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Herisauer Schüler fordern neuen Jugendraum

Oberstufenschüler haben in der vergangenen Woche Unterschriften für einen neuen Jugendraum gesammelt. Mit dem jetzigen Angebot sind sie nicht zufrieden.
Ozan Avci und Nael Zidan übergeben Gemeindeschreiber Thomas Baumgartner die Unterschriftensammlung. (Bild: PAG)

Ozan Avci und Nael Zidan übergeben Gemeindeschreiber Thomas Baumgartner die Unterschriftensammlung. (Bild: PAG)

«Wir fühlen uns im Jugi nicht mehr wohl», sagt Nael Zidan. Der 16-Jährige hat am Mittwoch Gemeindeschreiber Thomas Baumgartner eine Petition übergeben. Während einer Woche hat Nael Zidan gemeinsam mit Ozan Avci, Luca Maag und einigen Klassenkameraden Unterschriften für einen neuen Jugendraum in Herisau gesammelt. 193 sind zusammengekommen. Das Anliegen der jungen Petitionäre: Ein Raum, der ihnen bei schlechter Witterung oder in der kalten Jahreszeit zur Freizeitgestaltung zur Verfügung steht. Die Initiative ist aus der Not heraus entstanden, denn wie Ozan Avci und Nael Zidan erzählen, entspreche der jetzige Jugendraum nicht ihren Vorstellungen. Die beiden tönen Alkohol- und Zigarettenkonsum an. Nach der Schliessung der Migros im Dorfzentrum sind die Jugendlichen oft in den Gutenberg ausgewichen – und von dort wiederum weggewiesen worden. So suchten sie das Gespräch mit dem verantwortlichen Sicherheitsbeamten der Firma Bernegger, dem stellvertretenden Geschäftsführer, Roman Kast. «Dieser zeigte Verständnis für unser Anliegen», so Nael Zidan.

Zwei Gruppen von Jugendlichen

Es gelte zwei Gruppen von Jugendlichen zu unterscheiden, so Kast: Jene, die sich anständig verhalten und Problemjugendliche. «Diese auf so engem Raum wie dem Gutenberg voneinander zu unterscheiden, ist schwierig.» Der Sicherheitsbeamte weiss um die Situation beim Jugendzentrum und hat schon negative Rückmeldungen erhalten. Um den Jugendlichen Hilfe zu leisten, hat sich die Firma entschlossen, ihnen vorübergehend ihre Schulungsräume zur Verfügung zu stellen. «Das funktioniert wunderbar und die Jungen verhalten sich anständig.» Ozan Avci und Nael Zidan sagen unisono:

"Wir sind sehr froh über diese Unterstützung."

Die Idee für die Petition entstand im Rahmen des Wahlfachs Politik unter der Leitung von Schulsozialpädagoge Martin Pfister. «Der Gedanke hinter dem Kurs ist auch, Ideen umzusetzen. Dass daraus eine Petition entsteht, ist nicht das Ziel, aber es ist natürlich schön.» Pfister betont, dass die Initiative einzig und alleine von den drei Jugendlichen gekommen ist.

Pfister und Kast sind nicht die Einzigen, die die jungen Petitionäre unterstützen. An einem Podium in der Sek war Marlise Nef auf das Anliegen aufmerksam geworden und hat der Übergabe der Unterschriften beigewohnt. Nef:

«Ich verstehe die Forderung voll und ganz, sie haben ja kaum Plätze zum Verweilen. Wir haben Freude, wenn die Jungen etwas unternehmen, zumal viele jammern, dass sie nichts machen würden.»

Die Jugendlichen haben kaum Ansprüche an das neue «Jugi». So nennen sie als Einziges eine Heizung. «Und W-LAN wäre natürlich schön, ist aber kein Muss», sagt Ozan Avci und lächelt.

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