oder dann spätestens im Sommer sein.

Was hat diese Zwangspause für Auswirkungen?

Ich bin aktuell im Weltcup an zwölfter Stelle klassiert. Für die Nationalmannschaft benötigt es aber eine Top-Ten-Platzierung. Es ist etwas schade, dass ich in Frankreich nicht an den Start gehen kann. Ich muss die Situation aber akzeptieren und ab Sommer wieder Vollgas geben.

Wie viele Tage im Jahr sind Sie eigentlich noch an Ihrem Wohnort Libingen?

Das ist schwierig zu sagen, ich habe die Tage noch nie gezählt. Während des Winters, von Dezember bis März oder April bin ich sehr selten hier. Nach der Weltcupsaison bleibt Zeit, um nach Libingen zurückzukehren. Nach ein paar Wochen Erholung beginnt aber bereits das Schneetraining. Im Herbst folgt meistens ein Aufenthalt auf dem Gletscher in Neuseeland. Daher macht eine eigene Wohnung auch wenig Sinn. Ich geniesse es, noch bei meinen Eltern zu wohnen. Bei ihnen kann ich kommen und gehen, wann ich möchte. Bei Mama gibt es auch immer etwas zu essen (lacht).

Wann sind Sie eigentlich zum ersten Mal auf Skiern gestanden?

Da war ich etwa vier Jahre alt. Ich kann mich noch erinnern, wie mich mein Vater auf die Schultern genommen hat und wir gemeinsam eine Piste neben unserem Wohnhaus gebaut haben.

Was sind Ihre nächsten Ziele?

Einer der kommenden Höhepunkte sind die Weltmeisterschaften im nächsten Winter in Park City. In der neuen Saison möchte ich konstant gute Resultate im Weltcup erzielen und natürlich wieder einen Podestplatz wie in diesem Winter erreichen.

Die nächsten Olympischen Winterspiele sind demnach noch zu weit weg?

So weit möchte ich jetzt noch nicht planen. Ich nehme es Schritt für Schritt. Dabei gilt es immer auch zu beachten, wie es der Gesundheit geht.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.