Frauenfussball
Die Freude gross, die Chance klein: Bühler und Appenzell treffen im Cup auf Super-League-Vereine

Heute Samstag sind gleich zwei Teams aus der Women's Super League im Cup zu Gast im Appenzellerland: Appenzell trifft auf den FC Basel, Bühler fordert Aarau heraus.

Lukas Pfiffner
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Bühler-Trainer Antonio Romano (mit roter Mütze) im Kreis seines Teams.

Bühler-Trainer Antonio Romano (mit roter Mütze) im Kreis seines Teams.

Bild: PF

«Endlich haben wir einmal ein grosses Los erhalten, das wir uns schon lange gewünscht haben», sagt Appenzells Trainer Juan Isler. Um 20 Uhr beginnt Samstagabend der Cup-Sechzehntelfinal zwischen den Innerrhoderinnen und dem FC Basel auf dem Sportplatz Schaies. Zwei Stunden vorher treffen die Frauen des FC Bühler in der Göbsimühle ebenfalls auf ein Team aus der obersten Frauenliga, Aarau.

Nach fünf Spielen liegt Appenzell im Zwölferfeld der 1.-Liga-Gruppe 2 auf dem sechsten Platz, Bühler (mit einem Spiel mehr) auf Rang acht. Isler sagt:

«Alles andere als ein deutlicher Sieg Basels wäre eine Überraschung. Aber wir freuen uns riesig auf dieses Spiel.»

Bühler hat schon ab und zu als unterklassiger Verein starke Ergebnisse im Schweizer Cup erreicht und sogar die Sechzehntelfinals überstanden. «Wir besitzen nicht mehr das gleiche Kader wie zu den besten Zeiten des Vereins vor sieben oder acht Jahren», relativiert Trainer Antonio Romano. Und die Meisterschaft habe Priorität.

«Aber selbstverständlich geniessen wir diesen Cup-Bonusauftritt und wollen eine gute Partie zeigen.»

Da langjährig, dort neu

Basel ist seit langem Mitglied der obersten Frauenliga und belegt nach fünf Runden den vierten Platz (drei Siege, ein Remis). Den Gegner speziell beobachtet hat Isler im Hinblick auf das Cupspiel nicht. «Ich verfolge die oberste Spielklasse so oder so in den Streams, da bekommt man von allen Mannschaften gewisse Eindrücke.»

Aarau dagegen ist erst seit diesem Sommer Teil der auf zehn Teams ausgeweiteten Axa Women's Super League (AWSL). Mit anderen Worten: Bühler spielte in der vergangenen Saison eine einzige Liga tiefer. Lassen sich daraus Hoffnungen ziehen? Romano schmunzelt und meint: «Vielleicht ein wenig. Das Niveau ist allerdings schon hoch und Aarau sicher professionell aufgestellt.»

Die Aarauerinnen sind aktuell Tabellenachte mit zwei Unentschieden und erst einem geschossenen Tor. Ein grosses Erlebnis war ihnen am vergangenen Wochenende gegönnt – mit dem AWSL-Spiel gegen die Grasshoppers auf dem traditionsreichen Brügglifeld direkt im Anschluss an die Partie der Männer (gegen Kriens) und mit der Berichterstattung auf SRF.

«Red Boots» mit zwei Promis

Die offizielle Bezeichnung der Aarauer Frauen lautet «Red Boots». Ihnen gehören mit Seraina Friedli und Selver Hodzic die prominentesten Personen an, die am Samstag für die fussballerische Aufgabe im Appenzellerland zu Gast sind. Torhüterin Friedli schaut auf Nationalmannschaftserfahrung und Schweizer-Meister-Titel (mit den Young Boys und dem FC Zürich) zurück.

Zurück in der Schweiz: Torhüterin Seraina Friedli spielt nun für den FC Aarau.

Zurück in der Schweiz: Torhüterin Seraina Friedli spielt nun für den FC Aarau.

Fabio Baranzini

In der vergangenen Saison war sie Teil des Kaders von San Gimignano in der höchsten italienischen Frauenliga. Der Verein orientierte sich neu, sie hatte dort keine Zukunft mehr und wechselte zum eben aufgestiegenen Aarau. Und Hodzic, der seit dem Sommer Trainer der Aarauerinnen ist, spielte als Verteidiger vor 16 Jahren mit dem FC Thun in der Champions League gegen Arsenal, Ajax Amsterdam und Sparta Prag.

Personaldecke ist dicker geworden

Sowohl der FC Bühler als auch der FC Appenzell hatten in den Meisterschaftsspielen mehr als einmal mit einem ausgedünnten Kader anzutreten, weil sich zu Verletzungen einige Ferienabwesenheiten gesellten. Am Samstag dürfte die Personaldecke für die Cupspiele dick genug sein: Sowohl Antonio Romano als auch Juan Isler gehen davon aus, dass ihnen 16 bis 17 Spielerinnen zur Verfügung stehen (Stand: vor dem Abschlusstraining vom Freitagabend).

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