Frauenwahl

Prix Zora-Verleihung: Frauenzentrale sucht weitere Ausserrhoder Powerfrauen

Bereits zum dritten Mal werden am internationalen Frauentag 2021 fünf aussergewöhnliche Ausserrhoder Frauen mit dem Prix Zora geehrt. Eine frühere Preisträgerin sagt, was die Auszeichnung mit ihr gemacht hat.

Karin Erni
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Kasia Balinska Thurnheer bereitet sich auf ihre neue Aufgabe im Urwaldhaus vor.

Kasia Balinska Thurnheer bereitet sich auf ihre neue Aufgabe im Urwaldhaus vor.

Bild: Karin Erni

Die Feier für die Preisträgerinnen des Prix Zora soll am Montag, 8. März, im Hotel Restaurant Linde in Heiden stattfinden. Eine der Geehrten der ersten Stunde ist Kasia Balinska Thurnheer, bis vor wenigen Tagen Geschäftsführerin des traditionsreichen Hauses.

Sie habe die Aufgabe nach fast 17 Jahren mit gutem Gewissen abgeben können, so die 48-Jährige. «Die Trägerschaft und die Finanzen der Genossenschaft sind geregelt, jetzt ist es gut, wenn jemand anders neue Ideen reinbringt.» Die studierte Philologin hat fast ihre gesamte Berufszeit in der Gastronomie verbracht. Es begann mit einem Aushilfsjob im «Jägerhof» in St.Gallen, den sie neben ihrer Arbeit als Hausfrau und Mutter annahm. Daraus wurden schliesslich mehrere Jahre. «Die Arbeit bei Simone Lanz war sehr prägend für mich. Dort habe ich viel über die Gastronomie gelernt.» Später war Kasia Balinska am Aufbau der Genossenschaft Linde an ihrem Wohnort Heiden beteiligt. «Die erste Gründungssitzung fand 2003 in unserem Garten statt», erinnert sie sich.

Vielseitiges Engagement

Gerne denkt sie an die Verleihung des Prix Zora vor zwei Jahren zurück. «Es war eine schöne Überraschung, mit der ich nicht gerechnet hatte.» Ausgezeichnet wurde sie für ihr kulturelles Engagement. Nebst der Kulturgruppe der «Linde» präsidierte die gebürtige Polin auch die Polnisch-Schweizerische Vereinigung Ostschweiz, die sich mit verschiedensten Anlässen dem kulturellen Austausch zwischen den beiden Ländern widmet.

Der internationale Frauentag hat in der Schweiz keine grosse Bedeutung. Ganz anders in Polen, wo sie ihn in ihrer Jugend erlebt hat. «Wie in allen sozialistischen Ländern haben Frauen damals Geschenke vom Staat bekommen. Es war wie Geburtstag.» Sie erinnert sich noch, feine Strumpfhosen bekommen zu haben. «Das war etwas ganz Besonders.» Die heutige sehr konservative Regierung gehe in die gegenteilige Richtung, sagt Balinska. «Mit dem Verschärfung des Abtreibungsrechts werden die Rechte der Frauen wieder massiv beschnitten.»

Als arbeitende Frau sei sie in der Schweiz als Mutter von zwei Buben vor 20 Jahren manchmal etwas schräg angeschaut worden. «Ich wurde oft bemitleidet, dass ich arbeiten musste.» Dabei sei es für Mütter durchaus gut, einen Ausgleich zum Familienalltag zu haben. Ihre eigenen Eltern, beide Lehrer, hätten immer gearbeitet. «Ich hatte nie das Gefühl, dass mir etwas fehlt.» Heute gebe es glücklicherweise auch in der Schweiz Tagesstrukturen, die es den jungen Frauen ermöglichen, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen.

Kasia Balinska Thurnheer wohnt mit ihrem Mann Edi Thurnheer seit dem Sommer im Urwaldhaus in Rehetobel. Anfang Januar wird das Lokal mit neuem Konzept wieder aufgehen. In der kleinen Küche wird dann oft sie selbst stehen. Sie freut sich auf die Herausforderung: «Es wird kein Gourmetlokal werden, davon gibt es genug in der näheren Umgebung.» Ihr schwebt eher etwas Familiäres vor, das dem Namen des Lokals gerecht wird. «Es wird sicher einige vergessene Appenzeller Gerichte geben. Ich bin schon fleissig am Üben.»

Prix Zora

Jetzt Frauen vorschlagen

Die Frauenzentrale AR will mit dem Prix Zora das ehrenamtliche Engagement von verschiedenen Frauen, mit unterschiedlichen Hintergründen und aus diversen Tätigkeitsbereichen sichtbar machen. Wer eine aussergewöhnliche Frau kennt und für den Prix Zora 2021 nominieren möchte, kann dies bis Ende Dezember unter prixzora@frauenzentrale-ar.ch.