Frauenfussball ist geil

Per Kurier habe ich eine Notiz von der Nationaltrainerin des Schweizer Frauenfussball-Nationalteams erhalten. «Für Patrik, Frauenfussball ist geil», lautet die unmissverständliche Botschaft von Martina Voss-Tecklenburg.

Patrik Kobler
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Appenzeller (Bild: Patrik Kobler)

Appenzeller (Bild: Patrik Kobler)

Per Kurier habe ich eine Notiz von der Nationaltrainerin des Schweizer Frauenfussball-Nationalteams erhalten. «Für Patrik, Frauenfussball ist geil», lautet die unmissverständliche Botschaft von Martina Voss-Tecklenburg. Offenbar ist ihr zugetragen worden, dass ich nicht in den Chor der Frauenfussball-Bewunderer einstimmen will. Denn mich nervt der missionarische Eifer, mit dem für den Frauenfussball geweibelt wird. Seit Jahren liegen mir Leute in den Ohren, dass das Niveau super und nicht mehr mit früher vergleichbar sei. Und sowieso: Frauen würden technisch viel besser und weniger kampfbetont spielen als die Männer. Papperlapapp. Männerfussball und Frauenfussball sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Der Niveauunterschied ist eklatant. Als ich eine C-Junioren-Mannschaft trainierte, spielten wir gegen ein NLA-Team. Die Buben gewannen mit 10:0.

Freilich habe ich nichts dagegen, wenn Frauen Fussball spielen. Eine meiner Verflossenen hat auch gespielt und ich habe viele Stunden an der Seitenlinie zugeschaut. Später begleitete ich ihre ersten Schritte, als sie in Gais einige interessierte Mädchen trainierte. Erst auf dem alten Friedhof, dann auf dem Atzgras. Der Zulauf war so gross, dass man sich dem FC Bühler anschloss und in der Meisterschaft antrat. Der Rest der Geschichte ist bekannt. Im Mittelland entstand ein beispielloser Frauenfussball-Boom. Heute verfügt der FC Bühler über eine erfolgreiche Nachwuchsabteilung, und die 1. Mannschaft der Frauen spielt inzwischen in der 1. Liga. Kürzlich haben die Appenzellerinnen im Cup sensationell das NLA-Team von St. Gallen ausgeschaltet und empfangen nun zur Belohnung am Sonntag in einer Woche um 14 Uhr ein weiteres NLA-Team, Yverdon Féminin. Es ist die erste Achtelfinalteilnahme für die Bühlerinnen. Diese Entwicklung begeistert mich ebenso, wie die vielen Frauen, die mit Engagement und Herzblut in ihren Vereinen aktiv sind. Frauenfussball ist geil. Nur wie sie spielen, finde ich langweilig – das gilt allerdings zunehmend auch für den Männerfussball. Spannender als Heckenschneiden und Rasenmähen ist es aber allemal.