Frauentrio gestaltet Chössi-Programm

LICHTENSTEIG. Das neue Programmteam des Chössi-Theaters steht fest. Am Mittwoch stellten sich die drei Frauen den Medien vor: Neben Ilse Pauli, die schon seit Jahren mitwirkt, werden Brigitte Helfenstein und Sonja Rüegg das Programm mitgestalten.

Hansruedi Kugler
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Was gibt es Schöneres, als nach Feierabend ins Chössi-Theater zu gehen, ins Restaurant und in den Theatersaal der alten Bahnhalle? Das denken sich nicht nur viele Toggenburger Kulturfreunde, sondern auch die beiden neuen Mitglieder des Programmteams. «Das Ambiente hat mich sofort verzaubert», sagt Brigitte Helfenstein, die seit zehn Jahren eine Chössi-Helfergruppe leitet. Nach dem Abgang von Elfie Wälly, die nach sechs Jahren im November 2013 die Programmgruppe verlassen hatte, herrschte Funkstille bezüglich Neubesetzung. Am Mittwochabend wurde nun das Geheimnis gelüftet: Die Bütschwilerin Brigitte Helfenstein und Sonja Rüegg, die in den letzten beiden Jahren Projektleiterin der Klangschmiede in Alt St. Johann war («im Chössi war ich noch nicht oft»), bilden mit Ilse Pauli zusammen das Programmtrio.

Kissenschlacht ums Programm

Die Programmation werde nicht mehr auf die zwei Ressorts Theater und Musik verteilt, sondern die Entscheide fallen jeweils gemeinsam: «In einer Kissenschlacht, in der jede von uns Ideen einbringt», sagt Sonja Rüegg und lacht. Sie, mit 39 Jahren die Jüngste im Trio, bringt nun aber nicht einfach Klangwelt-Jodler ins Chössi. «Meine Lieblingsband ist Elements of Crime», sagt Sonja Rüegg, die am liebsten einmal Blixa Bargeld, den Sänger der «Einstürzenden Neubauten» für ein Konzert engagieren würde. Dass sie zu einer Verjüngung des Publikums beitragen werde, sei sicher gewünscht, sagt Chössi-Präsident Urban Kressibucher. Auf jeden Fall werde sie vor allem musikalische Ideen einbringen, sagt die in Ebnat-Kappel wohnhafte Sonja Rüegg. Einen breit abgestützten Geschmack hat Brigitte Helfenstein. Was ihre Favoriten im kommenden Programm sind, verrät sie nicht: «Das Kollegialitätsprinzip geht bei uns über alles», sagt sie und lacht.

Experimentelles und Bewährtes

Auf die Erfahrungen und das Netzwerk von Ilse Pauli, die mit Unterbruch schon seit den Anfängen des Chössi-Theaters das Programm mitbestimmt, kann sich das Kleintheater weiterhin verlassen. Sorgen, mal zu wenig Künstler zu finden, haben die Chössi-Frauen ohnehin nicht: «Wir bekommen jeden Tag Anfragen von Agenturen und Künstlern», sagt Ilse Pauli. Wichtig sei auch der Besuch der Kleinkunsttage Thun. Dort werden die Chössi-Leute immer wieder fündig. Zum Beispiel Marjolaine Minot – die eine schrullige Frau mit Feingefühl spielt. Den Programmstart im Januar macht «Dinner for one» auf Finnisch, mit einem Comedian, der in Finnland eine TV-Show hat. Ansonsten wird es im Chössi weiterhin eine Mischung von Experimentellem und Bewährtem geben: Michael Elsener, Ohne Rolf, Jaap Achterberg, Flurin Caviezel werden wider zu sehen sein.