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FOTOGRAFIE: Renner im Internet-Shop: Selbst gefertigte Postkarten aus dem Toggenburg

Rund 380 Ansichtskarten mit selbst fotografierten Sujets bietet Ralph Brühwiler aus Ebnat-Kappel seit Dezember auf seiner Website an. Zahlreiche Bilder zeigen das Toggenburg – teilweise aus ungewohnter Perspektive.
Anina Rütsche
Der Speer im Winter, aufgenommen von der Nesslauer Hinter Laad.

Der Speer im Winter, aufgenommen von der Nesslauer Hinter Laad.

Manche schreiben gerne E-Mails, andere bevorzugen SMS oder Whatsapp. Ralph Brühwiler greift am liebsten zu Karten, wenn er Freunden und Bekannten eine Nachricht überbringen möchte. Der Autor und Kunstschaffende aus Ebnat-Kappel schätzt diese klassische Form der schriftlichen Mitteilung sogar so sehr, dass er Mitte Dezember auf der Website seiner «Edition RB» einen Karten-Shop eröffnet hat. Rund 380 Motive können dort gesichtet, kombiniert und bestellt werden. Die Bilder, 20 mal 10 Zentimeter im Hoch- oder Querformat, hat Ralph Brühwiler mit seiner digitalen Spiegelreflexkamera der Marke Canon festgehalten. Darunter sind fast 80 Fotos aus dem Toggenburg. «Nicht nur Churfirsten-Bilder», hebt der seit über 30 Jahren im Toggenburg lebende Ostschweizer hervor. «Es gibt so viele schöne Sujets in unserer Gegend. Der Speer, die Hochmoore und die Thurlandschaft faszinieren mich mindestens so stark wie die sieben Churfirsten.»

Eine Kollektion mit sieben Kategorien

Klickt man sich durch die Karten-Galerie im Internet, wird die Vielfalt seines Schaffens deutlich. Sie zeigt sich bei der Wahl der Motive, bei den Perspektiven, bei den Farben und beim Licht. Das Ganze ist ein Wechsel zwischen weit gefassten Landschaftsaufnahmen und dem geschulten Blick für ­Details, an denen die meisten Menschen wohl achtlos vorübergehen würden, nicht aber Ralph Brühwiler.

Übersichtlich hat er seinen Shop in sieben Kategorien eingeteilt. Einerseits orientiert er sich an den vier Jahreszeiten, wobei er den Herbst am liebsten mag: «Die Farben sind dann am intensivsten.» Andererseits gibt es ­regionale Verortungen – neben dem Toggenburg finden sich auch eindrückliche Aufnahmen aus dem Kanton Thurgau, wo er von 2011 bis 2012 gewohnt hat. Auch Trauerkarten gehören zum Angebot, auf denen Naturszenen zu sehen sind, welche das Werden und Vergehen thematisieren. Die ältesten Fotos stammen aus dem Jahre 2008, die neusten wurden erst kürzlich gemacht. «Es gehört zum Konzept, dass ich die Kollektion ständig aktualisiere», erklärt der Fotograf, der viel Wert auf die Gestaltung seiner Motive legt.

Moosblüten und Gräser im Hochmoor – die Kalligrafie der Natur. (Bild: pd/Ralph Brühwiler)

Moosblüten und Gräser im Hochmoor – die Kalligrafie der Natur. (Bild: pd/Ralph Brühwiler)

Aus Fehlern viel gelernt

Die Auseinandersetzung mit der Fotografie hat bei Ralph Brühwiler eine lange, turbulente Vorgeschichte: Zwölfjährig war er, als er an Weihnachten 1968 seine erste Kamera in den Händen hielt: eine Kodak Instamatic 25 mit Filmkassette. «Die Hälfte dieser Bilder wurde nichts», sagt er rückblickend, und die Erin­nerung an diesen längst vergangenen Augenblick bringt ihn zum Schmunzeln.

Gut zehn Jahre später, als junger Redaktor in ­Fribourg, befasste er sich erstmals beruflich mit dem Thema. «Der Start war ziemlich speziell», verrät er. «Ich drückte dem Fotolabor-Verantwortlichen nach meinem Auftrag den belichteten Film in die Hand, den ich unwissend in Eigenregie um die Spule gewickelt hatte. Was für ein Fehler! Natürlich war der Film, vom Licht geschädigt, nicht mehr zu gebrauchen.» Erst später, während seiner Zeit in Wattwil beim «Toggenburger», habe er sein Können in Sachen Fotografie ­gefestigt. «Seither bin ich sowohl privat als auch beruflich gerne mit der Kamera unterwegs», sagt der heute 61-Jährige, der letztes Jahr erstmals einen Preis bei einem Fotowettbewerb gewonnen hat.

Ralph Brühwiler (Bild: pd)

Ralph Brühwiler (Bild: pd)

Handschriftlich statt getippt

2014 hat Ralph Brühwiler be­gonnen, erste Karten mit eigenen Fotos drucken zu lassen. Aufgrund vieler positiver Rück­meldungen entwickelte er 2017 die Idee, einen eigenen Shop zu eröffnen. Produziert wird anhand der eingegangenen Be­stellungen bei der Toggenburger Druckerei in Wattwil. Seine ­Motivation begründet er folgendermassen: «Handgeschriebene Karten mit schönen Motiven sind in unserer digital geprägten Welt zu etwas Besonderem geworden. Man kann damit Wertschätzung ausdrücken und sich selbst und anderen Freude be­reiten.» Mit dem Start seines Internet-Shops ist der Karten-Liebhaber sehr zufrieden. Er habe innerhalb des ersten Monats über 450 Karten verkauft, sagt er und fügt hinzu: «Mit ­meinen Karten will ich auch ­einen kleinen Beitrag leisten, ­damit die Menschen wieder ­vermehrt von Hand statt mit zwei Daumen auf dem Handy schreiben.»

Die Karten können im Internet unter www.ralphbruehwiler.ch besichtigt und bestellt werden. Der Preis pro Karte beträgt 3 Franken, mit Couvert sind es 3.50 Franken. Die Sujets können auch von Firmen als Werbekarten verwendet werden.

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