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Fotovoltaik-Projekt an der Umfahrungsstrasse in Teufen ist «parkiert»

In Teufen hätten 1042 Panels an der Stützmauer der Umfahrungsstrasse angebracht werden sollen. Nun liegt das Projekt auf Eis - trotz Baubewilligung.
Margrith Widmer
Die Stützmauer an der Umfahrungsstrasse in Teufen bleibt vorerst so, wie sie ist.Bild: Ralph Ribi

Die Stützmauer an der Umfahrungsstrasse in Teufen bleibt vorerst so, wie sie ist.Bild: Ralph Ribi

An der Stützmauer der Umfahrungsstrasse Teufen will die Energiegenossenschaft Teufen (EGT) 1042 Fotovoltaik-Panels anbringen lassen. 313 davon sind reserviert. Auch die Baubewilligung war vorhanden. Doch nun wird das Projekt sistiert. Es fehlen Investoren weil die Einspeisevergütung zu gering ist.

Das Problem ist: Die Eigentümer der Module erhalten nichts zurück. Denn: Die Einspeisevergütung beträgt ab 2019 lediglich 5.26 Rappen – und dieser Betrag geht für Unterhalt und Ersatz drauf. In Innerrhoden wird der ökologische Mehrwert abgegolten; es werden zehn Rappen vergütet. Deshalb fehlen der EGT nun Investoren.

Geplant waren 1042 Module mit einer Fläche von 1704 Quadratmetern, die rund 195000 Kilowatt pro Jahr produzieren sollten; das wäre so viel Strom, wie 40 Haushalte mit je vier Personen im Jahr verbrauchen. Ein Modul kostet 620 Franken. Die Gemeinde Teufen hätte für Einwohnerinnen, Einwohner und Firmen der Gemeinde für jedes Modul davon einen Beitrag von 120 Franken übernommen. Der Kostenvoranschlag beläuft sich auf 650000 Franken.

«Höchst unattraktiv»

Inzwischen ist die Baubewilligungsfrist abgelaufen. Neben den fehlenden Investoren ist die Einspeisevergütung der St.Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke AG (SAK) mit 5.26 Rappen ungenügend. Deshalb wurde das Projekt nun sistiert. Das heisst, dass der Vorstand der EGT beschlossen hat, das Projekt zu «parkieren». Dies hat zur Folge, dass auch die Baubewilligung erneut eingeholt werden muss. Die Investoren werden nun angefragt, ob sie das gesprochene Geld wieder zurück haben, oder auf die Realisierung warten wollen.

Vor rund einem Jahr stellte die EGT ein Gesuch an die SAK für eine höhere Einspeisevergütung. Mit 5.26 Rappen pro Kilowattstunde erhielten die Investoren keinen «Return on Investment», argumentierte die EGT. Der Betrag reiche nur für Betrieb, Unterhalt, Konzession, Versicherungen und Rückstellungen für einen allfälligen Rückbau. Dies sei für Investoren eine höchst unattraktive finanzielle Beteiligung, so die EGT.

Die SAK, die den Kantonen St.Gallen, Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden gehört, liege mit der Vergütung des Solarstroms schweizweit am untersten Ende der Skala, stellt die EGT fest. Die Bernische Kraftwerke AG hätte beispielsweise ihre bisher tiefste Einspeisevergütung von 4.4 Rappen auf öffentlichen Druck hin um 4.5 Rappen für den Herkunftsnachweis auf 8.9 Rappen erhöht, argumentiert die EGT.

Die Feuerschaugemeinde Appenzell vergüte zehn Rappen pro Kilowattstunde. «Es würde sich auch vor allem mit der Eignerstrategie sehr gut machen, wenn eine Firma im öffentlichen Besitz (gehört den Einwohnerinnen und Einwohnern der drei Kantone) eine angemessene Vergütung von Solarstrom ausrichten würde», schrieben EGT-Präsident Jakob Brunnschweiler und Vizepräsident Philipp Schuchter. Und weiter: «Dies wäre ein echter Beitrag an die Energiewende und im Sinne der Nachhaltigkeit und würde der Realisierung des Fotovoltaikanlage-Projektes an der Umfahrungsstrasse Teufen zum Durchbruch verhelfen.» Sie regten eine Gesamtvergütung von acht bis zehn Rappen pro Kilowattstunde an: «Dann wäre eine Finanzierung und Realisierung einer enkeltauglichen Stromproduktion bedeutend einfacher.» Ein anderes Projekt der EGT funktioniert dank Eigenverbrauch tadellos: Im März 2018 wurde eine Anlage beim Raiffeisengebäude in Teufen eingeweiht. Man ging von einer Jahresproduktion von 14900 Kilowattstunden aus. Effektiv lieferte die Anlage aber 17000 Kilowattstunden. Die SAK vergütete 1787.20 Franken für die Einspeisung, was 10.51 Rappen pro Kilowattstunde entspricht.

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