Frauen des FC Bühler spielen im Cup gegen das grosse GC: Dort ist ein Meisterspieler des FC St. Gallen Trainer

Die Erstligistinnen des FC Bühler sind gegen den Grasshopper Club Zürich aus der Women's Super League Aussenseiter. Für Spielerinnen und Trainer des Unterklassigen ist das Cupspiel vom Samstag ein Höhepunkt. Das Schutzkonzept erlaubt nur 300 Personen auf dem Sportplatz in Bühler.

Mea McGhee
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Sascha Müller im Qualifikations-Hinspiel zur Champions League gegen Galatasaray Istanbul.

Sascha Müller im Qualifikations-Hinspiel zur Champions League gegen Galatasaray Istanbul.

Bild: Michel Canonica (11. August 2000)

Mit GC gastiert am Samstag ein dreimaliger Cupsieger und ehemaliger Schweizer Meister auf dem Sportplatz Göbsimühle in Bühler. Anpfiff ist um 19 Uhr. Für Antonio Romano, Trainer der Bühlerer Erstligistinnen, eine besondere Affiche: Trainer des Gegners ist Sascha Müller aus St. Gallens Meistermannschaft der Saison 1999/00. Die beiden Trainer kennen sich, denn Antonio Romano absolvierte bei Müller einen Fortbildungskurs im Rahmen der Trainerausbildung.

Für Müller ist es eine Rückkehr

Beim FC Herisau beendete Sascha Müller seine Aktivkarriere.

Beim FC Herisau beendete Sascha Müller seine Aktivkarriere.

Bild: Rainer Bolliger (23. August 2003)

Sascha Müller spielte beim FC Luzern und beim FC St. Gallen. Seit Juli steht der 50-Jährige bei den Zürcherinnen an der Seitenlinie. Für den einstigen Flügelflitzer ist es eine Rückkehr auf Appenzeller Fussballplätze, spielte der sechsfache Nationalspieler doch zum Abschluss seiner Aktivkarriere in der Saison 2003/04 beim FC Herisau in der interregionalen 2. Liga. Herisau schloss jene Saison auf dem ersten Rang ab und schaffte den Aufstieg in die 1. Liga.

Im Achtelfinal war stets Endstation

Lugano, Yverdon, Luzern, St. Gallen-Staad: Die Erstligistinnen aus Bühler haben im Cup in den vergangenen Jahren gegen oberklassige Gegner mehrfach gute Leistungen gezeigt und meist knapp verloren. In der Saison 2015/16 warfen die Bühlerinnen mit Amriswil und St. Gallen-Staad gar zwei NLB-Teams aus dem Wettbewerb. Spätestens der Achtelfinal war aber stets Endstation für die Erstligistinnen.

GC mit Steigerung, Bühler mit schwachem Start

In der laufenden Meisterschaft verloren die Zürcherinnen zwar das Startspiel gegen St. Gallen-Staad, steigerten sich danach aber und besiegten zuletzt die Young Boys 3:1. Als Doppeltorschützin glänzte die Nummer 8, Caroline Müller. Mit sechs Punkten aus vier Spielen liegt GC auf dem vierten Rang der Women's Super League.

Die Erstligistinnen des FC Bühler posieren mit dem nötigen Abstand für das Teamfoto.

Die Erstligistinnen des FC Bühler posieren mit dem nötigen Abstand für das Teamfoto.

Bühler ist mässig in die Saison gestartet: Nach dem 2:2 gegen Altstetten unterlagen die Mittelländerinnen dem FC Kloten 0:4. Dennoch sagt Bühlers Trainer Antonio Romano:

«Wir wollen gegen GC möglichst lange mithalten, sprich kein Tor kassieren.»

In Bühlers Kader stehen viele junge Spielerinnen, für die der Cup-Hit gegen ein Team aus der obersten Liga eine neue Erfahrung ist. «Sie sollen das spezielle Spiel geniessen», sagt der Trainer. Er freut sich, dass mit GC ein unbekanntes Team in der Göbsimühle auflaufen wird.

Antonio Romano, Trainer der Erstligistinnen des FC Bühler.

Antonio Romano, Trainer der Erstligistinnen des FC Bühler.

Bild: PD

Sportlich spricht er von einer schwierigen Aufgabe. Nach zuletzt schwacher Leistung erwartet Romano von seinen Spielerinnen, dass sie am Samstag «eine gute Mentalität zeigen» und kämpfen. «Wir werden uns nicht verstecken», gibt der Trainer die taktische Ausrichtung durch. Dabei komme Bühler der kleine Fussballplatz entgegen. Erfahrungsgemäss hätten oberklassige Gegner in der Startphase jeweils Mühe damit.

Bühler trainierte im Vorfeld des Cupspiels wie üblich. Auch wenn sie Aussenseiter seien, werde man im Abschlusstraining einige Penaltys schiessen, so der Trainer. Am Spieltag werden die Bühlerinnen gemeinsam Mittagessen und sich dann auf das spezielle Spiel vorbereiten.

Zutrittskontrolle nötig

Für das Cupspiel sind nur 300 Personen auf dem Sportplatz Göbsimühle in Bühler zugelassen, da dieser nicht in Sektoren unterteilt werden kann. Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma werden für die Zutrittskontrolle verantwortlich sein. In der Vergangenheit besuchten jeweils einige hundert Personen Bühlers Cupspiele gegen Teams aus der höchsten Liga. Die knapp 500 Zuschauer gegen St. Gallen-Staad waren Platzrekord.