«Forster» plant 28-Mio.-Neubau

Die Molkerei Forster AG plant im Hölzli in Herisau einen Neubau. Damit würde das Unternehmen in neue Dimensionen vorstossen. Noch vermisst Verwaltungsratspräsident Markus Forster aber die Unterstützung durch die Behörden.

Patrik Kobler
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Markus und Heidi Forster wollen den Familienbetrieb mit einem Neubau im Hölzli langfristig für ihre Kinder Sabine und Ruedi sichern. (Bild: pk)

Markus und Heidi Forster wollen den Familienbetrieb mit einem Neubau im Hölzli langfristig für ihre Kinder Sabine und Ruedi sichern. (Bild: pk)

HERISAU. «Viele haben immer noch das Gefühl, dass wir in der Windegg bloss ein kleines Lädeli betreiben», sagte Verwaltungsratspräsident Markus Forster am Dienstagabend an der 18. Generalversammlung der Molkerei Forster AG. Dabei erzielte das Unternehmen im letzten Jahr erstmals über 10 Millionen Franken Umsatz; den weitaus grössten Teil davon ausserhalb des Kantons. Im neuen Geschäftsjahr möchte man weiter zulegen. Forster: «Wir geben Gas.» Man wird neue Produkte auf den Markt bringen und die Zusammenarbeit mit Lidl ausbauen. Ab Mitte Mai ist die Molke nicht mehr nur in der Deutsch-, sondern auch in der Westschweiz erhältlich. Zurzeit beschäftigt das Unternehmen 23 Mitarbeitende und arbeitet mit 45 Milchlieferanten zusammen.

Aktienkapital erhöhen

Nun steht die Molkerei Forster vor einem wichtigen Schritt. Im Hölzli will sie für 28 Millionen Franken einen neuen Produktionsbetrieb bauen. Am heutigen Standort in der Unteren Fabrik ist das Unternehmen noch bis 2021 eingemietet. «Dann müssen wir ausziehen.» Im Gebiet sei eine Wohn- und Gewerbezone geplant. Überdies sind die Kapazitäten heute nahezu ausgeschöpft. Die Produktionsfläche würde sich von heute 300 auf 8000 Quadratmeter vergrössern. Einzelne Aktionäre äusserten an der Versammlung leise Bedenken am Vorhaben. Bevor man ein solches Projekt realisiere, solle die Liquiditätssituation verbessert werden, meinte ein Votant. Daran arbeite man laufend, sagte Markus Forster und machte gleichzeitig deutlich, dass nun eine Art «Neat-Entscheid» nötig sei. Denn es handle sich um ein Generationenprojekt. «Wir müssen jetzt ein Bauwerk für die nächsten 40 bis 50 Jahre errichten und die Zukunft des Betriebs sichern. Wenn wir das nicht machen, sind wir ein Auslaufmodell», sagte Markus Forster, der mit seiner Familie die Aktienmehrheit am Unternehmen hält. Damit das Projekt finanziell gestemmt werden kann, ist eine Aktienkapitalerhöhung von 0,7 auf 1,7 Millionen Franken vorgesehen.

Wegzug kein Thema

Markus Forster schwebt zudem eine CO2-freie Produktion vor. Deshalb wurde er beim Kanton wegen einer Holzschnitzelanlage vorstellig. Auf eine Antwort warte er aber auch nach Monaten noch, sagte er an der Generalversammlung. Er vermisst generell die Unterstützung durch die Behörden. Ausserhalb des Kantons treffe er offene Türen an, nur im eigenen harze es. Ein Wegzug der Firma kommt für ihn aber nicht in Frage. Deshalb sieht er sich herausgefordert, die die Wahrnehmung der Firma im Kanton zu verbessern. So lanciert man nun einen Malwettbewerb, eine Stempelkarte für Kunden sowie weitere Aktionen. Auch die Homepage soll erneuert werden. Was Forster freut. Demnächst erscheint ein Buch über die wichtigsten Appenzeller Unternehmen. Zu diesen gehört auch die Molkerei Forster AG.

Abschreibungen getätigt

Obwohl sich das Unternehmen in einem schwierigen Marktumfeld bewegt, konnte Treuhänder Victor Graf am Dienstagabend ein gutes Ergebnis präsentieren. Trotz Abschreibungen von gut 200 000 Franken resultierte ein Unternehmensgewinn nach Steuern von 26 000 Franken.