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Ausserrhoder Frauen sollen Zuberbühler herausfordern

Die Frauenzentrale plädiert in einem offenen Brief für mehr Frauen in der Politik. Die Parteien zeigen Verständnis – ordnen die Forderung letztlich aber politischem Kalkül unter.
Philipp Wolf, Alessia Pagani
Die Frauenzentrale AR möchte, dass ab Herbst eine Ausserrhoder Frau im Bundeshaus politisiert. (Bild: Benjamin Manser)

Die Frauenzentrale AR möchte, dass ab Herbst eine Ausserrhoder Frau im Bundeshaus politisiert. (Bild: Benjamin Manser)

Die Frauenzentrale Ausserrhoden wünscht sich im Herbst die Qual der Wahl. In einem offenen Brief an alle Parteien stellt sie zwei Forderungen für die nationalen Wahlen im Herbst: Erstens ein grösseres Feld an Bewerbern. Die Medienverantwortliche der Frauenzentrale AR, Jennifer Abderhalden, sagt:

«Es kann nicht sein, dass auf zwei freie Sitze nur zwei Personen kandidieren.»

So wären bereits mehr kandidierende Männer ein Fortschritt. Doch fordert die Frauenzentrale unmissverständlich, dass unter den Kandidierenden auch Frauen sind. Zweitens sollen mehr Frauen politische Ämter anpeilen. Zurzeit sind sowohl der Ausserrhoder Stände- als auch der Nationalratssitz von einem Mann besetzt. Abderhalden:

«Wir wollen, dass eines dieser beiden Mandate von einer Frau ausgeübt wird.»

Es gebe genügend Frauen, die ebenso gut politisieren könnten wie die Männer in Bern. Die Forderung nach mehr Frauen in der Ausserrhoder Politik stösst bei allen Parteien auf Zustimmung. Monika Bodenmann-Odermatt, Präsidentin der FDP AR, sagt: «Ich unterstütze diese Forderung». Die FDP werde sich deswegen aber bei der Kandidatensuche nicht nur auf Frauen beschränken. Bodenmann-Odermatt nimmt sich für eine solche gleich selbst aus dem Rennen. «Ich bleibe Präsidentin der FDP AR», sagt sie. Zu anderen möglichen Kandidatinnen möchte sich Bodenmann-Odermatt derweil noch nicht äussern. Und sowieso dürfe man männliche Kandidaturen nicht per se ausschliessen.

Ähnlich relativierende Worte kommen von Andreas Zuberbühler, dem Präsidenten der PU AR:

«Die Forderung ist nachvollziehbar, allerdings nicht einfach umzusetzen».

Andreas Zuberbühler ist ein ausgewogener Frauenanteil grundsätzlich wichtig. «Es darf aber nicht das einzige Kriterium bei der Auswahl sein.»

PU und SP suchen bisher erfolglos

Die PU haben im Hinblick auf die National- und Ständeratswahlen in den eigenen Reihen nach Kandidaten gesucht aber noch keine gefunden – weder einen Mann, noch eine Frau. Zuberbühler nimmt deshalb gerade auch das weibliche Geschlecht in die Pflicht:

«Es liegt schlussendlich auch an den Frauen selber, dass sie sich überhaupt für eine Kandidatur stellen. Geeignete gäbe es genug.»

Zuberbühler wünscht sich, dass auch die Frauenzentrale selber aktiv wird und Frauen zu einer Kandidatur motiviert. Nicht zuletzt hätten die beiden jetzigen Amtsinhaber, Ständerat Andrea Caroni und Nationalrat David Zuberbühler, auch eine «Mitschuld» an der Zurückhaltung möglicher Kandidaten. Zuberbühler: «Allenfalls spielt eine gewisse Angst mit, dass man nicht gewählt wird. Dazu kommen die hohen Kosten, die ein Wahlkampf verursacht. Das macht es nicht einfacher, weder für Frauen noch für Männer.»

Aufgrund des Wahlerfolges der Frauen bei den letzten Gesamterneuerungswahlen ist es für die SP AR unter Präsident Jens Weber verständlich, dass die Frauenzentrale sich bei den nächsten Wahlen engagiert. Weber:

«Das ist ihr gutes Recht und deckt sich mit dem Anspruch der SP, den Frauenanteil erhöhen zu wollen.»

Die SP habe durchaus Kandidatinnen gesucht. «Fähige Frauen haben wir zwar gefunden, es war aber niemand bereit als Kandidatin aufzutreten.» Damit ist die Sache für die SP erledigt, wie Weber sagt. Die Partei sei bereit, eine Frauenkandidatur zu unterstützen. Weber sagt unmissverständlich: «Ausserrhoden wird im Nationalrat von einer rechtspopulistischen Stimme, die den Klimawandel negiert und eine destruktive Politik gegenüber Europa unterstützt, nicht angemessen vertreten. Wir streben eine überparteiliche Kandidatur bei der Nationalratswahl an und werden uns aktiv dafür einsetzen, dass eine starke Kandidatur gegen Zuberbühler zu Stande kommt.»

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